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Leipziger Friseur-Affäre : Rangnick sieht RB-Profis nicht mehr weit vom „goldenen Steak“

  • Aktualisiert am

Die inneren Werte zählen: Leipzigs Dayot Upamecano (rechts) war womöglich besser frisiert, Bas Dost und die Eintracht aber erfolgreicher. Bild: AFP

Die Spieler von RB Leipzig haben vor dem Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt einen Promi-Friseur einfliegen lassen. Ihr früherer Trainer Ralf Rangnick ist empört.

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          Nach der 0:2-Niederlage von RB Leipzig bei Eintracht Frankfurt hatte Trainer Julian Nagelsmann seiner Mannschaft bereits den Kopf gewaschen und scharfe Kritik geübt. Frisieren musste er seine Spieler hingegen offensichtlich nicht. Wie mittlerweile bekannt wurde, hatten die Spieler sich nämlich am Tag vor dem Spiel noch eigens einen Promi-Friseur einfliegen lassen. Sheldon Edwards aus London sorgte bei Spielern wie Yussuf Poulsen, Amadou Haidara oder Dayot Upamecano für den perfekten Haarschnitt.

          Ralf Rangnick hat die Einstellung der Profis nun massiv kritisiert. „Das macht mich fassungslos. Wenn du das machst, ist es bis zum Goldsteak nicht mehr weit“, sagte der frühere Coach und Sportdirektor des Fußball-Bundesligaklubs am Dienstag in Leipzig. Die Mannschaft hatte den Star-Friseur aus England offenbar eigens ins Teamhotel „Villa Kennedy“ kommen lassen, insgesamt neun Spieler ließen sich frisieren.

          Die Friseur-Episode soll ohne Wissen von Trainer Nagelsmann stattgefunden haben und war erst durch Instagram-Postings von Edwards an die Öffentlichkeit gelangt. Bereits direkt nach dem Spiel hatte Nagelsmann die Einstellung und den mangelnden Willen seiner Spieler, dem Erfolg alles unterzuordnen, ohne einen Hinweis auf den Friseur, kritisiert („Weit weg von einer Spitzenmannschaft“, „Weiß nicht, ob das jeder Spieler verstanden hat“) erhofft.

          Von seinem Chef gab es dafür Rückendeckung. „Er hat völlig recht, das anzusprechen – auch in dieser Art und Weise. Es ist wichtig für uns, dass wir immer an die Grenzen gehen“, sagte Sportdirektor Markus Krösche: „Jeder, der Julian kennt, weiß, dass er sehr ehrgeizig ist und dass er das, was er denkt, auch knallhart ausspricht.“ Nagelsmanns Ausbruch dürfte keine spontane Aktion gewesen sein. Schaut man sich den Spielplan mit den bevorstehenden Top-Duellen gegen den Tabellendritten Borussia Mönchengladbach (1. Februar) und eine Woche später bei Rekordmeister Bayern an, muss man die Kritik als kalkulierten Weckruf verstehen.

          Zur Friseur-Affäre hat sich Nagelsmann bisher nicht geäußert. Edwards ist mit seiner Schere freilich nicht nur in Leipzig oder bei Superstars wie Usain Bolt tätig. Zuletzt postete er auch Bilder und Videos aus den Trainingslagern von Borussia Dortmund in Marbella. Und selbst in Relation gering bezahlte Profis wie die Mainzer Spieler Jeremiah St. Juste oder Kunde Malong haben in Spanien ihren Haarschopf dem Starfriseur anvertraut und sich teilweise blond färben lassen.

          Auch Kunde von Sheldon Edwards: Der Mainzer Jeremiah St. Juste.
          Auch Kunde von Sheldon Edwards: Der Mainzer Jeremiah St. Juste. : Bild: dpa

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