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Felix Magath : „Alle Fußballer sollten Schach spielen“

  • Aktualisiert am

Tour de Schach: Öffentlichkeitsarbeit für die Schacholympiade in Dresden Bild: ZB

Fußballfachmann Felix Magath ist ein Freund des Schachspiels. In dieser Woche wurde er wie der Filmproduzent Artur Brauner als „Botschafter“ der Schacholympiade vorgestellt, die im November in Dresden beginnt.

          Fußballfachmann Fußballtrainer Felix Magath ist ein Freund des Schachspiels. In dieser Woche wurde er wie der Filmproduzent Artur Brauner als „Botschafter“ der Schacholympiade vorgestellt, die im November in Dresden beginnt.

          Welche Erkenntnisse ziehen Sie aus der gerade verlorenen Partie gegen Schachbundestrainer Uwe Bönsch, der Sie und Brauner mit verbundenen Augen besiegt hat?

          Ich sollte wieder häufiger spielen. Als Sportdirektor und Trainer beim VfL Wolfsburg habe ich zu wenig Zeit, meinem Hobby nachzugehen. Deshalb musste ich eine Schachpause einlegen. Mir fehlt ganz einfach die Übung. Dennoch war es eine Freude, mal wieder am Brett zu sitzen und die Figuren zu bewegen. Vor der Leistung des Blindspielers habe ich großen Respekt.

          Botschafter der Schacholympiade: Fußballtrainer Magath

          Sehen Sie Parallelen zwischen Schach und Fußball?

          Es gibt sie ganz selbstverständlich. Ich glaube sowieso, dass es sinnvoll ist, wenn ein Fußballer auch Schach spielt. Von dieser Beschäftigung habe ich viel für die Theorie im Fußball gelernt. Deswegen kann ich nur jedem empfehlen, sich vom Schachspiel inspirieren zu lassen und das auf den Fußball zu übertragen.

          Der sowjetische Eishockeycoach hat seinen Spielern früher ebenfalls Schach verordnet.

          Eine kluge Maßnahme, weil Sportler Strategie und Taktik beherrschen müssen, um Spitzenleistungen zu vollbringen. Schach ist die Mutter aller Strategiespiele. Jede Sportart kann davon lernen.

          Um blitzschnelle Angriffe auf dem Eis zu starten oder einen tödlichen Pass auf dem Rasen zu spielen?

          Sicher. Aber es geht nicht allein darum, dass man voraus denkt. In dem Punkt unterscheidet sich Schach nicht von anderen Sportarten. Was viele jedoch nicht begreifen oder nicht sehen, habe ich gerade bei diesem Spiel gelernt: In jeder Situation muss man versuchen, nicht irgendeinen Zug zu machen, sondern den besten. Genauso sollte ein Fußballer, wenn er spielt, nach der besten Lösung suchen. Wenn er das beherzigt, wird er schon besser sein als vorher.

          Warum ist Schach für Sie neben Fußball der schönste Sport?

          Weil es aufgrund der vielen Steine eigentlich auch ein Mannschaftssport ist. Das Schachspiel wird ja erst dann richtig schön, wenn die Figuren gut zusammenarbeiten und nicht, wenn eine von ihnen ganz allein über das Brett spaziert.

          Der Hamburger Schachklub ist Ihnen heute noch dankbar für eine nette Hilfsaktion.

          Ja, das war die Sache mit den Ataris. Der HSV unterstützte den zu ihm gehörenden Schachklub, als dieser es in den achtziger Jahren schwer hatte. Als Manager habe ich der Schachabteilung damals zu 19 Computern verholfen. Das war ein Startschuss für die Schachspieler, über den Rechner ihre Spielstärke zu verbessern. Die Entwicklung führte dann bis zu der heute so erfolgreichen Firma ChessBase. Ich habe natürlich auch ihr Programm „Fritz“ zu Hause.

          Wie werden Sie den Dresdnern als Botschafter der Schacholympiade helfen?

          Indem ich bei vielen Gelegenheiten deutlich mache, was für ein Riesenevent das ist. Nach fast vierzig Jahren haben wir endlich ein solches Turnier der Denksportler in Deutschland. Da geht es den Freunden des Schachs doch ähnlich wie den Fußballfans bei der WM 2006. Ein derartiges Ereignis sollte mehr Aufmerksamkeit bekommen. Auch von denjenigen, die mehr am Fußball hängen.

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