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Felix Magath im Gespräch : „Meine Arbeit wird manchmal diskreditiert“

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„Ich habe weder eine Masche noch eine vorgefasste Meinung”: Felix Magath Bild: AP

Felix Magath hat in Wolfsburg als Trainer, Manager und Sportchef alle Zügel in der Hand. Doch der Auftakt gegen Bielefeld misslang gründlich. Im Interview mit der Sonntagszeitung spricht Magath über Kritiker, Rausschmisse und Komplexe.

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          Felix Magath hat in Wolfsburg als Trainer, Manager und Sportchef fast alle Zügel in der eigenen Hand. Nachdem der VfL die sportlichen Erwartungen in der Fußball-Bundesliga zuletzt bei weitem nicht erfüllen konnte, soll nun der „Alleinherrscher“ für den Aufschwung sorgen. Im ersten Spiel unter dem früheren Bayern-Coach gelang dies allerdings noch nicht. Arminia Bielefeld siegte in Wolfsburg mit 3:1 (Siehe auch: Wolfsburg - Bielefeld 1:3 - Ernüchterung beim VfL und Felix Magath). Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung spricht Magath über Kritiker, Rausschmisse und die Komplexe beim VfL.

          Wir brachten Sie mit Real Madrid in Verbindung, Sie landeten in Wolfsburg. Warum Wolfsburg?

          Weil zwischen März und Juni keiner von Real Madrid angerufen hat. Es ist doch wie bei den Torhütern: Wenn irgendwo eine Position verändert wird, dann dreht sich das Karussell. Wenn man einen Trainer wie Rafael Benítez von Liverpool nach Madrid geholt hätte, als es dort Probleme gab im Januar – dann wäre vielleicht Bewegung reingekommen. Aber es kam keine Bewegung rein. Es blieb alles, wie es war. Ich bin nach der Falschmeldung, ich würde Berlin trainieren, bewusst an die Öffentlichkeit gegangen und habe gesagt: Ich tendiere ins Ausland. Ich habe nicht gesagt: ich gehe ins Ausland. Dem HSV hatte ich abgesagt, Dortmund hatte ich abgesagt. Danach habe ich mir überlegt, ob ich noch weiter Pause vom Fußballgeschäft machen oder etwas Neues, Spannendes beginnen soll. Wolfsburg war für mich da eine interessante Möglichkeit unter der Voraussetzung, dass Volkswagen sagt, wir wollen den Klub weiter stützen.

          „Lichtgestalt” Magath

          Hätten Sie sich Real zugetraut?

          Ich habe nie auf diese Karte gesetzt. Vielleicht bestand irgendwann mal die Möglichkeit. Ob Real Madrid einen Trainer verpflichtet, der nicht Spanisch spricht und bei Bayern München vor die Tür gesetzt wurde, halte ich für unwahrscheinlich. Das habe ich korrekt eingeschätzt, wobei es so ist – das spüre ich, wenn ich im Ausland bin –, dass ich einen sehr guten Ruf habe, vielleicht sogar einen noch besseren als in Deutschland. Konkret war ein Angebot von Manchester City.

          Sie sind inmitten der Umräumarbeiten in Wolfsburg, tauschen Personen aus, verändern interne Abläufe. War es Ihnen zu gemütlich?

          Als ich herkam, habe ich mit einigen im Klub gesprochen. Ich habe dann zu meiner Frau gesagt: ,Der VfL ist jetzt gerade zweimal knapp dem Abstieg entronnen, und wenn man die Leute fragt, sind alle zufrieden.‘ Aus meiner Sicht hat sie die schlechte sportliche Situation nicht so gestört. Es wurde mit Augenthaler ein Schuldiger gefunden – er hatte zu wenig Konkurrenz in die Mannschaft gebracht. Darauf hatte man sich quasi intern geeinigt. Sonst wäre alles besser gewesen. So einfach ist das aber aus meiner Sicht nicht. Denn es sind immer viele verschiedene Faktoren, die einen Klub in so eine Lage bringen. Meine Aufgabe sehe ich nun darin, den Verein vorwärts zu bringen. Ich habe weder eine Masche noch eine vorgefasste Meinung – ich schaue mich zuerst einmal um und mache mir ein genaues Bild. Hängen blieb bei mir, dass eine Zufriedenheit im Klub ist, die mit Höchstleistungen im Sport nur schwer vereinbar ist.

          Warum haben Sie dem Spieler Menseguez schon im Trainingslager den Klubwechsel nahegelegt?

          Er hat von seiner ganzen Körpersprache signalisiert: Ich will nicht. Ich kann meine Zeit nicht für einen einsetzen, der nicht will. Das Geschäft lässt einem keine Zeit zu sagen: den lassen wir mal ein halbes Jahr mitlaufen – vielleicht überlegt er es sich.

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