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Fortuna Düsseldorf : Nur noch sieben Punkte bis Europa

  • -Aktualisiert am

Auf Erfolgskurs mit der Fortuna: Trainer Friedhelm Funkel. Bild: dpa

Nach 14 Spieltagen stand der Aufsteiger am Tabellenende. Danach aber gab es vier Siege für Fortuna Düsseldorf. Wie geht das? Am Rhein wird schon geflachst ob der Entwicklung.

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          Am Dienstag dieser Woche wurde es festlich im Düsseldorfer Capitol-Theater. 500 geladene Gäste waren gekommen, um Düsseldorfs Sportler des Jahres zu ehren. Der Star des Abends war mal wieder Timo Boll, Tischtennis ist in Düsseldorf ja eine große Sache, und Boll war 2018 deutscher und Europameister sowie Weltranglistenerster. Zudem gewann er mit Borussia Düsseldorf das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League. Für den Titel „Mannschaft des Jahres“ reichte das dennoch nicht. Der ging an die Fortuna, weil in Düsseldorf auch Fußball eine große Sache ist. Auch wenn die Fortuna von Meisterschaft, Pokal und Champions-League-Sieg noch ein gutes Stück entfernt ist. Wobei am Rhein jüngst schon die ersten Scherze herumgingen, es seien ja nur noch sieben Punkte bis Europa.

          Bundesliga

          Das meinte niemand ernst, aber dennoch ist die Entwicklung bemerkenswert: Nach 14 Spieltagen stand der Aufsteiger mit nur neun Punkten am Tabellenende, zwischendurch hatte er sechs Niederlagen in Folge hinnehmen müssen. Nicht wenige sprachen den Düsseldorfern die Bundesligatauglichkeit ab. Nun errangen sie jüngst in Augsburg den vierten Sieg in Serie und haben zehn Punkte zwischen sich und einen direkten Abstiegsplatz gebracht. In der Formtabelle der vergangenen fünf Spiele ist die Fortuna sogar Zweite, hinter den Bayern und punktgleich mit Borussia Dortmund. Folglich gehen die Rheinländer auch in ihr nächstes Heimspiel am Sonntag (18.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) gegen RB Leipzig nicht chancenlos.

          Wie geht das? Wie wurde aus dem Team, das 0:3 in Nürnberg und 1:7 in Frankfurt verlor, eins, das die meisten Punkte gegen Bayern und den BVB holte? Wie wurde aus dem Abstiegskandidaten Nummer eins die Mannschaft der Stunde? Wer die Spieler fragt, hört viel vom „besonderen Teamgeist“, von der intensiven Verbindung zwischen Mannschaft und Trainer. Sichtbarstes Zeichen war das Theater um dessen Vertragsverlängerung in der Winterpause. Als die Nachricht durchsickerte, dass der Vorstand Friedhelm Funkel keine vorzeitige Zusage über das Saisonende hinaus geben wollte, sollen die Spieler im Rahmen ihrer Möglichkeit interveniert haben.

          Sie würden für Funkel „durchs Feuer gehen“, sagte Torhüter Michael Rensing später. Daran allein kann es aber nicht liegen. So ganz wissen sie in Düsseldorf selbst nicht, wie sie vier Siege in Folge holen konnten. Die Fortuna spielt ja nicht plötzlich berauschenden Fußball, es brauchte auch etwas Glück. Späte Siegtreffer wie gegen Hannover und Augsburg. Gegner, die die reduzierten, aber immer noch vorhandenen Düsseldorfer Fehler nicht nutzten. Und einen BVB, der Teile seines Toppersonals für das anschließende Spiel gegen Mönchengladbach schonte.

          Dennoch: Unverdient war keiner der vier Erfolge. Die Fortuna tat das, was sie kann. Hinten sicher stehen und schnell umschalten. Und sie tat es variabel. Nicht einmal trat Funkel in aufeinander folgenden Spielen mit derselben Startelf an. Auch einzelne Spieler bekamen verschiedene Rollen. Mal spielte Torjäger Dodi Lukebakio als alleinige Spitze wie gegen den BVB, mal kam er über die Außen wie nun in Augsburg. Folglich gab es sieben Tore von sechs Spielern. Und es gab nur noch zwei Gegentreffer, weil der zuvor kriselnde Kaan Ayhan die Abwehr wieder umsichtig organisiert und zahlreiche Bälle abfängt; auch Torhüter Rensing hat sich gesteigert.

          Funkel mahnt dennoch, dass in den jüngsten vier Spielen „nicht alles gut gelaufen“ sei. Gegen Freiburg (2:0) und Dortmund (2:1) habe es seine Mannschaft „richtig gut gemacht, aber gegen Hannover war die erste Hälfte durchwachsen, gegen Augsburg sind wir schwer ins Spiel gekommen“, sagt der 65-Jährige, der zwar ebenfalls nicht den einen Grund für die Erfolgsserie kennt, aber eine grundsätzliche Entwicklung erkennt: Das gestiegene Selbstvertrauen zeige sich „im Abschluss, der Passgenauigkeit, auch in den Zweikämpfen und in unserer Laufbereitschaft“.

          Geht es nach Funkel, knüpft seine Mannschaft gegen Leipzig genau da an. Zwar sei die RB-Offensive „allererste Sahne“, aber seine Mannschaft habe schon „häufiger schwere Aufgaben gemeistert“. Auch im Hinspiel in Leipzig holten die Düsseldorfer einen Punkt. Machen sie es nun noch besser und gewinnen, hätten sie ihren Bundesliga-Rekord von fünf Siegen am Stück eingestellt. Der stammt aus der Saison 1973/74. Am Ende war die Fortuna Dritte. Das ist dieses Jahr nicht zu erwarten, die Beteiligten wären schon mit dem Klassenverbleib zufrieden. Es wäre der erste in der Bundesliga seit 1996. Die Auszeichnung zur Mannschaft des Jahres wäre der Fortuna gewiss.

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