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2:4 in Bremen : Schalke rutscht noch tiefer in die Krise

  • Aktualisiert am

Breel Embolo traf zwar, doch Schalke verlor auch in Bremen. Bild: dpa

Ein Rückkehrer trifft gleich doppelt für die Königsblauen in Bremen. Doch das reicht nicht. Werder dreht das Spiel noch – und stürzt Schalke mit Trainer Domenico Tedesco weiter ins Dilemma.

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          Trainer Domenico Tedesco muss beim abgestürzten Vizemeister FC Schalke 04 immer mehr um seinen Job bangen. Trotz einer kleinen Leistungssteigerung blieben die Königsblauen durch das 2:4 (1:1) beim SV Werder Bremen am Freitagabend auch im siebten Ligaspiel nacheinander ohne Erfolg und rutschten noch tiefer in die Krise. Im schlimmsten Fall könnte der Vorsprung auf die Abstiegszone am Samstag bis auf einen Zähler schrumpfen. „Es geht um Punkte, die fehlen uns. Wir wollten uns nach den Spielen in Mainz und gegen Düsseldorf extrem steigern, das war nicht schwer. Die Leistung im ersten Durchgang war ok. Ich möchte es nicht auf den Schiedsrichter schieben. Es fällt mir extrem schwer“, sagte Tedesco und fügte mit Blick auf seine Situation hinzu: „Solange ich das Vertrauen dieses großartigen Klubs habe, werde ich voll Gas geben. Die Mannschaft lebt. Darauf können wir aufbauen.“

          Bundesliga

          Breel Embolo (26.) brachte den Tabellenvierzehnte zwar in Führung, doch zweimal Milot Rashica (31./73.), Max Kruse per Foulelfmeter (51.) und Martin Harnik (90.+4) drehten für die Bremer die Partie. Embolos zwischenzeitlicher Anschlusstreffer war zu wenig (85.). Was die Niederlage nun für Tedesco bedeutet, bleibt spannend. „Wir werden um 22.15 Uhr das Gefühl haben, ob es eine Trendwende war“, hatte der neue Sportvorstand Jochen Schneider angekündigt. Zumindest vom Ergebnis her blieb alles beim Alten – und nun wartet das schwere Champions-League-Gastspiel am Dienstag beim englischen Meister Manchester City.

          „Wir wollen uns heute um 180 Grad drehen und voll reinhämmern“, hatte Tedesco mit Blick auf die 0:4-Schmach gegen Düsseldorf in der Vorwoche als Maxime ausgegeben. Und tatsächlich: Schalke zeigte gleich ein anderes Auftreten. Mit Engagement und Laufbereitschaft traten die Königsblauen auf, dazu waren sie mutig im Offensivspiel. Doch die Reaktion dauerte nur 30 Minuten, dann kehrten Angst und Unsicherheit ins Schalker Spiel zurück. „Wenn wir weiter so auftreten, dann werden wir auch wieder punkten. Wir müssen das Positive aus dem Spiel mitnehmen, auch wenn wir heute wieder enttäuscht sind“, sagte Schalkes Angreifer Guido Burgstaller nach der Partie bei Eurosport. 

          Zunächst stand Bremens Schlussmann Jiri Pavlenka in der ersten halben Stunde häufiger im Blickpunkt, als ihm lieb sein durfte. Erst parierte der Tscheche glänzend gegen Guido Burgstaller (6.), dann entschärfte er einen Freistoß von Daniel Caligiuri (10.), ehe er bei einem Schuss von Matija Nastasic sein Können vorweisen musste (20.).

          So war das Führungstor durch Embolo die logische Folge. Der Schweizer Youngster war nach auskurierter Verletzung ins Team zurückgekehrt und gehörte nicht nur bei seinem Tor auf Vorlage von Weston McKennie zu den belebenden Elementen. Embolo war eine von vier Änderungen in der Startelf von Tedesco, der die zuletzt enttäuschenden Mark Uth, Hamza Mendyl und Amine Harit erst gar nicht mit nach Bremen genommen hatte. Hätte Steven Skrzybski in der 30. Minute bei seinem Schuss knapp neben das Tor auf 2:0 erhöht, wäre Werder womöglich nicht mehr zurückgekommen.

          Die Bremer um Kapitän Max Kruse (rechts) hatten ihren Spaß.
          Die Bremer um Kapitän Max Kruse (rechts) hatten ihren Spaß. : Bild: EPA

          Denn der Chancenwucher sollte sich rächen. Denn fast im Gegenzug traf Rashica nach Flanke von Max Kruse. Allerdings hatten die Bremer auch Glück, dass das Tor nicht aberkannt wurde. Denn Oldie Claudio Pizarro, der diesmal von Beginn an ran durfte, stand bei der Aktion im Abseits und verhielt sich dabei nicht gerade passiv. Das Gegentor war ein richtiger Tiefschlag für die Königsblauen. Plötzlich wackelten die Schalker, die Souveränität war weg. Bremen hatte gar die Chance zur Führung, als Philipp Bargfrede einen Gewaltschuss neben das Tor setzte.

          Und es kam noch schlimmer für die Tedesco-Elf: Kurz nach Wiederbeginn entschied Schiedsrichter Martin Petersen auf Intervention des Videoassistenten nach einer Berührung gegen Kruse im Strafraum auf Foulelfmeter, was eine harte Entscheidung war. Tedesco winkte auf der Bank empört ab. Kruse selbst ließ sich die Chance vom Punkt nicht nehmen und traf zur Führung. Das Spiel hatte sich komplett gedreht. Werder übernahm die Initiative, die Gäste wurden zunehmend in die Defensive gedrängt. Rashico sorgte für die Entscheidung. Kruse (78.) und Milos Veljkovic hätten die Schalker Niederlage noch höher gestalten können. In der Schlussphase gab aufseiten der Gastgeber Fin Bartels nach 15-monatiger Pause sein Comeback. Die Bremer Feierstimmung wurde jedoch durch Embolos Anschlusstor kurzzeitig getrübt. Glücklich war Kruse: „Wir haben ein gutes Spiel abgeliefert und waren über weite Strecken überlegen.“

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