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0:3 gegen Leipzig : Schalke kämpft sagenhaft erfolglos

  • -Aktualisiert am

Schalker Schmerzen: Steven Skrzybski am Boden Bild: EPA

Auch gegen Bayern-Verfolger Leipzig hält Schalke 04 lange gut mit – und schleicht am Ende doch geschlagen vom Platz. Beim 0:3 hilft Neuzugang Mustafi nicht weiter, im Gegenteil. Der Abgrund kommt immer näher.

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          Ganz ordentlich mitspielen kann der sagenhaft erfolglose FC Schalke 04 mittlerweile sogar gegen die besten Teams der Bundesliga, schon im DFB-Pokal unter der Woche war das zu sehen. Am Samstag hielten sie fußballerisch auch beim 0:3 (0:1) gegen RB Leipzig einigermaßen mit, schlichen am Ende aber abermals als Verlierer in die Kabine. Nicht einmal die Ankunft des Weltmeisters Shkodran Mustafi, der vom FC Arsenal ins Revier gekommen ist, half weiter, im Gegenteil. Dem Verteidiger unterliefen entscheidende Fehler, der Klassenverbleib wird immer unwahrscheinlicher.

          Bundesliga

          Mustafi durfte sofort spielen und trat erst mal als robuster Zweikämpfer in Erscheinung. Mitunter agierte der Verteidiger mit seinen Grätschen im Graubereich des Regelwerkes, was im Abstiegskampf durchaus hilfreich sein kann. Vor allem jedoch ließ er seinen Gegenspieler Nordi Mukiele vor dem 0:1 in der Nachspielzeit der ersten Hälfte unbedrängt köpfen; diesen Treffer hätte ein Verteidiger mit Spielpraxis und Form vermutlich verhindert.

          Das war ein ärgerliches Gegentor für Schalke, denn sie hatten wieder einmal viel gekämpft und intensiv gearbeitet. Die Viererkette, die mit Mustafi, Kolasinac und William zu drei Vierteln mit Winterneuzugängen besetzt war, verlieh der Mannschaft viel Stabilität. Schon während der knappen Niederlage unter der Woche beim VfL Wolfsburg spielte Schalke trotz der 0:1-Niederlage lange wie ein ernsthaft konkurrenzfähiges Team. Am Samstag ließen sie bis zum 0:1 nur eine echte Leipziger Chance zu, Torhüter Ralf Fährmann lenkte den gefährlichen 16-Meter-Schuss von Dani Olmo über die Latte (13.).

          Die Fortschritte, die die Mannschaft unter Trainer Christian Gross macht, sind gut zu sehen, was fehlt, ist aber weiterhin eine effiziente Offensive. Umso ärgerlicher sind die Wadenprobleme von Klaas-Jan Huntelaar, die eigentlich nur eine kleine Sache sein sollten. Gross deutete am Rande der Partie an, dass der Niederländer in seinem starken Wunsch zu helfen womöglich zu intensiv trainiert hat, jedenfalls fehlte er abermals im Kader. So blieb die Schwäche im Angriff ein prägendes Merkmal des Schalker Spiels.

          Unaufmerksamkeit von Mustafi

          Matthew Hoppe, der beim 4:0 gegen Hoffenheim drei Tore geschossen hat, fehlt noch die Konstanz, und Mark Uth versucht zwar seit Wochen alles, erarbeitet sich Chancen, schießt aber keine Tore. Am Samstag eroberte er nach 34 Minuten einen Ball nahe dem Leipziger Strafraum gegen Nordi Mukiele, schloss aber überhastet ab und vergab damit die beste Schalker Chance vor der Pause.

          Wenige Minuten später musste Uth mit einer Oberschenkelverletzung ausgewechselt werden, und Mukiele gab die bestmögliche Antwort auf seinen Fehler. Nach einer Ecke nutzte er Mustafis Unaufmerksamkeit für seinen Kopfball zum 1:0. Mustafi, der 2014 Weltmeister mit Deutschland wurde, seine gesamte Profikarriere bisher aber in England verbrachte und nun seine erste Bundesligapartie bestritt, war damit von der erhofften Hilfe zum Problem geworden. Auch bei der ersten Leipziger Chance der zweiten Hälfte sah er nicht sehr souverän aus, als er sich von Alexander Sörloth abhängen ließ, der aber aus guter Position Fährmann anschoss (47.).

          RB war nun klar überlegen und kam im Gegensatz zur ersten Hälfte auch zu guten Chancen. Doch Christopher Nkunku (51., 56.) schoss nicht präzise genug, wieder zeigte sich ein bekanntes RB-Problem: Seit Timo Werner im Sommer nach England gegangen ist, fehlt ein zuverlässiger Torjäger. Auf Schalke sprang mal wieder Marcel Sabitzer ein, erzielte sein viertes Saisontor und gehört damit zu den besten Schützen im Kader von Trainer Julian Nagelsmann. Sabitzer hatte einen schönen Querpass von Angelino mit einem Schuss in die kurze Ecke veredelt (73.). In der Schlussphase köpfte Willi Orban noch eine Ecke zum 0:3 ins Tor (87.), so dass die Niederlage für Schalke doch wieder sehr klar aussah.

          Leipziger Mintzlaff: Champions League in London oder Budapest

          RB Leipzig wird sein Champions-League-Heimspiel gegen den FC Liverpool nach Aussage von Geschäftsführer Oliver Mintzlaff voraussichtlich in London oder Budapest austragen. „Wir haben drei Optionen, davon sind zwei konkret, möglicherweise in Tottenham zu spielen oder in Budapest zu spielen“, sagte er am Samstag dem Sender Sky. Am Sonntagabend würde der Verein eine Entscheidung treffen und dann mit dem europäischen Fußball-Verband Uefa diskutieren. „Und dann werden wir das am Montag verkünden“, meinte Mintzlaff.

          Wegen der aktuellen Corona-Beschränkungen hatte die Bundespolizei am Donnerstag einen Antrag auf eine Sondergenehmigung für die Einreise des englischen Fußball-Meisters abgelehnt. Das erste Achtelfinal-Spiel ist für den 16. Februar angesetzt. Leipzigs Sportdirektor Markus Krösche hatte vor der Partie auf Schalke bei Sky davon gesprochen, dass „zeitnah eine Lösung“ präsentiert werde. „Natürlich ist es etwas unglücklich, wie es jetzt gelaufen ist, dass die Verordnung jetzt da ist“, sagte er.

          Der Verein habe einen Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung gestellt. Dies sei abgelehnt worden. Daher muss RB Leipzig nun einen neuen Spielort finden. Auch wollte sich der FC Liverpool auf den Tausch des Heimrechts nicht einlassen. Die Kosten für den Standortwechsel müssen die Leipziger selbst tragen. „Das ist natürlich ärgerlich, aber das ist nun mal die Situation“, sagte Krösche. Bis Montag muss RB der Uefa eine Lösung präsentieren, andernfalls wird das Spiel mit 3:0 für Liverpool gewertet. (dpa)

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