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Frankfurt - Hamburg 2:1 : Eintracht „einfach geiler“ auf den Sieg

  • -Aktualisiert am

Torschütze vom Dienst: Alexander Meier Bild: REUTERS

Wieder ein Dreier dank Meier: Die Frankfurter Eintracht findet sich nach dem Sieg gegen den HSV überraschend in der Bayern-Jäger-Rolle wieder. Die Hamburger dagegen wissen noch nicht so recht, wo ihre Reise hingeht. Von Bernhard Böth.

          2 Min.

          Dieser Mann ist für Eintracht Frankfurt derzeit Gold wert: Alexander Meier trifft und trifft. Der offensive Mittelfeldspieler hat mit seinen vier Saisontreffern entscheidend dazu beigetragen, dass der hessische Bundesligaklub mit zehn Punkten aus fünf Spielen richtig gut aus den Startlöchern gekommen ist. Die Folge: Platz drei und damit überraschenderweise zusammen mit Arminia Bielefeld dem Titelaspiranten Bayern München auf den Fersen.

          Beim 2:1 gegen den Hamburger SV, dem dritten Frankfurter Heimerfolg nacheinander und dem 500. Sieg in der Bundesliga, erzielte der 1,96-Meter-Mann seine Saisontore drei und vier. Zu seiner herausragenden Torbilanz kommt zudem der Dreierpack in der ersten Pokalrunde hinzu. „Man denkt da nicht viel nach“, sagte der 24 Jahre alte Meier, angesprochen auf sein spätes Siegtor gegen den HSV. „Ich dachte, ich halte einfach mal drauf.“ Gesagt, getan. Ein Dreier dank Meier.

          Platz acht „zu wenig“ für den HSV

          Die Norddeutschen, am kommenden Dienstag gegen den bulgarischen Klub Litex Lovech international im Einsatz, sind nach der zweiten Saisonniederlage die Bayern-Jäger-Rolle zunächst erstmal los. Die Hamburger wissen noch nicht so recht, wo ihre Reise hingeht. „Wir wollen ins internationale Geschäft“, hatte Sportchef Dietmar Beiersdorfer vor dieser Saison klipp und klar formuliert. Mit der Ausbeute von sieben Punkten kann der Verein nicht vollkommen zufrieden sein.

          Treffer Nummer  zwei: Meiers Drehschuss

          Bevor Spielführer Rafael van der Vaart die Frage beantwortete, ob sein Team denn nur Mittelmaß sei, fragte er zunächst nach der aktuellen Plazierung. „Platz acht? Das ist dann wohl in der Mitte…“ Zumindest hat man mit dieser Position nicht das Recht, direkt im Europapokal antreten zu dürfen. „Das ist zu wenig“, befand van der Vaart.

          „Wenn man nicht zu habgierig ist, gewinnt man“

          Das Team von Frankfurts Fußballlehrer Friedhelm Funkel dagegen steckte nicht nur die Niederlage in Bremen (1:2) gut weg, sondern erholte sich im Match gegen die Hanseaten auch schnell von der diskussionswürdigen Strafstoßentscheidung und dem anschließenden Ausgleich durch van der Vaart zehn Minuten vor Spielende. „Wir sind reifer geworden“, fand Funkel, der an das Spiel gegen Cottbus in der zurückliegenden Spielzeit erinnerte.

          „Da haben wir nach der Führung auch noch den Ausgleich kassiert und wollten dann mit aller Macht den Sieg.“ Das Ergebnis des unkontrollierten Frankfurter Sturmlaufs: Die Cottbuser konterten die Eintracht eiskalt aus und siegten 3:1. „Wenn man nicht zu habgierig ist, gewinnt man“, meinte Funkel, konnte sich ein leichtes Grinsen dabei aber nicht verkneifen.

          Van der Vaart auf sich allein gestellt

          Die Elf von der Elbe war spielerisch überlegen, hatte die Partie zunächst auch im Griff, geriet durch Meiers Rechtsschuss nach acht Minuten jedoch in Rückstand. „Danach konnten wir nicht mehr spielen, was wir wollten“, ärgerte sich HSV-Trainer Huub Stevens.

          Zwar erarbeitete sich sein Team eine Reihe kleinerer Chancen und war in der zweiten Hälfte feldüberlegen, unter dem Strich fehlte den Hamburgern aber der letzte Wille, um bei den leidenschaftlich kämpfenden Hessen wenigstens einen Punkt zu entführen. Für Unruhe im Frankfurter Strafraum sorgten meist nur van der Vaarts Freistöße. „Wir müssen alle besser werden“, stellte der 24 Jahre alte Niederländer durchaus selbstkritisch fest.

          Funkel: „Ein Sieg der Leidenschaft“

          Ein „Knipser“, wie die Frankfurter in Meier in ihren Reihen haben, fehlt den Hanseaten derzeit. Doch nicht nur dies machte an diesem Samstag in der ausverkauften Frankfurter WM-Arena den Unterschied aus. „Erst in der zweiten Halbzeit habe ich eine Mannschaft gesehen, in Halbzeit eins dagegen nicht immer“, bemängelte Stevens.

          Funkel dagegen sprach von einem „Sieg der Leidenschaft“. Nach einem rasanten Spiel, das das Prädikat „Spitzenspiel“ (es spielte der ursprünglich Vierte gegen den Fünften) absolut verdiente, hatte der Frankfurter Mittelfeldmann Albert Streit das wohl treffendste Fazit parat: „Wir waren einfach geiler auf den Sieg.“

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