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Null Punkte zum Bundesligstart : Woran es bei Schalke hapert

  • Aktualisiert am

Guido Burgstaller und der FC Schalke 04: Derzeit ist Leiden angesagt. Bild: AFP

Krise? Fehlstart? Auf Schalke tut man sich schwer, den schlechten Beginn richtig zu benennen. Dabei gibt es eigentlich nichts schön zu reden – die Fehler sind offensichtlich.

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          Krise? Welche Krise? „Vielleicht von den Ergebnissen her. Die drei Niederlagen sind natürlich nicht geil“, sagte Trainer Domenico Tedesco nach dem 1:2 (0:1) des FC Schalke 04 bei Borussia Mönchengladbach. Doch trotz der wieder dürftigen Leistung und des Katastrophen-Saisonstarts in der Bundesliga sieht der 33 Jahre alte Trainer des Vizemeisters keinen Anlass zur Sorge. Von einer Krise will er nichts wissen, auch wenn er erstmals in seiner Amtszeit eine Serie von drei Pleiten bewältigen muss. Im Gegenteil: „Gegenüber dem Hertha-Spiel waren es zwei Schritte nach vorn. Wir hatten schon lange nicht mehr so viele und gute Chancen Torchancen.“

          Tedesco betrachtet die knifflige Lage vor dem Champions-League-Spiel gegen den FC Porto am Dienstag und dem Heimspiel gegen Bayern München als große Herausforderung. „Es bleibt spannend, jetzt an den richtigen Stellschrauben zu drehen.“ Und davon gibt es reichlich.

          Drei Spiele, null Punkte, 2:6-Tore – immerhin spricht Christian Heidel von einem Fehlstart. „Schlechter geht es nicht. Da kann man nichts schönreden. Jetzt ist es der Auftrag, das zu korrigieren“, sagte der Sportvorstand, der die Lage etwas realistischer beurteilt, Tedesco aber den Rücken stärkt. „Es fehlt noch einiges zur Vorsaison. Aber der Trainer macht seinen Job genauso gut. Und ich finde, dass wir das Spiel ab der 25. Minute total kontrolliert haben.“

          Im Training klappt es

          Von totaler Kontrolle konnte allerdings nicht die Rede sein. Wie in Wolfsburg (1:2) und gegen Hertha (0:2) musste der Revierklub einem Rückstand hinterherlaufen. Diesmal schon nach drei Minuten, als Matthias Ginter nach einer Ecke des starken Jonas Hofmann unbedrängt einköpfen konnte. Und das, obwohl Schalke in Salif Sané, Naldo und Matija Nastasic über drei große Innenverteidiger verfügt. „Im Training haben wir 25 Ecken im Raum stark verteidigt“, so Tedesco. Doch es sind nicht nur die Standardsituationen, die den Schalkern Sorgen bereiten dürften. In der Defensive wird nicht mehr korrekt verschoben, die Abstände zwischen den einzelnen Mannschaftsgliedern passen nicht. Außerdem mangelt es an Präzision und Timing beim Rausrücken im Pressing. Der gegnerischen Offensive wird es so leicht gemacht.

          Bundesliga

          Schlimmer als die ungewohnt wacklige Abwehr ist die fehlende Kreativität, das mangelnde Spielervermögen und die katastrophale Effizienz. Statt durch das Mittelfeld zu kombinieren, schlagen die Innenverteidiger lange Bälle nach vorn und hoffen, dass die Angreifer etwas daraus machen. Zudem war Franco Di Santo in der Offensivzentrale ein Totalausfall, der neue Fixpunkt Sebastian Rudy wieder unauffällig. Es scheint, als habe es Tedesco nicht geschafft, der Mannschaft ein passendes Konzept für Ballbesitzfußball mit an die Hand zu geben.

          Zwar hatten Sané, Mark Uth, Nabil Bentaleb und Guido Burgstaller einige hochkarätige Chancen. Doch entweder vergaben sie kläglich oder scheiterten am überragenden Borussia-Schlussmann Yann Sommer, der nach Patrick Herrmanns 2:0 (76. Minute) nur durch einen unhaltbaren Schuss in den Winkel des eingewechselten Breel Embolo in der Nachspielzeit bezwungen werden konnte.

          Gelb-Rot-gefährdeter Außenverteidiger

          Tedescos Konzept war schon nach 25 Minuten über den Haufen geworfen. Da musste er den übermotivierten und stark Gelb-Rot-gefährdeten Hamza Mendyl vom Feld holen. Der Marokkaner hätte bei seinem Schalke-Debüt nach zwei Fouls an Thorgan Hazard und Nico Elvedi eigentlich schon vom Platz gestellt werden müssen. Es wäre der dritte Platzverweis im dritten Spiel nach den Roten Karten für Nastasic (in Wolfsburg) und Jewgeni Konopljanka (Hertha) gewesen. Doch Schiedsrichter Manuel Gräfe ließ Gnade vor Recht ergehen. „Wir hatten Glück, dass wir mit elf Mann zu Ende spielen konnten“, gab Tedesco zu.

          „Für mich war es klar Gelb-Rot“, sagte Gladbachs Trainer Dieter Hecking dagegen, dessen Mannschaft mit sieben Punkten ungeschlagen ist und vor dem Auswärtsspiel in Berlin glänzend da steht. „Es war eine hervorragende Leistung gegen einen richtig guten Gegner. Ich bin sehr zufrieden.“ Vor allem zu Beginn schlugen die Gladbacher ein Tempo an, dass die Schalker nicht mitgehen konnten.

          „Richtig kacke“, sei der Start, meinte dagegen Schalkes Torhüter Ralf Fährmann. „Aber wir haben ein starkes Fundament und müssen uns da wieder rausboxen.“ Tedesco bleibt guter Dinge, dass bald der Knoten platzt. „Wir müssen wieder Sicherheit gewinnen und dadurch auch Selbstvertrauen. Mit Porto und Bayern haben wir sicher zwei schwere Gegner vor der Brust. Aber genau auf diese Partien freuen wir uns. Wichtig ist, dass wir nicht den Spaß verlieren.“

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