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Aufstieg für Düsseldorf : „Und alles nur, weil ich Dich liebe“

  • Aktualisiert am

Aufstiegstrainer Friedhelm Funkel genießt das Bad in der Fan-Menge. Bild: dpa

Zwei Spieltage vor Saisonende macht die Fortuna den Aufstieg in die Bundesliga klar. Ein spätes Tor sorgt für großen Jubel bei Düsseldorf. Dramatisch geht es in der zweiten Liga im Abstiegskampf zu.

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          Fortuna Düsseldorf ist wieder da und feierte auf dem Rasen in Dresden die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga. „Das sind einfach großartige Emotionen. Wie die Mannschaft diese Saison durchgezogen hat, ist Wahnsinn“, sagte Fortuna-Coach Friedhelm Funkel. Mit dem 2:1 (1:0)-Erfolg gegen Dynamo Dresden machte der Traditionsclub am Samstag den Aufstieg perfekt. Bereits zwei Spieltage vor Saisonende der zweiten Liga kann der Klub nicht mehr von einem der beiden vorderen Tabellenplätze verdrängt werden. Bei ihrem nach 1966, 1971, 1989, 1995 und 2012 insgesamt sechsten Aufstieg machte es die Fortuna wieder einmal spannend. In dem von beiden Seiten über weite Strecken offensiv geführten Match gelang Rouwen Hennings erst in der 90. Minute der Siegtreffer. „Ein Tor ist immer geil, aber so ein entscheidendes Tor mit solchen Auswirkungen toppt noch mal alles“, erklärte Hennings.

          2. Bundesliga

          Zu diesem Zeitpunkt weinte Fortunas Vorstandsvorsitzender Robert Schäfer ungehemmt. „Ich bin wahnsinnig stolz auf die Mannschaft, die das ganze Jahr als Team aufgetreten ist. Das haben wir uns als Team verdient“, sagte Schäfer mit Freudentränen in den Augen. Aus Respekt vor den weiterhin im Abstiegskampf befindlichen Dresdnern vermieden es die Fortuna-Profis zunächst, ausgiebig auf dem Rasen zu feiern. Rund eine Viertelstunde nach dem Abpfiff kehrten die Spieler allerdings aus der Kabine in den Innenraum zurück, die mitgereisten Fans ließen die Profis hochleben. Die T-Shirts mit der Aufschrift „Und alles nur, weil ich Dich liebe“ waren schnell übergestreift.

          Funkel, den die Fortuna im März 2016 als Chefcoach verpflichtete, ist nunmehr mit fünf verschiedenen Klubs insgesamt sechsmal aufgestiegen. Der 64-Jährige hatte bereits zweimal Bayer Uerdingen sowie den MSV Duisburg, den 1. FC Köln und Eintracht Frankfurt in die Bundesliga geführt. Den Erfolg mit Düsseldorf genoss er besonders ausgiebig und jubelte in der Fankurve. „Das habe ich zuvor noch nie gemacht. Aber es sind 3000 Menschen aus Düsseldorf mit nach Dresden gekommen, und die haben es einfach verdient, dass ich zu ihnen komme und mit ihnen singe“, sagte der Coach. Fünf Jahre nach dem letzten Abstieg aus der Bundesliga wurde die Rückkehr in Düsseldorf am Nachmittag mit Hupkonzerten auf den Straßen und Partys in der Altstadt gefeiert. „Heute geht es ganz, ganz spät ins Bett, wenn überhaupt“, meinte Hennings. Für die Mannschaft hatte der Klub bereits im Vorfeld einen Charterflug organisiert. „Nächsten Sonntag werden wir beim Heimspiel gegen Kiel ein Riesenfest feiern“, versprach Funkel.

          Der Erfolg in Dresden war der 18. Sieg in einer Saison, in der die Düsseldorfer einige Durststrecken verarbeiten mussten. Im vergangenen Herbst blieb die Mannschaft sechs Ligaspielen in Serie ohne Sieg. In diesen April startete sie mit drei Niederlagen. „Der Zusammenhalt in der Mannschaft ist großartig. Das Team hat Rückschläge weggesteckt und den Aufstieg einfach verdient“, meinte Funkel. Mit dem 3:0 vor einer Woche gegen Ingolstadt und dem Triumph in Dresden wurden alle Zweifel an der Rückkehr in die Bundesliga beseitigt. Florian Neuhaus brachte die Rheinländer früh in Führung (9. Minute), den zwischenzeitlichen Ausgleich durch Moussa Koné (64.) beantworte Hennings mit dem Siegtreffer. „Über die gesamte Saison hat sich die Fortuna diese Rückkehr in die Bundesliga nach fünf Jahren absolut verdient“, hieß es in der offiziellen Gratulation von Reinhard Rauball, dem Präsidenten der Deutschen Fußball Liga (DFL).

          Hunderte Fans bereiteten dem Team am Samstagabend einen großen Empfang am Düsseldorfer Flughafen. Anschließend startete der Party-Marathon. Um 19.23 Uhr landete der Charterjet mit der Flugnummer VO 7001 unter dem Jubel der Fans. Die Maschine wurde von Wasserfontänen empfangen und aus dem Cockpit ragte eine Fortuna-Fahne heraus. „Wir haben schon in der Kabine und im Flieger gefeiert. Das ist ein totaler geiler Empfang“, sagte Matchwinner Hennings, der immer wieder mit lauten Sprechchören gefeiert wurde. „Jetzt geht's weiter bis wir die Stadt auseinandernehmen“, sagte der Torschütze.

          Im Abstiegskampf rückten die gefährdeten Teams immer enger zusammen. Der FC St. Pauli im Kellerduell gegen Spielvereinigung Greuther Fürth einen enorm wichtigen Sieg. Durch den 3:0 (2:0)-Erfolg schoben sich die Hamburger mit dem ersten Dreier nach sieben sieglosen Partien mit 40 Punkten auf den zwölften Platz vor. Der Abstand auf die Abstiegszone beträgt aber nur zwei Zähler. Fürth rutschte mit 38 Punkten auf den Relegationsrang 16 ab. Dimitrios Diamantakos und Johannes Flum (39.) sorgten für die verdiente Pausenführung der Hanseaten, die bis dahin mit nur 16 Treffern die schlechteste Heim-Offensive gebildet hatten. Auch ohne Stürmer Allagui und Flügelflitzer Cenk Sahin (beide Rote Karte) war St. Pauli das klar bestimmende Team. Die Fürther präsentierten sich erschreckend schwach. Nach einem Konter sorgte Richard Neudecker (61.) mit dem 3:0 für die Entscheidung.

          Neue Hoffnung schöpft auch der SV Darmstadt 98. Die Hessen gewannen mit 3:1 (3:0) gegen den 1. FC Union Berlin. Mit nun 37 Punkten liegen die Lilien nur noch einen Punkt hinter dem rettenden 15. Platz. Die Gastgeber nutzten ihre Chancen effektiv durch Fabian Holland (12.) und den Doppelpack von Felix Platte (22./35.). Die Berliner, die als schlechtestes Rückrundenteam angereist waren, zeigten sich in der Defensive nicht auf der Höhe. Der 1:3-Anschlusstreffer durch Michael Parensen (87.) kam zu spät.

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