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Frankfurt gegen Gladbach 1:0 : Genieblitz trifft dilettantische Fohlen

  • -Aktualisiert am

Vorlagengeber und Torschütze: Streit (li.) und Takahara Bild: AP

In der ersten Halbzeit boten Frankfurt und Gladbach Fußball zum Abgewöhnen. Nach der Pause brachte immerhin der Schiedsrichter Farbe ins Spiel. Und am Ende reichte eine Aktion, um Trainer Funkel „total glücklich“ zu machen.

          Gäbe es Punktabzug für schlechten Fußball, Eintracht Frankfurt und Borussia Mönchengladbach wären zumindest nach der ersten Halbzeit heiße Anwärter für diese Art der Bestrafung gewesen. Abenteuerliche Fehlpässe, haarsträubende Mißverständnisse und kaum ein durchdachter Angriff veranlaßten die Fans zu einem lauten Pfeifkonzert. Daß die Hausherren am Ende doch drei Punkte behielten, hatte vier Gründe: ein Gegner ohne Mut, eine Gelb-Rote Karte, eine Fahne und ein „Genieblitz“, wie es Christoph Spycher ausdrückte.

          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Aber der Reihe nach: Die Gäste vom Niederrhein, mit der beachtlichen Empfehlung von bislang null Auswärtszählern angereist, zeigten von Beginn an, was sie wollten: ein torloses Unentschieden. Zwar betonte Trainer Jupp Heynckes nachher seine neue taktische Variante mit drei Angreifern, zu sehen war davon allerdings nichts. Tatsächlich baute die Borussia in der eigenen Hälfte ein Bollwerk auf, das sie in der 56. Minute dummerweise selber lockerten. Der Däne Thomas Helveg mußte nach seiner zweiten Gelben Karte den Platz verlassen.

          Ein Tor mit Ansage beschert den Arbeitssieg

          So hatte Frankfurt zwar etwas mehr Platz, doch zwingende Torchancen, geschweige denn Treffer, konnte die Eintracht nicht verbuchen. Statt dessen zappelte der Ball plötzlich im Netz von Oka Nikolov. Die Gladbacher hatten sich doch einmal in den Gästestrafraum getraut und Marvin Compper hatte das Spielgerät listig am Eintracht-Schlußmann vorbeigeschoben (69.). Doch dabei hab der Schiedsrichter-Assistent seine Fahne. Warum er das tat, weiß wohl nur er selber. Der vermeintliche Torschütze jedenfalls stand deutlich nicht im Abseits.

          Drunter und drüber gings in Frankfurt

          Eine Fehlentscheidung bewahrte Frankfurt also vor dem Rückstand. Ein schnell ausgeführter Freistoß von Albert Streit auf den eingewechselten Naohiro Takahara ebnete den Weg zum „verdienten Arbeitssieg“ (Streit). Ein Tor mit Ansage. Trainer Friedhelm Funkel habe in der Pause gefordert, ruhende Bälle zügig wieder ins Spiel zu bringen. Nachdem Streit Referee Wack dezent zur Seite geräumt hatte, mußte der völlig freie Takahara nur noch vollstrecken. Heynches kannte für das Abwehrverhalten der Seinen nur einen Ausdruck: „Dilettantisch.“

          Bruchhagen zeigt Verständnis für Pfiffe der Fans

          Während sich der Übungsleiter der Fohlen noch ärgerte, war sein Gegenüber „total glücklich“. Doch auch Funkel hatte freilich gesehen, daß das Spiel keineswegs Eingang in die ewige Bestenliste der Eintracht-Heimspiele finden wird. Trotzdem freue er sich total für die Jungs, „daß wir dieses Spiel gewonnen haben“. Kein Wunder, wenn man auf die Tabelle blickt. Ohne den dreifachen Punktgewinn wären die Abstiegsränge bedrohlich nahe gewesen, nun liegt man fünf Zähler vor Rang 16. Sein Team sei damit „voll im Soll“, so Funkel.

          Punktemäßig liegt die Eintracht also auf Kurs, doch erstmal in der Amtszeit Funkels gab es deutliche Pfiffe. Der Trainer konnte damit ob des Sieges aber „sehr gut“ leben. Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen, der das „Filigrane“ im Spiel der Eintracht vermißte, zeigte Verständnis, denn „das Publikum wußte um die Wichtigkeit des Spiels und hat entsprechend viel erwartet“. Bereits am Mittwoch warten nun die starken Cottbusser auf die Eintracht, bei der Markus Weissenberger mit einer Adduktorenzerrung erstmal ausfällt.

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