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2:1 gegen Leverkusen : Frankfurt mit Volldampf zum Erfolg

  • -Aktualisiert am

Abklatschen mit den Teamkollegen: Danny Da Costa (Zweiter von links), der Torschütze zum zwischenzeitlichen 1:0. Bild: EPA

Endlich klappt’s auch wieder in der Bundesliga: Nach zuletzt zwei Niederlagen bezwingt die Eintracht in einem kräftezehrenden Duell Bayer Leverkusen. Kurz vor dem Schlusspfiff reagiert Torhüter Trapp stark.

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          Das zweite Sonntagsspiel der Fußball-Bundesliga zwischen Eintracht Frankfurt und Bayer 04 Leverkusen hatte von vornherein ein Actionspektakel versprochen, und die Protagonisten hielten sich daran. Es ging rauf und runter, hin und her, manchmal auch drunter und drüber zwischen dem Tabellenfünften und dem derzeit tabellarisch noch unter Wert dastehenden Tabellenelften. Am Ende hatte die etwas aktivere von zwei tatendurstigen Mannschaften verdientermaßen 2:1 gewonnen. Die Frankfurter Leidenschaft besiegte die zu selten aufblitzende technische Finesse der Rheinländer, so dass der 2:1-Sieg durch die Treffer von Da Costa (28. Minute), der bei Bayer Leverkusen ausgebildet worden ist, und Kostic (57.) bei einem Gegentor durch Bellarabi (65.) den bewegten Spielverlauf angemessen spiegelte. „Es war ein absolut tolles Spiel“, sagte demzufolge auch Eintracht-Trainer Adi Hütter anschließend. „Ein Spiel, bei dem beide immer versucht haben, nach vorne zu spielen. Ich sehe einen verdienten Sieger, Leverkusen hat uns aber alles abverlangt.“

          Bundesliga

          Abwarten, Abtasten? Nicht, wenn Eintracht Frankfurt mit im Spiel ist. Die Hessen legten auch am Sonntag los wie von Furien getrieben los und versuchten so, die Leverkusener von vornherein einzuschüchtern. Drei Tage nach ihren erfolgreichen Europa-League-Ausflügen nach Rom, wo die Eintracht Lazio 2:1 besiegt hatte, und Nikosia, wo die ebenso für die nächste Runde qualifizierte Werkself gegen Larnaca 5:1 gewann, war von Feiertagsmüdigkeit hüben wie drüben nichts zu spüren. „Es war ein am Ende verdienter Sieg nach einem heiß umkämpften Spiel. Leverkusen hat eine tolle Mannschaft. Die Jungens haben sich mit viel Einsatzwillen und Leidenschaft den Sieg verdient“, sagte Sportvorstand Bobic nach dem Abpfiff. Und er hatte recht.

          Eine hohe Intensität durchwehte das Duell zwischen der aggressivsten Bundesliga-Topmannschaft und den zurück in Richtung beste Plätze drängenden Konterspezialisten vom Rhein. Daraus ergab sich ein hochattraktives Duell mit zahlreichen Gelegenheiten auf beiden Seiten. Die Mannschaft mit einem leichten Chancenplus führte zur Halbzeit 1:0, nachdem Da Costa den in diesem  Zeitabschnitt besten Spielzug der Frankfurter über Willems und Kostic aus fünf Metern Torentfernung konsequent zum 1:0 abgeschlossen hatte.

          Aber auch sonst ging es hoch her, etwa als der Frankfurter Mittelstürmer Haller gleich zu Beginn im letzten Moment am Torschuss gehindert wurde (1.), der Eintracht-Ersatzabwehrchef Falette sich in den Schuss von Volland warf und ihn ohne jede Absicht mit dem Arm abblockte (11.), als Rebic ziemlich rücksichtslos in den früheren Frankfurter Keeper Hradecky rauschte (17.) und erstaunlicherweise nicht verwarnt wurde, als Trapp einen Schuss von Brandt parierte (17.) und Schiedsrichter Brych sich auf Empfehlung der Kölner Videoassistentenzentrale noch einmal das vermeintliche Führungstor der Werkself durch Bellarabi ansah (19.) und dabei bemerkte, dass Dragovic beim Schuss seines Kollegen sichtbehindernd für Trapp im Abseits stand.

          An Turbulenzen fehlte es auch danach nicht – so, als Hradecky Hallers Schuss aus kurzer Distanz parierte (41.) und Havertz' Heber sein Ziel knapp verfehlte (45.+2).

          Bei den Frankfurtern machte sich das Fehlen von Makoto Hasebe, dem Abwehrorganisator und ersten Aufbauspieler der Eintracht in den brenzligen Momenten schon ein wenig bemerkbar. Zur Freude der Fans hat der 34 Jahre alte Japaner dafür am Sonntag seinen Vertrag mit Eintracht Frankfurt um ein weiteres Jahr verlängert. Er wird sich auf eine weiter spannende Zukunft in diesem seit der vorigen Saison stetig aufwärts strebenden Klub freuen, wenngleich er für den Rest der Hinrunde ausfallen wird, wie sein Trainer nach der Partie bestätigte.

          Als Asiens Fußballer des Jahres geehrt, in Frankfurt den Vertrag um ein Jahr verlängert: Makoto Hasebe stand vor dem Spiel gleich doppelt im Fokus.

          Nachlässigkeiten gegen diese Eintracht darf sich kein Bundesliga-Rivale leisten – schon gar nicht die Leverkusener, die einen Spitzenplatz beanspruchen, ihm aber weiter hinterherlaufen. Bayer begann die zweite Hälfte am Sonntag zu behäbig und wurde dafür mit dem zweiten Frankfurter Treffer bestraft. Da die Werkself keine Anstalten machte, einen Angriff des Tabellenfünften über die rechte Seite zu unterbinden, konnte Haller unbedrängt auf Kostic flanken und der wieder einmal sehr umtriebige Serbe unbedrängt das 2:0 erzielen.

          Doch die erhoffte frühzeitige Signalwirkung für einen weiteren Frankfurter Heimsieg blieb aus. Wenige Minuten später konterte Bayer, als der eben eingewechselte Bailey den Ball in die Mitte passte und Bellarabi reaktionsschnell und wuchtig seine Chance zum 1:2 mit einem Schuss ins kurze Eck nutzte. Bayer, das seine Offensive durch die Hereinnahme von Alario und Bailey (63.) weiter verstärkt hatte, war wieder im Spiel. Die Eintracht versuchte, sogleich die passende Antwort darauf zu finden, doch Rebic, der schon kurz nach dem 2:0 eine große Gelegenheit vergab (59.), traf auch diesmal den Ball nicht genau (70.). Nach seinem dritten Fehlversuch, als Hradecky Rebics Schuss parierte (80.), wurde der glücklose Kroate gegen den torgefährlicheren Jovic ausgewechselt.

          Ein letzter Knalleffekt aber blieb aus. Volland verpasste in der Nachspielzeit den Ausgleich, Frankfurts Torhüter Trapp reagierte stark. Und so freute sich am Ende die Eintracht am Beginn einer wegweisenden Woche, die sie am Mittwoch zum Mainzer Nachbarn führt und am Samstag mit der großen Bescherung im Duell mit Meister Bayern München weihnachtlich enden soll.

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