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Wirbel um Aufsichtsrat : Der nächste Imageschaden für Mainz 05

  • -Aktualisiert am

Von einer Krise in die nächste: Mainz 05 kommt nicht zur Ruhe. Bild: dpa

Die Wahl des neuen Aufsichtsrats bei Mainz 05 wird verschoben. Denn der unbegründete Ausschluss mehrerer Mitglieder durch die Wahlkommission hatte für einen Aufschrei gesorgt. Jetzt gilt es, den Schaden am Ansehen des Vereins zu beheben.

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          Der FSV Mainz 05 hat seine für nächsten Dienstag geplante virtuelle Mitgliederversammlung verschoben. Darauf verständigten sich Vorstand und Aufsichtsrat des Bundesligavereins als Konsequenz aus dem Wirbel, den die Entscheidung der Wahlkommission verursacht hatte, vier bisherigen Mitgliedern des Aufsichtsrats eine abermaligen Kandidatur zu verweigern. Als Begründung führt der Verein in einer Pressemeldung satzungstechnische Unklarheiten an. Die Entscheidungen der Wahlkommission an sich kritisieren die Verantwortlichen nicht. „Nach den uns vorliegenden juristischen Einschätzungen hat unsere Wahlkommission satzungskonform gehandelt und entsprechend anhand inhaltlicher Kriterien entschieden“, sagt Vereins- und Vorstandsvorsitzender Stefan Hofmann. „Wir haben aber auch registriert, dass es hierzu andere Auffassungen gibt.“

          Bundesliga

          Ausgelöst worden waren die jüngsten Turbulenzen vor allem dadurch, dass die fünfköpfige Kommission für die Wahl des Aufsichtsrats bis zu 16 Kandidatinnen und Kandidaten hätte nominieren können, aber von insgesamt 26 Bewerberinnen und Bewerbern lediglich zwölf für geeignet erachtete. Ihre Auswahl müssen die Kommissionsmitglieder laut Satzung nicht begründen, anfechtbar ist ihre Entscheidung nicht. Nicht nachvollziehbar war das Vorgehen vor allem angesichts der Tatsache, dass unter anderem das jetzt nicht nominierte Quartett amtierender Aufsichtsräte noch im Oktober zum ursprünglich vorgesehenen Wahltermin zugelassen war.

          Vorwurf gegen Aufsichtsratsvorsitzenden

          Belege dafür, dass Außenstehende Einfluss auf die Auswahl genommen haben, gibt es nicht; genau diesem Vorwurf sieht sich jedoch der Aufsichtsratsvorsitzende Detlev Höhne ausgesetzt. Er habe sich auf diese Weise interner Kritiker entledigen wollen – eine Anschuldigung, die der 68-Jährige zurückweist. Auch Kommissionssprecher Gerd Krämmer versichert, seine vier Kollegen und er hätten sich ihr Urteil frei und unabhängig gebildet.

          Der abermalige Imageschaden, der dem Verein durch diese Angelegenheit entstanden ist, hat ein derartiges Ausmaß erreicht, dass die Verschiebung der Wahl die einzige Möglichkeit war, noch einen Rest von Glaubwürdigkeit zu bewahren. „Die Wahlen zu den wichtigsten Vereinsgremien stellen unsere Weichen für die Zukunft“, sagt Hofmann. „Sie müssen ein Ausdruck eines gemeinsamen Weges und eine unumstrittene Legitimation für die Gewählten sein und dürfen unseren Verein auf keinen Fall entzweien.“ Daher bedürfe es vor der nächsten Wahl einer „Klarstellung des Satzungstextes“.

          Bis die Paragrafen überarbeitet und von einer außerordentlichen Mitgliederversammlung beschlossen sind, dürfte es April werden. Das spräche dafür, die Wahlen des Vorsitzenden und des Aufsichtsrats in den Sommer zu legen, dann womöglich wieder als Präsenzveranstaltung. Die Amtszeit der bisherigen Wahlkommission läuft im Frühjahr aus, ob die derzeitigen Akteure dann noch einmal die Bewerber aussuchen werden, ist fraglich.

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