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Neuer Ärger auf Schalke : „Das ist Kreisliganiveau – wenn überhaupt“

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Die Verantwortlichen von Schalke 04 erleben schwere Zeiten – nicht nur wegen Corona. Bild: dpa

Sportlich läuft es nicht bei Schalke 04. Dazu gerät der Klub immer wieder abseits des Rasens in die Schlagzeilen. Jetzt geht es um Kündigungen von Fahrern. Die Kritik daran ist immens. Nun kontert Schalke die Vorwürfe.

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          Der FC Schalke 04 muss sich wieder einer unliebsamen Diskussion stellen – und versucht die Wogen zu glätten. Am Wochenende sorgte die Kündigung von 24 Mitarbeitern des Fahrdienstes der Nachwuchsabteilung vor dem Spiel am Sonntagabend gegen Bayer Leverkusen (1:1) für Aufregung. Wie eine Klubsprecherin bestätigte, trennt sich der sportlich und finanziell schwer angeschlagene Klub von den bisherigen Fahrern. Ein externer Dienstleister soll die Arbeit künftig übernehmen. Zuvor hatte die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ am Samstag darüber berichtet.

          Bundesliga

          Spekulationen, dass Schalke derart in finanzielle Schieflage geraten sei, dass der Klub selbst bei einem verhältnismäßig kleinen Posten sparen müsse, trat die Sprecherin indes entgegen. „Die Entscheidung, den Fahrdienst aus wirtschaftlichen und organisatorischen Gründen extern zu vergeben, ist am Jahresanfang gefallen“, sagte sie. Die Kündigungen sollten zum Saisonende erfolgen, aber „durch den Saisonabbruch bei den Junioren und der Einstellung des Trainingsbetriebes hat es sich nach vorne verschoben“, sagte sie.

          Heftige Kritik gab es dennoch unter anderem vom Berater des Schalker Torhüters Alexander Nübel. Stefan Backs schrieb auf der Internetseite seiner Agentur: „Das macht wenig Hoffnung, dass sich durch die Corona-Krise mittelfristig am Profifußball etwas ändert. Und es macht zudem deutlich, dass einige Vereine in Sachen Kommunikation auf Kreisliganiveau agieren. Wenn überhaupt.“

          Backs ärgerte sich darüber, dass Spieler in der Corona-Krise auf Gehalt verzichten würden – unter anderem, um eigentlich schlechter bezahlte Mitarbeiter der Klubs in der Krise zu schützen. „Sie wollen aber nicht, dass ihr Geld zweckentfremdet wird“, schrieb Backs. „Zum anderen zeigt es den riesigen Druck, dem die Verantwortlichen der Vereine ausgesetzt sind. Maximales finanzielles Risiko zu gehen, um die sportlichen Ziele zu erreichen. Dafür müssen dann auch schon mal die Geringverdiener dran glauben.“

          Schalkes Betriebsratsvorsitzende Martina Lenz bezeichnete die Maßnahme als „sozial verantwortungslos“. Zudem sei der Betriebsrat verspätet informiert worden. Die meisten der bisherigen Fahrer, die die Nachwuchsspieler täglich aus verschiedenen Städten zum Training hin- und auch wieder zurückbringen, arbeiteten seit Jahren als Mini-Jobber für den Verein.

          Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider wies am Sonntag bei Sky diese Vorwürfe zurück. Mit jedem Einzelnen sei gesprochen worden. „Für jeden Einzelnen der 24, deren Existenz an dem Job hängt, werden wir sozial gute Lösungen finden“, versprach Schneider. Die Entscheidung sei eine „unternehmerische“ und daher „ganz klar richtig“. „Es gibt zwei Komponenten. Das eine ist die betriebswirtschaftliche. Da ist es mehr als vertretbar, das an einen externen Anbieter zu geben“, sagte Schneider.

          Erst vor kurzem war Schalke in die Schlagzeilen geraten, weil der Klub bei der Rückerstattung von Tickets aufgrund der Geisterspiele von den Fans einen Härtefallantrag verlangte. Fans sollten gegenüber dem hoch verschuldeten Fußball-Bundesligaverein ihre finanzielle Notlage offenlegen. Später bat der Klub um Entschuldigung dafür. „Ein kapitaler Fehler“, räumte Schneider am Sonntag ein. Offen wird darüber spekuliert, dass der bisherige Finanzvorstand Peter Peters wegen des Härtefall-Vorfalls gehen musste. „Im Moment müssen wir mit solchen Schlagzeilen leben. Aber wir sollten schon bei der Wahrheit bleiben“, sagte Schneider.

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