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Bundesliga-Probleme : Krisenklub Schalke und eine verheerende Bilanz

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Die Luft für Schalke und Trainer David Wagner wird dünner. Bild: EPA

Nächstes Spiel, nächste Niederlage: Schalke gibt in der Bundesliga weiter ein erschreckendes Bild ab. Der Trainer nimmt seine Elf nach dem 1:2 in Düsseldorf in Schutz. Doch der Druck wächst, auch wenn er eine Jobgarantie erhält.

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          Drei Spiele, null Punkte, 1:9 Tore – die Schalker Bilanz nach der Corona-Pause ist verheerend. Trainer David Wagner nahm sein Team nach dem 1:2 bei Fortuna Düsseldorf dennoch in Schutz. „Wir haben das gut weg verteidigt und sind in Führung gegangen und wir haben trotzdem verloren aufgrund von zwei Standardsituationen. Dass das in unserer Situation noch mehr wehtut als ohnehin schon, das ist auch klar“, sagte er. Der bisher letzte Sieg datiert von Mitte Januar beim Rückrunden-Auftakt gegen Mönchengladbach. So lange musste eine Schalker Mannschaft seit 1997 nicht mehr auf einen Bundesliga-Dreier warten.

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          Dank der guten Hinrunde dürfte Schalke mit 37 Punkten auf Platz neun immerhin nicht mehr in Abstiegsgefahr geraten. Doch auch die Kritik an Wagner wächst – auch wenn Sportvorstand Jochen Schneider dies als „Kritik an allen“ auffasst. „Wir können uns nicht so präsentieren wie in den letzten drei Spielen“, mahnte er. „Das ist ein gehöriger Negativlauf.“ Schneider sprach Wagner eine Jobgarantie aus. „Wir werden gemeinsam mit David Wagner zur neuen Saison diesen roten Faden wieder aufnehmen und damit weitermachen, wo wir im Januar, Februar unterbrochen wurden“, sagte er am Donnerstag bei Sky Sport News HD.

          Dennoch stellte Schneider nach zehn Spielen ohne Sieg klar: „Den Negativlauf müssen wir schnellstens beenden. Am besten am Samstag.“ Dann spielt Schalke gegen Abstiegskandidat Werder Bremen (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky). Auf die Frage, ob ein Sieg für Wagner dann Pflicht sei, antwortete Schneider: „In erster Linie ist eine gute Leistung Pflicht.“ In Düsseldorf sei es „kein gutes Spiel“ gewesen, „das kann man nicht schönreden“. Der hochverschuldete Traditionsklub droht bereits zum dritten Mal in vier Jahren das europäische Geschäft zu verpassen.

          Schalke hatte in Düsseldorf einen taktischen Ansatz gewählt mit dem Fokus auf der Defensive. „Es ist extrem enttäuschend, hier zu verlieren. Es war kein gutes Spiel, das kann man nicht schönreden. Wir sind in der ersten Halbzeit aus einem defensiven Ansatz das Spiel angegangen“, sagte Schneider. Doch auch die neue Marschroute brachte keinen Erfolg. „Wir kommen ganz gut in die zweite Halbzeit, gehen in Führung und kassieren dann zwei Gegentore durch Standard-Situationen. In der letzten Viertelstunde haben uns die Ideen gefehlt und die Durchschlagskraft.“

          Schalke kam beim Abstiegskandidaten nur auf 25 Prozent Ballbesitz. Ist das etwa der neue, gesunkene Schalkes Anspruch? „Generell natürlich nicht. Bei Ballbesitz ist immer die Frage, ob es guter ist. Gegen Augsburg hatten wir sehr viel Ballbesitz und haben kaum Chancen kreiert. Es war heute der Ansatz, aus einer guten Defensive im Umschaltspiel Chancen zu kreieren. Aber es ist extrem bitter, das dritte Spiel in Folge zu verlieren“, sagte Schneider. Wagner wirkte ratlos, als er auf die misslungene Taktik angesprochen wurde: „Wir sind im Moment zu nichts anderem in der Lage.“

          Besser war die Laune bei den Fortunen – nach dem Spiel. Als die Uhr in der Schlussphase scheinbar besonders langsam herunterlief, befürchtete Uwe Rösler schon das Schlimmste. „In der 88. Minute habe ich noch einmal an Köln gedacht“, gab der Düsseldorfer Trainer zu. Doch anders als im Auswärtsspiel am Sonntag brachte seine Mannschaft beim 2:1 gegen Schalke ihren Vorsprung über die Zeit.

          Beim 1. FC Köln (2:2) hatte die Fortuna kurz vor Schluss einen Zwei-Tore-Vorsprung noch hergeschenkt, insgesamt 22 Punkte gingen nach Führungen in dieser Saison schon verloren. Nicht so gegen die schwachen Schalker, die durch Weston McKennie (53.) vorgelegt hatten. Rouwen Hennings (63.) und Kenan Karaman (68.) drehten in der Folge jedoch die Partie.

          „Das war wichtig für die Moral“, sagte „Schalke-Experte“ Hennings, der schon im Hinspiel (3:3) dreifach getroffen hatte, am Sky-Mikrofon. Die Düsseldorfer wehrten die zaghaften Angriffe der Gäste in der Schlussphase allesamt ab – zur großen Erleichterung ihres Trainers. „Wir haben heute den Fußball gelebt. Mit dieser Einstellung haben wir eine Riesenchance“, sagte Rösler.

          Für den Nachfolger von Friedhelm Funkel war es der zweite Sieg im neunten Ligaspiel, zuletzt hatte es vier Unentschieden in Folge gegeben. Die Rheinländer verbleiben auf Relegationsplatz 16 und verschafften sich im Abstiegskampf gerade rechtzeitig ein wenig Luft. Am Samstag (18.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) wartet das Auswärtsspiel bei Rekordmeister Bayern München.

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