https://www.faz.net/-gtm-9iwf4

Haller, Rebic und Jovic : Frankfurts „Büffelherde“ verzückt die Liga

  • Aktualisiert am

Im Fokus: Die Frankfurter Offensive um Sébastien Haller (links) überzeugt derzeit in der Bundesliga. Bild: dpa

Das Sturmdreieck der Eintracht hat mehr Tore auf dem Konto als viele Bundesligaklubs insgesamt. Beim Auftakterfolg gegen Freiburg gelingt dem Angriffstrio wieder ein Novum. Die Ziele für die Rückrunde sind klar gesteckt.

          2 Min.

          Was einst das „magische Dreieck“ Balakow, Bobic und Elber für den VfB Stuttgart war, ist jetzt bei Eintracht Frankfurt eine nimmersatte „Büffelherde“. Mit überragenden 29 Toren und 17 weiteren Assists haben sich Sébastien Haller, Luka Jovic und Ante Rebic zum besten Sturmtrio der Bundesliga aufgeschwungen und der Eintracht fröhliche Träume von einem weiteren Europa-Abenteuer eingehaucht.

          Bundesliga

          „Ich nenne sie nicht Büffelherde, für mich sind sie individuell super Stürmer“, lobte Trainer Adi Hütter nach dem 3:1 über den SC Freiburg, das die Angreifer mit je einem Tor herausgeschossen hatten. „Sie können jederzeit ein Spiel zu unseren Gunsten lenken“, sagte Hütter.

          Erstmals haben der Franzose Haller, der Kroate Rebic und der Serbe  Jovic allesamt im gleichen Liga-Spiel getroffen. „Es ist angenehm, wenn man als Trainer weiß, dass immer einer in der Lage ist zu treffen“, erklärte der Coach. Hütter hat das Dreieck seit seiner Ankunft im Juli Stück für Stück zusammengefügt und eine Offensivreihe erschaffen, die den Bundesliga-Rivalen Kopfschmerzen bereitet.

          Nicht umsonst werden die drei Kanten inzwischen von Fans, lokalen Medien und Teamgefährten mit dem von Hütter ungeliebten Spitznamen „Büffelherde“ verehrt. „Haller kannst du nicht immer verteidigen. Rebic macht ein unglaublich gutes Tor“, sagte Freiburgs Trainer Christian Streich. Er räumte ein, dass man gegen Spieler dieser Qualität auch schnell „sechs oder sieben Tore“ kassieren könne.

          Nach dem Abgang von Trainer Niko Kovac und vier Schlüsselspielern war Pokalsieger Frankfurt im Sommer genauso als Wackelkandidat gehandelt worden wie Neuankömmling Hütter. Nichts davon traf ein. Stabil stehen die Hessen nach 18 Liga-Spielen auf den internationalen Rängen, derzeit deutet nichts auf einen Einbruch hin. „Die Europa League wäre das Minimum für mich, wir haben absolut das Potenzial, in Europa zu spielen“, sagte Haller, der mit enormer körperlicher Präsenz und extrem feiner Technik als wichtigster Teil des Dreizacks gilt.  Inzwischen spielt das Trio fast immer gemeinsam von Anfang an.

          Haller (10 Saisontore), Jovic (13, Führender der Torschützenliste) und Rebic (6) sind der Beweis, dass große Qualität nicht immer großes Geld kosten muss. Der 1,90 Meter lange Haller kam für sieben Millionen Euro aus Frankreich, heute liegt sein Marktwert bei über 30 Millionen. Bundesliga-Toptorjäger Jovic spielt derzeit auf Leihbasis bei der Eintracht und kann für eine kolportierte Summe von rund 10 Millionen Euro fest verpflichtet werden. Der Weltmeisterschaftszweite Rebic durfte im Sommer trotz großzügiger Angebote nicht gehen. Fredi Bobic, früher in Stuttgart selbst Dreiecks-Mitglied und heute bei der Eintracht Sport-Vorstand, wusste offensichtlich schon, warum.

          So reichte gegen Freiburg eine äußerst durchschnittliche Leistung mit starken zehn Minuten für einen Sieg, bei dem Nils Petersens Tor zum 1:3 nur noch etwas Ergebniskosmetik war. „Das sind drei absolute Qualitätsspieler“, urteilte Freiburgs Dominique Heintz, der sich das ganze Spiel in Zweikampfduelle mit dem Angriffstrio schmiss. Nur zwei der 37 Frankfurter Bundesliga-Tore kamen in dieser Spielzeit zustande, ohne dass einer der drei beteiligt war.

          Dortmund-Leihgabe Sebastian Rode merkte schon im Trainingslager in Florida, wie bei Haller, Jovic und Rebic große Qualität mit extremem Ehrgeiz einhergeht. „Sie sind jederzeit in der Lage, ein Tor zu schießen. Von daher: Jetzt können gerne jede Woche alle Stürmer treffen“, frohlockte Rode. Werder Bremen in der kommenden Woche dürfte vor der „Büffelherde“ jedenfalls gewarnt sein.

          Weitere Themen

          Frankfurter Fragezeichen bei Hasebe

          Bundesliga in Corona-Krise : Frankfurter Fragezeichen bei Hasebe

          Eigentlich schien der Vertragsverlängerung von Makoto Hasebe nicht mehr entgegenzustehen. Doch passiert ist nichts. Dann kam Corona. Und nun ist unklar, ob der Routinier aus Japan bei der Eintracht bleiben darf.

          „Es wird Fehler geben“

          Bobics Prognose vor Tag X : „Es wird Fehler geben“

          Das Pokal-Halbfinale bei den Bayern ist nun auch auf unbestimmte Zeit verschoben. Eintracht-Sportvorstand Bobic hat noch „kein Gefühl dafür, wie der Sommer aussieht“. Vereins-Ikone Grabowski sorgt sich.

          Topmeldungen

          Corona-Lage in Süditalien : Aufrufe zur Revolution

          In Süditalien drohen Menschen mit „Sturm auf die Paläste“. Der Geheimdienst warnt vor sozialen Unruhen. Schon gab es versuchte Plünderungen. Die wirtschaftliche Lage der Region ist wegen Corona fatal.
          Rush Hour in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh am 17. März 2020

          Corona und der Westen : Die zivilisatorische Kränkung

          Geben wir im Überlebenskampf Freiheit und Würde auf? Oder steckt hinter dieser Entgegensetzung derselbe Dünkel, der so viele im Westen davon abhielt, in der Pandemie von Ostasien zu lernen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.