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0:2-Niederlage in Mainz : Was ist nur mit Schalke los?

Das tut weh: Schalke und Choupo-Moting verlieren auch in Mainz Bild: AP

Die „großen“ Schalker fangen sich gegen die „kleinen“ Mainzer zwei Tore nach Eckbällen und verlieren mit 0:2. Mann des Abends ist ein Verteidiger, weil sich die Königsblauen dilettantisch verhalten.

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          Schalke 04 ist eine große Mannschaft. Das mag gerade nach einer 0:2-Niederlage bei Mainz 05, die selbst die Europa-League-Qualifikation für die kommenden Spielzeit arg gefährdet, ein überraschendes Urteil sein. Aber tatsächlich hat sich wohl noch nie eine Mannschaft mit einem höheren Durchschnittswert bezüglich der Körpergröße seiner zehn Feldspieler in Mainz präsentiert – und zugleich trotz der durchschnittlich 1,86 Meter wehrloser bei Standards der Rheinhessen.

          Denn Mainz 05 gewann die Begegnung vor 34.000 Zuschauern im ausverkauften Mainzer Stadion vor allem dank zweier Treffer durch Stefan Bell (18./31. Minute) jeweils nach Eckbällen. Das ist umso erstaunlicher, weil die Mainzer die derzeit mit im Schnitt fast zehn Zentimetern weniger als Schalke wohl kleinste Auswahl an Feldspielern aller 18 Bundesligaklubs aufs Feld schicken. Lediglich Bell und sein Innenverteidigerkollege Niko Bungert entsprechen unter den Feldspielern dem Gardemaß eines „Königsblauen“.

          Entsprechend einfach wären Mainzer Standards eigentlich zu verteidigen, obgleich die Qualitäten des angeblich auch von Schalke umworbenen Johannes Geis am ruhenden Ball gehobenem Bundesliganiveau entsprechen. Aber Schalke 04, das mit den ehemaligen Mainzern Maxim Choupo-Moting und Roman Neustädter antrat, verhielt sich zweimal erstaunlich dilettantisch bei den scharfen Hereingaben des Mittelfeldspielers.

          Mainz-Verteidiger Bell zeigt den Kollegen, wie Toreschießen geht Bilderstrecke

          Zunächst ging Innenverteidiger Matija Nastasic nicht entschlossen genug zum Ball, so dass der Ball fünf Meter vor dem Tor Bell vor die Füße fiel. Der Innenverteidiger schob ihn problemlos ein. Noch schlimmer war das Defensivverhalten der „Knappen“ beim zweiten Treffer: Obgleich Geis seine Flanken eigentlich nur auf Bell oder Bungert als den einzigen kopfballgefährlichen Mainzern zirkeln kann, wurde Bell nicht von zwei Mann gestört, gegen Joel Matip setzte er sich erstaunlich leicht durch und köpfte zum 2:0 ein. „Wir müssen in den nächsten Spielen wieder das wahre Schalker Gesicht zeigen und die nötigen Punkte holen“, forderte Schalke-Torhüter Ralf Fährmann.

          Die Mainzer, die auf ihren Trikots für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei warben, führten somit plötzlich in einem Spiel, in dem Schalke zu Beginn eindeutig den Ton angegeben hatte. Der Mainzer Schlussmann Loris Karius vereitelte in der vierten Minute gleich zweimal mit Glanzparaden einen Rückstand: Zunächst lenkte er einen Schuss des seit mehr als 1000 Spielminuten erfolglosen Torjägers Klaas-Jan Huntelaar zur Ecke, anschließend hinderte er den Ball nach einem Kopfball von Matip aus kürzester Entfernung mit einem Reflex am Überschreiten der Torlinie.

          Erst langsam kamen die defensiv stabilen Mainzer auch offensiv besser ins Spiel und entschieden die Partie letztlich wie in der Vorwoche beim 3:2-Erfolg in Freiburg mit bemerkenswerter Effizienz für sich. Aus dem Spiel heraus erarbeiteten sich die Mainzer nämlich erst in der Schlussphase Torchancen, die am Ende einen sogar noch höheren Erfolg gegen die zunehmend ratloser werdenden Schalker gerechtfertigt hätten. „Wir haben einen meilenweiten Abstand zu den vorderen Plätzen. Natürlich sind wir sauer“, sagte Schalke-Kapitän Benedikt Höwedes.

          Das stört die Rheinhessen freilich kaum: Sie haben sich in nur neun Spielen seit dem in höchster Not vollzogenen Trainerwechsel vom Dänen Kasper Hjulmand zum Schweizer Martin Schmidt aller Abstiegssorgen entledigt. Folgerichtig hatte der Klub schon vor dem Spiel gegen Schalke den Vertrag mit seinem Coach vorzeitig bis 2018 verlängert. „Mit 37 Punkten sind wir formell noch nicht durch. Aber das Gefühl sagt, dass wir es geschafft haben“, sagte Schmidt.

          Statt mit dem erwarteten Kampf um den Klassenverbleib bis zum letzten Spieltag können die Mainzer nach der starke Bilanz von vier Siegen, drei Unentschieden sowie nur zwei Niederlagen unter dem Bundesliganovizen nun schon vier Spieltage vor Schluss die Personalplanungen fürs kommende, sechste Bundesligajahr in Serie vorantreiben. Dabei achtet der Klub, wie Trainer Schmidt zuletzt bekundete, durchaus auch auf Größe.

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