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Freiburg-Trainer Streich : „Da muss ich sagen: Das ist unmöglich“

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Gespräch unter Kollegen: Florian Kohfeldt (links) und Christian Streich vor dem Spiel Freiburg gegen Bremen Bild: dpa

Bremen schöpft im Bundesliga-Abstiegskampf nach dem Sieg in Freiburg Hoffnung. Werder-Trainer Florian Kohfeldt flüchtet danach schnell in die Kabine. Sein Kollege Christian Streich hat eine deutliche Botschaft.

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          Freiburgs Trainer Christian Streich hat eine deutliche Botschaft an die Kritiker von Werder Bremens Coach Florian Kohfeldt gerichtet. Mit ernstem Blick wandte sich der 54-Jährige am Samstag nach der 0:1-Niederlage gegen Werder an frühere Bremer Profis wie Rune Bratseth oder Dieter Burdenski, die Kohfeldt im Vorfeld des Spiels öffentlich in Frage gestellt hatten.

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          „Wenn ich gesehen, gehört und gelesen habe, was einige Leute, ehemalige Spieler von Bremen und sogenannte Experten abgelassen haben, da muss ich sagen: Das ist unmöglich“, sagte Streich. „Da muss ich sagen, ob diese Leute nicht mal nachdenken, bevor sie irgendwelche Sachen in die Mikrofone schwätzen.“ Streich hatte seinem Trainerkollegen schon vor dem Anpfiff den Rücken gestärkt. Mit dem ersten Bundesliga-Sieg seit Januar stellte Werder zumindest vorerst den Anschluss an den Relegationsplatz her.

          Die Schreie der Erleichterung bei Werder hallten nach dem Spiel von den nahezu leeren Rängen des Schwarzwald-Stadions wider. Trainer Kohfeldt und seine Spieler brüllten ihre Freude über den immens wichtigen 1:0 (1:0)-Sieg in Freiburg in die kühle Frühlingsluft des Breisgaus. Aber wenige Sekunden nach dem Abpfiff eilte Kohfeldt dann schon in die Kabine. „Aus Selbstschutz, weil ich natürlich den ein oder anderen gerne in den Arm genommen hätte, aber das geht in diesen Zeiten nicht“, sagte der 37-Jährige mit Blick auf die Corona-Krise. „Deswegen bin ich rein gegangen, habe mich auf meinen Stuhl gesetzt und gefreut.“

          Dank des ersten Bundesliga-Siegs seit Januar verkürzten die stark abstiegsbedrohten Bremer zumindest vorerst den Abstand auf Fortuna Düsseldorf auf dem Relegationsrang auf zwei Punkte. Die Fortuna tritt erst am Sonntag (18.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) im Derby beim 1. FC Köln an. Leonardo Bittencourt hatte in der 19. Minute mit einem plazierten Flachschuss für den hart erkämpften und letztlich auch glücklichen Bremer Sieg gesorgt. „Das war ein erster Schritt, nicht mehr, aber es war ein erster Schritt. Die Erleichterung, wenn der Schiedsrichter abpfeift, ist groß“, meinte Kohfeldt.

          In der Schlussphase überstanden die Gäste dann auch noch einen Moment des Zitterns. In der 89. Minute erzielte Manuel Gulde unmittelbar nach Gelb-Rot für Werders Philipp Bargfrede zunächst den vermeintlichen Ausgleich. Da aber SC-Stürmer Nils Petersen zuvor im Abseits gestanden hatte, gab Schiedsrichter Robert Hartmann den Treffer nach Rücksprache mit dem Videoassistenten nicht. „Wir haben heute total unverdient verloren, finde ich. Aber wir sind in den Abschlusssituationen außerhalb der Standards nicht gut genug. Das müssen wir uns ankreiden lassen“, sagte SC-Trainer Streich.

          Werders lautester Mann stand nicht mal auf dem Spielfeld. Kohfeldt gab stattdessen an der Seitenlinie alles. Er war permanent in Bewegung, und dank der Geisterkulisse hörte man fast jedes seiner Kommandos: „Rhythmuswechsel!“, „Umstellen auf Dreierkette!“, „Weiter, weiter!“ – Kohfeldt ließ kaum eine Aktion unkommentiert.

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          Einen ähnlich engagierten Auftritt zeigte auch seine Mannschaft. Werder trat nicht wie ein Abstiegskandidat auf, sondern setzte die Gastgeber spätestens ab der Mittellinie unter Druck. Der SC kam durch Roland Sallai (17.), der nach schöner Ablage von Petersen knapp vorbei schoss, zwar zur ersten Großchance. Aber zwei Minuten später schlug Werder zu. Nach einem feinen Pass von Davy Klaassen in die Schnittstelle schloss Bittencourt mit einem schönen Distanzschuss flach ins lange Eck ab.

          Kohfeldt gab auch danach keine Ruhe. Im Vergleich zum emotionalen Bremer Coach hielt sich sein Freiburger Kollege Streich erstaunlich zurück. Der ansonsten sehr umtriebige und diskussionsfreudige Streich legte sich nur selten mit den Unparteiischen an und machte eher ruhige Ansagen. Dafür baute seine Mannschaft spätestens in der Schlussphase einen enormen Druck auf die immer passiveren Bremer auf. Freiburg rannte unermüdlich an – und kam durch Gulde sogar zum vermeintlichen Ausgleich. Nach einem Pfostenschuss von Petersen staubte der Verteidiger ab, Werder war geschockt. Aber wegen einer Abseitsstellung von Petersen nahm Schiedsrichter Hartmann das Tor nach Videobeweis zurück.

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