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Eintracht Frankfurt : Eine Lösung für Kostic

  • -Aktualisiert am

Filip Kostic (rechts) hat es derzeit nicht leicht. Bild: dpa

Der in den vergangenen beiden Jahren überragende Filip Kostic befindet sich seit Monaten in einem Leistungsknick. Es scheint nötig, seine Rolle zu überdenken oder ihm einen festen Partner an die Seite zu stellen.

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          Am Ende hätte es schlimmer kommen können. Eintracht-Trainer Hütter sah es wie sein Bielefelder Kollege Neuhaus, nur meinte er es nicht als Kritik: „Zu unserem Glück trafen die Bielefelder beim Kontern viele falsche Entscheidungen.“ Das 1:1 war nicht der Saisonstart, den sich die Frankfurter vorgestellt hatten, aber auch keine Katastrophe.

          Bundesliga

          Die Leistung bewegte sich im Rahmen des von der Eintracht zu erwartenden Potentials – aber am unteren Ende. Kein Neuzugang in der Startelf, keine neuen Erkenntnisse. Wenn Kostic und Kamada schlechte Tage haben, dann bleibt das Sturmspiel der Frankfurter einfallslos. Und wenn die Mannschaft noch dazu in Rückstand gerät, dann vergisst sie in der aufkommenden Hektik, die Balance zu bewahren, und entblößt das Mittelfeld.

          Dennoch brachte die Eintracht deutlich mehr Substanz aufs Spielfeld als der Gegner. Es ist alles andere als eine wilde Spekulation, dass die Frankfurter die Begegnung deutlich für sich entschieden hätten, wenn sie in Führung gegangen wären. Dazu hatten sie drei große Möglichkeiten. Deshalb ist es unsinnig, die Saisonziele nach unten zu korrigieren, nur weil Hütters Team nicht in der Lage war, gegen den Aufsteiger zu gewinnen.

          Die Eintracht-Perspektive bleibt nach den ersten 90 Bundesliga-Minuten unverändert: Halten sich Verletzungs- und Spielpech im Rahmen, dann wird sie sich ein Fernglas von Uli Hoeneß ausleihen müssen, um die Abstiegszone zu sehen. Sollten sich Kamada und Kostic steigern, eine gute Saison abliefern und die Schlüsselspieler Trapp, Hinteregger, Abraham, Rode, die Stürmer Dost sowie Silva ihre Form wahren, dann könnte die Eintracht von ihrem Vorjahresplatz neun aus sogar auf höhere Ränge schielen.

          Bei der Entwicklung Kamadas darf man optimistischer sein als bei der Kostics. Der in den vergangenen beiden Jahren überragende Serbe befindet sich seit Monaten in einem Leistungsknick. Seine Qualität ist so groß, dass er nach wie vor der wichtigste Vorlagengeber dieser Mittelklassemannschaft ist.

          Aber der selbstkritische Kostic hat das Gefühl, nicht mehr der Alte zu sein. Immer häufiger zeigt er seinen Frust nach misslungenen Aktionen, wie gegen Bielefeld, als er einen Ball gegen die Seitenbande donnerte. Manche mögen das als Lustlosigkeit oder eine beginnende Distanz zur Eintracht interpretieren. Aber dafür gibt es keine Anhaltspunkte. Dafür ist gewiss, dass Kostic als erster Frankfurter Name fällt, wenn der gegnerische Trainer seinen Matchplan erstellt.

          Ihm wird es immer schwer(er) gemacht, seine Stärken zu entwickeln, weil Gegner ihn doppeln und ihm damit Zeit und Raum nehmen. Es scheint nötig, Kostics Rolle zu überdenken oder ihm einen festen Partner an die Seite zu stellen, der gut zu ihm passt und mehr Spielmöglichkeiten bietet. Vielleicht wäre es auch mal einen Versuch wert, ihn von links ins Zentrum zu ziehen. Ein Versuch, der bei Bastian Schweinsteiger gelang und bei Franck Ribéry scheiterte.

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