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Frankfurter Spiel in Freiburg : Die Eintracht auf der Erfolgswelle

  • -Aktualisiert am

Zwei Torjäger in einem Team können nicht schaden: Luka Jovic (rechts) und André Silva (links) im Frankfurter Kollegenkreis Bild: dpa

Seit vier Spielen ungeschlagen und dank Torjäger Luka Jovic bestens besetzt: Frankfurts Trainer Adi Hütter spürt die „Euphorie“ seiner Mannschaft und will sie nicht bremsen. Von der Partie in Freiburg verspricht er sich einen „heißen Tanz“.

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          Vier Siege in Serie, die glorreiche Rückkehr des Torjägers Luka Jovic und die bewegende Verabschiedung des Mannschaftskapitäns David Abraham: Wie anders als prächtig sollte die Stimmung derzeit bei der Frankfurter Eintracht sein? Trainer Adi Hütter sprach am Dienstag auf der virtuellen Pressekonferenz, auf der er das letzte Vorrundenspiel dieser Bundesligasaison beim SC Freiburg (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) für die Öffentlichkeit anmoderierte, sogar von „Euphorie.“

          Bundesliga
          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Mögen Kollegen auf einer Erfolgswelle zur Demut mahnen, der 50 Jahre alte österreichische Fußball-Lehrer scheute sich nicht, die positive Entwicklung seiner Mannschaft herauszustellen. Er bestärkte sein Team, auch die nächsten Aufgaben selbstbewusst anzugehen. „Ich werde die Euphorie nicht bremsen. Das Selbstvertrauen kommt ja nicht von heute auf morgen, wir haben es uns hart erarbeitet und verdient.“

          Wenig Anlass für Kritik

          In der Tat, selbst notorische Meckerer finden nicht viele Krümel, an denen sie etwas aussetzen könnten, höchstens dass gegen Schalke erst mit Jovic die Torchancen effektiv genutzt wurden. Hütters Urteil: „Die Mannschaft kassiert nicht viele Gegentreffer, lässt sich auch durch Rückstände nicht aus dem Konzept bringen und drückt den Spielen ihren Stempel auf. Ich sehe keinen Grund, weshalb wir einen Rückschlag erleiden sollten.“ Bevor sich Hütter dem Vorwurf aussetzte, den Boden unter den Füßen zu verlieren, fügte er an: „Dass wir mal verlieren werden, ist normal. Aber ich sehe eine stabile Mannschaft. Ich werde jedoch beobachten, wie sich jeder verhält. Konzentration und Professionalität müssen zu 100 Prozent top bleiben. Wenn einer glaubt, es geht von alleine, ist er bei mir genau an den Richtigen geraten.“

          Ein paar Laxheiten und schon droht an diesem Mittwoch die Erfolgsserie zu reißen. Der SC Freiburg befindet sich ebenfalls in einer Hochphase, und das Stadion an der Dreisam war noch nie ein gutes Terrain für die Hessen. Hütter erwartet im Breisgau „einen heißen Tanz, ein interessantes, läuferisch intensives Spiel, in dem sich beide nichts schenken werden“. Den guten Lauf der Freiburger kann der Vorarlberger auswendig aufsagen: „Freiburg hat aus acht Ligaspielen fünf in Folge gewonnen, zweimal Unentschieden gespielt und trotz der Niederlage in München ein gutes, mutiges Spiel abgeliefert. Sie sind mit uns und Union Berlin die Mannschaft der Stunde.“

          Sebastian Rode wird nicht zum Personal gehören, das Freiburg bezwingen soll. Seine Kniebeschwerden sind so weit abgeklungen, dass er wieder individuell trainiert. Aber den Belastungen eines Bundesligaspiels will ihn Hütter noch nicht aussetzen. In zwei Fällen weiß der Eintracht-Trainer selbst nicht, ob er den Spieler in die Startelf beruft. Innenverteidiger Martin Hinteregger erhielt gegen Schalke einen Schlag auf den Oberschenkel, was ihn zur Auswechslung zwang. Der Bluterguss hat sich Richtung Knie bewegt und ist noch nicht verlaufen. „Es wird ein Wettlauf mit der Zeit. Martin hat gestern schon zwei Therapien erhalten und wird weitere erhalten. Wir werden sehen.“

          „Er ist ein absoluter Weltklassestürmer“

          Das sagte Hütter auch auf die Frage, ob Luka Jovic schon fit genug sei, um 90 Minuten durchzustehen. „Auf jeden Fall hat er in kurzer Zeit gezeigt, welch hohes Format er hat. Er ist ein absoluter Weltklassestürmer.“ Eine halbe Stunde benötigte der 23 Jahre alte Serbe für seine ersten beiden Eintracht-Treffer nach der Rückkehr. Wodurch das zwölfte Saisontor von André Silva etwas aus dem Blick geriet, dem zweitbesten Schützen und Scorer der Bundesliga. Ob der Portugiese darunter leiden könnte, dass Jovic die Aufmerksamkeit bündelt?

          Hütter glaubt das nicht: „Silva spielte schon für den AC Mailand und für den FC Sevilla, ich bin sicher, dass er mit Konkurrenz umgehen kann.“ Zudem habe Jovic nach dem Spiel seinen Respekt vor dem Kollegen bewiesen: „Lukas Aussagen, dass es ihm eine Ehre ist, mit einem so guten Spieler wie Silva zusammen zu spielen, zeigen seinen Charakter und seine Größe. Sicher sind Stürmer ein bisschen egoistisch, aber wenn es um Eintracht Frankfurt geht, stellt man sich hinten an.“

          Silva und Jovic könnten durchaus auch voneinander profitieren. Hütter kündigte an: „Die beiden können sicher auch zusammen spielen, wie sie schon beim Tor zum 2:1 gezeigt haben.“ Festlegen mag sich der Eintracht-Trainer noch nicht, ob die beiden Torjäger meistens im Duo oder eher zeitlich versetzt auftreten werden. „Wir haben drei starke Zehner, von denen könnte nur einer spielen, wenn ich beide Stürmer bringe. Aber wenn sie zusammen spielen, sind sie sicher ein Top-Duo der Bundesliga.“

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