https://www.faz.net/-gtm-99koq

3:0 gegen Leipzig : Ein Befreiungsschlag für Mainz

Mainz, wie es siegt und lacht nach dem 3:0 gegen Leipzig. Bild: Reuters

Freiburg und Hamburg hatten im Abstiegskampf vorgelegt. Mainz zeigt keine Nerven und gewinnt ebenfalls. Gegen Leipzig gelingt ein klarer Sieg. Und ein RB-Spieler verliert am Ende auch noch die Nerven.

          3 Min.

          Die Fans von Mainz 05 wünschten sich vor dem Heimspiel mit einer bemerkenswert bunten Raketen-Choreographie und dem passenden Vereinssong dazu „Schieß mich in den Himmel, Nullfünf!“ Ganz so weit oben – angesichts der Tabellensituation käme den Rheinhessen schon das rettende Ufer wie der Himmel vor – ist Mainz 05 noch nicht angekommen.

          Bundesliga

          Sie haben sich aber zumindest durch den 3:0-Sieg gegen RB Leipzig nach Toren von Pablo de Blasis (27. Minute), Alexandru Maxim (85.) und Ridle Baku (90+1.) drei äußerst wichtige Punkte im Kampf um den Klassenverbleib gesichert. Für die am Sonntag siegreichen Mainzer verbesserte sich die Lage im Kampf um den Klassenverbleib nach einem Samstag, der den Klub extrem unter Druck gesetzt hatte: Durch die Siege des HSV und des SC Freiburg war plötzlich der direkte Abstiegsplatz wieder bedrohlich nah gekommen.

          Leipzig wartet indes seit vier Wochen auf einen Bundesligasieg und muss nun sogar um die Qualifikation für die Europa League bangen. Der Traum von einer abermaligen Qualifikation für die Champions League dürfte nach der unnötigen Niederlage in Mainz ausgeträumt sein, Naby Keita sah dazu in der Nachspielzeit die Gelb-Rote-Karte. „Für die ganz große Wende hätte es einen Sieg gebraucht. Die Champions League können wir nicht mehr schaffen“, sagte RB-Sportdirektor Ralf Rangnick. „Wir müssen jetzt mit aller Macht versuchen, in die Europa League zu kommen.“ Und Trainer Ralph Hasenhüttl sagte: „Wir haben noch zwei Chancen, Minimum drei Punkte zu holen. Die werden wir noch brauchen. Wir zahlen derzeit die Zinsen für die letzten zwei Jahre. Das fühlt sich nicht so gut an.“

          Die Rheinhessen hatten sich schon in den beiden Vorwochen jeweils mit Spielen am Sonntag oder Montag daran gewöhnen können, zum Abschluss eines Spieltags im Wissen um die Ergebnisse der Konkurrenz spielen zu müssen. Anfangs schienen sie dem Druck dennoch nicht gewachsen. Das Spiel hätte schon in der ersten Viertelstunde einen gänzlich anderen, für die Rheinhessen frustrierenden Verlauf nehmen können oder sogar müssen: Leipzig begann furios in einem Tempo, dem die Mainzer und insbesondere der kurzfristig für den verletzten Danny Latza ins Team gerutschte 20 Jahre Nachwuchsspieler Ridle Baku anfangs nicht gewachsen waren. „Ich habe 45 Minuten gebraucht, um zu wissen, wo ich eigentlich bin“, sagte Baku, der am Morgen noch mit der U23 in Richtung Freiburg gereist war, ehe er von der Raststätte Bruchsal von Teammanager Darius Salbert zurück chauffiert wurde.

          Leipzigs Poulsen vergab indes in der zehnten Minute die größte Chance kläglich, Hack beförderte nur eine Minute später bei einem Schuss von Timo Werner mit einer Grätsche den Ball vor Überschreiten der Torlinie aus der Gefahrenzone.

          Nahezu mit der ersten Torannäherung kamen die Mainzer dann zur glücklichen Führung: Yoshinori Muto schlängelte sich knapp außerhalb des Strafraums so geschickt um RB-Verteidiger Lukas Klostermann herum, dass sich dieser zu einem Foul gezwungen sah. Muto kam freilich erst innerhalb des Strafraums zu Fall, zudem chien Upamecano ihn ebenfalls getroffen zu haben, sodass sich weder Schiedsrichter Bastian Dankert noch Video-Assistent Wolfgang Stark veranlasst sahen, den Tatort vor die Strafraumlinie zu verlegen. Zeitlupen zeigten indes, dass Upamecano schuldlos war und es einen Freistoß hätte geben müssen. Pablo de Blasis nutzte den Strafstoß und baute eine bemerkenswerte Mainzer Bundesligabestmarke aus: 47 von 53 Mainzer Elfmetern in elf Bundesligajahren führten zu Toren, die Quote von 88,7 Prozent ist die beste der Bundesliga. Die Mainzer waren nun im Spiel, selbst Baku befreite sich aus seinem Tief und trug zu einer kämpferisch leidenschaftlichen Defensivleistung der Mainzer bei, die die dem Gegner in Halbzeit zwei keine ernsthafte Torchance mehr gestatteten.

          Stattdessen konnte sich der Druck, der auf den Mainzern lastete, noch zweimal entladen: Als der kurz zuvor eingewechselte Alexandru Maxim nach Vorarbeit von Alexander Hack und Gerrit Holtmann zum 2:0 einschoss (85.), sprang plötzlich die gesamte Mainzer Bank auf. Die Energie des Gefühlsausbruchs passte zur Rakete aus der Auftakt-Choreographie. Beim Treffer des anfangs so glücklosen Baku wiederholte sich das Schauspiel. „Die zweite Hälfte war überragend“, sagte FSV-Trainer Sandro Schwarz. „Es ist das Größte überhaupt, dass man mit dem Druck richtig umgegangen ist. Aber wir brauchen noch ein paar Schritte, um es endgültig zu schaffen.“

          Weitere Themen

          Auch Wimbledon fällt aus

          Tennis-Welt gerät ins Wanken : Auch Wimbledon fällt aus

          Erstmals in der fast 150-jährigen Geschichte findet das berühmteste Tennisturnier der Welt in Friedenszeiten nicht statt. Damit gehen die Veranstalter einen gänzlich anderen Weg als die Organisatoren der French Open.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.