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0:1 gegen Leverkusen : Früher und später Schock für Schalke

  • Aktualisiert am

Schiedsrichter Aytekin (links) schickt Naldo früh vom Platz. Bild: AP

Die Königsblauen verlieren schon in der vierten Minute einen Spieler, sind dem Sieg gegen Leverkusen jedoch nach einer starken Leistung näher. In der letzten Minute schlägt Bayer aber doch noch zu.

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          Stefan Kießling hat Bayer Leverkusen einen wichtigen Sieg im Kampf um die Europapokal-Plätze in der Fußball-Bundesliga beschert. Mit seinem Kopfball-Treffer in der 89. Minute zum entscheidenden und völlig unverdienten 1:0 (0:0) beim FC Schalke 04 bewahrte der ehemalige Nationalspieler am Sonntag seine Mannschaft vor einer Blamage. „Wir haben schon verdienter gewonnen. Wir haben es nicht gut gemacht“, gestand Bayer-Sportchef Rudi Völler. „Wir werden uns aber nicht entschuldigen und nehmen die drei Punkte gerne mit.“

          Die Gastgeber hatten nach dem frühen Roten Karte für Abwehrchef Naldo (4.) fast 90 Minuten in Unterzahl gespielt und waren dennoch die klar bessere Mannschaft gegen die erschreckend einfallslosen Gäste. Durch den Erfolg rückte Bayer wieder näher an die internationalen Plätze heran, Schalke blieb nach der ersten Niederlage nach vier Heimsiegen als Tabellenzehnter im Mittelfeld stecken.

          „Insgesamt war das sehr, sehr unglücklich“, meinte 04-Manager Christian Heidel beim TV-Sender Sky. „Mannschaft hat das richtig hervorragend gemacht und durch einen Lucky Punch verloren. Das tut mit Leid.“ Den Platzverweis gegen Naldo wegen der Notbremse konnte er nachvollziehen: „Die Rote Karte kann man geben.“

          Nachdem die Schalker beim bedeutungslosen 0:2 in der Europa League bei RB Salzburg ebenso mit einem B-Team spielten wie der Werksclub in der Champions League beim 3:0 gegen Monaco, kehrten die Trainer Markus Weinzierl und Roger Schmidt wieder zu ihren Bestformationen zurück. Zumindest für Weinzierl waren alle taktischen Überlegungen nach dem frühen Rot-Schock durch Naldo hinfällig.

          Der Schalker Abwehrmann flog nach Foul an Chicharito vom Platz. Bilderstrecke
          Der Schalker Abwehrmann flog nach Foul an Chicharito vom Platz. :

          Nach einem Katastrophen-Pass von Sead Kolasinac im Mittelfeld schnappte sich Leverkusens Javier Hernandez den Ball und strebt allein gen Schalker-Tor. Abwehrchef Naldo lief dem Mexikaner in die Beine. Der Bayer-Stürmer fiel kurz vor der Strafraumgrenze. Schiedsrichter Deniz Aytekin zeigte Naldo sofort Rot. Damit war keiner mehr aus der üblichen Schalker Dreier-Kette auf dem Platz, nachdem schon Benedikt Höwedes wegen einer Gelb-Sperre fehlte und Matija Nastasic wegen muskulärer Probleme ausfiel. Die Naldo-Position übernahm Johannes Geis, Jung-Nationalspieler Leon Goretzka rückte ins defensive Mittelfeld.

          Die Gastgeber zeigten sich vom Naldo-Abgang nur wenig beeindruckt, Angetrieben von ihren Fans unter den 60.821 Zuschauern bestimmten sie das Geschehen in der emotionsaufgeladenen Partie. Bayer fiel so gut wie nichts gegen die aufopferungsvoll kämpfenden Schalker ein. Im Gegenteil: Die Leverkusener hatten noch Glück, das die Königsblauen ihre Konter zu selten konsequent zu Ende spielten.

          Auffälligster Akteur vor der Pause war neben dem starken Goretzka der Ukainer Jewgeni Konopljanka, der immer wieder vor Bayer-Keeper Bernd Leno gefährlich auftauchte. In der 24. Minute vergab er die beste Chance, als er wieder nach einem Konter aus aussichtsreicher Position verzog. Das 20 Jahre alte Abwehrtalent Thilo Kehrer (39.) setzte zudem einen Kopfball knapp über das Leverkusener Tor. Die einfallslosen Gäste kam nur einmal in der ersten Halbzeit vielversprechend zum Abschluss, doch Stefan Kießling schoss klar vorbei.

          Bayer-Trainer Schmidt setzte nach der Pause voll auf Angriff, brachte Wladlen Jurtschenko und den erst 17-jährigen Kai Havertz für das offensive Mittelfeld. Nach 58 Minuten hatte Schmidt sein Auswechselkontingent ausgeschöpft, als er noch Aleksandar Dragovic in Spiel schickte. Am Kräfteverhältnis änderte sich aber nichts auf dem Feld, obwohl die Werks-Elf mehr Ballbesitz hatte. Die Schalker kämpften, rackerten, spielten und hatten in Konopljanka den besten Spieler auf den Platz. Allein ein echter Abschluss fehlte. Doch als die Kräfte der Gastgeber schwanden, startete Bayer seine Schlussoffensive, die Kießling krönte.

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