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Fußball-Rekordmeister : Beckenbauer geht hart mit den Bayern ins Gericht

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„Manchmal wie die Uwe-Seeler-Traditionsmannschaft“: Franz Beckenbauer kritisiert die Bayern. Bild: Picture-Alliance

Die Münchner sind auf dem Weg zum nächsten Meistertitel. Doch Franz Beckenbauer gefällt die Leistung der Bayern in dieser Saison ganz und gar nicht. Entsprechend deutlich ist seine Kritik an den Spielern.

          Emotionaler Jubel um Arjen Robben, dazu die Pflicht im spannenden Titelkampf erfüllt – doch Franz Beckenbauer dürfte sich in seinem harten Urteil bestätigt gefühlt haben, als er nach dem mühevollen und glanzlosen 3:1 (2:0) seines FC Bayern gegen Schlusslicht Hannover 96 die Allianz Arena verließ. Der deutsche Fußball-Rekordmeister, hatte der Ehrenpräsident schon vor der Partie gemosert, trete in dieser Saison „manchmal wie die Uwe-Seeler-Traditionsmannschaft“ auf. Zu oft erlaube sich das „erfolgsverwöhnte Team Nachlässigkeiten“.

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          Doch wer dachte, dass die deutliche kaiserliche Kritik zu einem Aufschrei führt, sah sich getäuscht. Nationalspieler Joshua Kimmich pflichtete Beckenbauer nach einer einmal mehr dürftigen Vorstellung vor den Wochen der Wahrheit, beginnend mit dem Spitzenspiel in Leipzig am kommenden Samstag, sogar bei. „In sehr vielen Spielen in dieser Saison war das so, da haben wir für unsere Ansprüche zu wenig gemacht und unser höchstes Leistungsniveau nicht erreicht. Auch gegen Hannover war dies in der zweiten Halbzeit so“, sagte Kimmich in aller Deutlichkeit.

          Auch Thomas Müller widersprach Beckenbauer nicht unbedingt. „Wir hatten schon bessere Spielzeiten“, räumte er ein. Aber, so fügte Müller immerhin an, „wenn du dich von neun Punkten Rückstand auf Dortmund zurückarbeitest, hast du auch was richtig gemacht“. Nach dem Remis des BVB in Bremen liegen die Bayern in der Tabelle vier Punkte vor den Schwarz-Gelben – möglicherweise die Vorentscheidung im Titelrennen. Gegen Hannover war die Bayern-Vorstellung allerdings nicht sonderlich überzeugend. Zwar agierten die Münchner dominant und führten zur Pause durch Robert Lewandowski (27.) und Leon Goretzka (40.) 2:0. Die Münchner gingen mit vielen weiteren Möglichkeiten aber fahrlässig um.

          Nach dem 1:2 durch einen wieder einmal umstrittenen Handelfmeter durch Jonathas (51.) war von meisterlichem Glanz aber gar nichts mehr zu sehen. Dies war umso bedenklicher, da die Bayern ab der 55. Minute und der Gelb-Roten Karte gegen Jonathas sogar in Überzahl spielten. „Da waren wir nicht mehr druckvoll genug, zu passiv. Da muss man von einer Mannschaft, die deutscher Meister werden will, mehr erwarten“, motzte Kimmich. Auch Trainer Niko Kovac bemängelte trotz des 3:1 durch Franck Ribery (84.) zu wenig Tempo.

          Immerhin gab es aus Bayern-Sicht neben dem Ergebnis auch eine weitere erfreuliche Nachricht. Arjen Robben feierte nach über fünfmonatiger Pause ein emotionales Comeback, als er in der 86. Minute für Kingsley Coman eingewechselt worden war. „Das war ein sehr emotionaler Moment. Ich bin sehr, sehr dankbar“, sagte ein bewegter Robben, der von den Fans minutenlang bejubelt wurde.

          Robben, dessen Zukunft weiter offen ist, will bei seiner Münchner Abschiedstour mithelfen, dass den Bayern das Double gelingt. „Das ist eine Herausforderung, wir müssen es auf dem Platz zeigen“, betonte er und hofft darauf, seinen Beitrag dazu leisten zu können: „Ich habe immer gesagt, dass ich bei meiner Rückkehr nicht nur den Fans zuwinken will. Vielleicht kann ich den Unterschied mit einer Vorlage oder einem Tor machen. Ich will Titel gewinnen. Es ist vieles drin.“ Dazu muss sich die „Uwe-Seeler-Traditionsmannschaft“ im Endspurt aber steigern.

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