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Foul von Lasogga an Dante : „Wir spielen ja kein Schach“

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„Ein bisschen Körperkontakt gehört dazu, auch mal ein bisschen mehr“: Pierre-Michel Lasogga. Bild: AFP

Trotz einer Schulterverletzung spielt Pierre-Michel Lasogga und hilft, dass Hamburg in Wolfsburg ein 1:1 holt. Danach wird aber vor allem über den üblen Tritt des HSV-Torjägers debattiert.

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          Pierre-Michel Lasogga hatte nicht das entscheidende Tor geschossen. Trotzdem war der Angreifer des Hamburger SV nach dem 1:1 (1:0) beim VfL Wolfsburg ein gefragter Mann. Und der Kämpfer hatte einiges zu erzählen. Dass Lasogga am Samstag trotz seiner Schulterverletzung spielte und später viel reden musste, spricht für das große Kämpferherz des Hamburger Fußballprofis.

          Dass er nach der 16. Minute noch weiter mitspielen durfte, spricht für die Großzügigkeit von Schiedsrichter Wolfgang Stark. Denn Lassogas übler Tritt gegen den Wolfsburger Dante hatte nur eine Gelbe Karte zur Folge. Und wenige Minuten später bereitete der bullige Stürmer die HSV-Führung durch Nicolai Müller (21.) – ausgerechnet nach einem Zweikampf gegen den schläfrigen Dante.

          Niemand muss ein ehemaliger Weltklasse-Referee wie Markus Merk sein, um zu urteilen: „In dieser Situation sind alle Kriterien für Rot erfüllt.“ Am Sky-Mikrofon sagte Merk: „Das war ganz klar übertriebene Härte von Lasogga.“

          Dante am Boden, Müller jubelt – und Lasogga freut sich mit. Bilderstrecke
          Dante am Boden, Müller jubelt – und Lasogga freut sich mit. :

          Der Hamburger Stürmer sah dies anders und sagte nach der Partie: „Man muss jetzt nicht gleich wieder übertreiben, wir spielen ja kein Schach.“ Ob er in seiner Freizeit Schach spielt, hat Lasogga nicht gesagt. „Ein bisschen Körperkontakt gehört dazu, auch mal ein bisschen mehr“, sagte der kräftige Angreifer, der auch selber hart im Nehmen ist. Der Hamburger spielte, obwohl er sich vor zwei Wochen die Schulter ausgekugelt hatte. „Die ist jetzt ein bisschen gepolstert“, meinte Lasogga lapidar.

          Lob erhielt der 23-Jährige, der in der Jugend des VfL gespielt hatte, nur von der Hamburger Seite. Vor allem Trainer Bruno Labbadia schwärmte von seinem dynamischen Sturmtank. Gegen die Wolfsburger Innenverteidiger Naldo und Dante „die Bären, da hat er sich gerade in ersten Halbzeit stark durchgesetzt“. „Der haut sich immer rein“, lobte auch Mitspieler Lewis Holtby.

          Das galt allerdings nicht nur für Lasogga, sondern auch für Holtby selber und die anderen HSV-Profis. Die Hamburger verdienten sich den Punkt in Wolfsburg mit viel Leidenschaft und Laufarbeit. „Man hat gespürt, jeder war da“, sagte Holtby. Vor allem in der Anfangsphase ging das Konzept des Trainers auf. „Wir wollten Wolfsburg permanent stören. Das ist uns in der ersten Halbzeit perfekt gelungen, wir haben eine bärenstarke Halbzeit gemacht“, lobte Labbadia.

          Nach dem Wechsel benötigte der HSV etwas Glück und einen sehr starken René Adler im Tor, dass nicht mehr als der Wolfsburger Ausgleich durch Maximilian Arnold (78.) passierte. „Die kannst du nicht komplett vom Tor weg halten“, sagte der HSV-Coach über die VfL-Offensive.

          Lob gab es sogar vom Gegner. „Der HSV hat das gut gemacht“, kommentierte VfL-Manager Klaus Allofs die engagierte Vorstellung in Wolfsburg. „Das ist eine andere Mannschaft als noch letzte Saison, das sieht man.“ Von Übermut ist trotzdem nichts zu spüren. Als ein Reporter von Holtby Auskunft über die internationalen Ambitionen haben wollte, dreht dieser ab und sagte nur noch: „Mit dieser Frage höre ich auf.“

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