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Corona-Krise : VfB Stuttgart beantragt Staatshilfe

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Es gab auch bessere Zeiten: Der VfB Stuttgart musste nun staatliche Unterstützung beantragen. Bild: dpa

Der VfB Stuttgart möchte staatliche Unterstützung. Der Bundesliga-Aufsteiger steht mit dieser Maßnahme aber nicht alleine da. BVB-Geschäftsführer Watzke zeigt Verständnis für die finanzielle Nothilfe.

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          Die Wiederaufnahme der gerade abgelaufenen Geistersaison war für viele Profiklubs in Deutschland überlebenswichtig. Ohne die üppigen TV-Gelder wäre es in den vergangenen Wochen wohl zur ein oder anderen Insolvenz gekommen. Doch die von Corona verursachten finanziellen Probleme sind immer noch allgegenwärtig, viele Klubs stehen wirtschaftlich angesichts ausbleibender Einnahmen mit dem Rücken zur Wand: Nun hat Bundesliga-Rückkehrer VfB Stuttgart zur Überbrückung von Einnahmeverlusten einen millionenschweren staatlichen Hilfskredit beantragt.

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          Doch die Schwaben sind mit dieser viel diskutierten Maßnahme in der aktuellen Krise nicht alleine. Der stark angeschlagene Traditionsklub Schalke 04 hatte kürzlich beim Land Nordrhein-Westfalen um eine Bürgschaft gebeten. Auch Werder Bremen bestätigte, Kredite bei der staatlichen KfW-Bank beantragen zu wollen. Und selbst bei der börsennotierten Borussia aus Dortmund soll es ähnliche Pläne gegeben haben, berichtete der Spiegel unlängst. Auf Nachfrage hieß es, ein vorausschauendes Krisenmanagement beinhalte, sich mit allen Szenarien zu beschäftigen.

          Der VfB wurde da deutlicher. „Wir haben in der Phase des Lockdowns alle Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Stabilisierung geprüft und unter anderem über unsere Hausbank einen Antrag auf KfW-Förderung gestellt, um unsere Liquidität zu sichern“, bestätigte Stuttgarts Finanzvorstand Stefan Heim den Stuttgarter Nachrichten und der Stuttgarter Zeitung: „Das war eine unserer getroffenen Maßnahmen zur Wahrung des wirtschaftlichen Fortbestands des VfB in einer Zeit, in der niemand vorhersagen konnte, wann und wie es im Fußball weitergehen würde.“ Beim Stuttgarter Antrag bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) geht es angeblich um einen Kredit in Höhe von zehn bis 15 Millionen Euro. Bei Schalke, das 2019 Verbindlichkeiten in Höhe von 198 Millionen Euro auswies, sind sogar 40 Millionen im Gespräch.

          Watzke verteidigt die Maßnahmen

          Verständnis für eine derartige Nothilfe kam sogar vom Erzrivalen aus Dortmund. „Ich finde, das ist nicht ehrenrührig“, sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Von der Bundesliga werde zurecht erwartet, dass sie pünktlich ihre Steuern bezahlt, „aber wenn der Bund oder das Land oder wer auch immer beschließt, coronageschädigten Unternehmen beizustehen, dann gelten die gleichen Rechte für uns offensichtlich nicht“. Fußballklubs davon grundsätzlich auszuschließen „entspricht nicht meinem Gleichbehandlungsgrundsatz“.

          Werders Geschäftsführer Klaus Filbry hatte bereits im April betont: „Der Staat hat das Instrument KfW zur Verfügung gestellt. Und es ist sinnvoll, um diese Phase zu überbrücken und sinnvoll da rauszukommen.“ Er sehe sich in der „Pflicht, den wirtschaftlichen Fortbestand von Werder zu sichern“. Zumal ja niemand Geld geschenkt bekomme und es sich vielmehr um Kredite handle, wie Watzke hervorhob. „Der Staat bietet hier etwas an, um Firmen nicht die Liquidität abzuwürgen. Wo da das große Problem ist, verstehe ich nicht“, sagte er und ergänzte mit Blick auf Schalke: „Ich verstehe nicht, dass die Landesregierung deshalb angegriffen wird.“

          Allerdings sei ein genauer Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung der Betroffenen nötig. „Das Land muss natürlich prüfen, ob das unverschuldet ist oder nicht, ob das wirkliche Corona-Effekte sind oder nicht“, forderte Watzke. S04 etwa sei „nicht erst durch die Corona-Pandemie in die Krise geraten“, betonte Jens Ammann vom Bund der Steuerzahler im Business Insider: „Das wahre Problem des Vereins ist, dass er seit Jahren schlecht gewirtschaftet hat.“ Es dürfe nicht passieren, dass „gescheiterte Geschäftsmodelle im Fußball durch Steuergelder künstlich erhalten werden. Es kann nicht sein, dass Profigehälter in Millionenhöhe am Ende womöglich mit Steuergeldern bezahlt werden.“ Und weil diese Gefahr durchaus besteht, wird eben heiß diskutiert.

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