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Zweite Bundesliga : Schon wieder Krise bei Schalke 04

  • -Aktualisiert am

Noch nicht in der Spur: Schalke 04 mit Simon Terodde in Liga zwei Bild: dpa

Für Schalke geht es seit längerem bergab. Auch nach dem Abstieg in die Zweitklassigkeit ändert sich das nicht. Dabei will der Klub die vergangenen eineinhalb Jahre eigentlich abschütteln – irgendwie.

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          Die Saison musste nicht sehr alt werden, bevor sich das bestens vertraute Krisengefühl wieder über das Klubgelände des FC Schalke 04 gelegt hat. Schon zu Bundesligazeiten wäre die Klubführung nach vier Punkten aus vier Spielen und Platz 13 unter Druck geraten, in Liga zwei ist so eine Bilanz niederschmetternd.

          2. Bundesliga

          Es wird über Spielsysteme, eingesetzte Profis und die Qualität von Neuzugängen diskutiert, erste Kommentatoren schüren Zweifel an der Tauglichkeit von Trainer Dimitrios Grammozis. Am Donnerstag wurde Sportdirektor Rouven Schröder gefragt, ob er auch für den Fall einer Niederlage im Spiel gegen Fortuna Düsseldorf, das an diesem Samstagabend (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur 2. Bundesliga, bei Sport1 und Sky) stattfindet, eine „Jobgarantie“ für den Chefcoach geben könne. So klingt Krise.

          Schröder reagierte professionell. „Zum Thema Jobgarantie möchte ich mich eigentlich gar nicht äußern, den Gedanken habe ich nicht“, sagte er. Allerdings ist auch er überhaupt nicht zufrieden mit dem bisherigen Saisonverlauf. In keinem der fünf Pflichtspiele trat die Mannschaft souverän und überzeugend auf. „Das heißt aber nicht, dass wir nur negativ kopfschüttelnd durch die Gegend laufen“, versicherte Schröder. „Das hatten wir lange genug auf Schalke, dass wir uns immer wieder runterziehen.“

          Trainer Grammozis im Fokus

          Was die Spielidee betrifft, werde seine Mannschaft in der bevorstehenden Länderspielpause „einen deutlichen Schritt nach vorne machen“, sagte Grammozis, der Trainer bittet um Zeit. Wenn aber das Spiel gegen Fortuna mit einer weiteren schwachen Leistung verlorengeht, steht Schröder vor der Frage, ob er die kostbaren Einheiten während der Wettkampfpause lieber einem anderen Trainer zur Verfügung stellt.

          Es geht also um die Vertreibung der schlechten Stimmung, um die Erzeugung von Selbstvertrauen und nicht zuletzt um das Ansehen des Trainers. Wobei Grammozis gute Gründe für die Probleme anführen kann. Das Team sei „zusammengewürfelt“, hat er neulich gesagt, bei mehr als 30 Transferbewegungen sei es kaum möglich, innerhalb weniger Wochen eine stabile Mannschaft zu entwickeln. Doch die Arbeit dieses Fußballlehrers überzeugte schon am Ende der vergangenen Saison kaum jemanden.

          Schon angezählt? Trainer Dimitrios Grammozis muss so langsam liefern.
          Schon angezählt? Trainer Dimitrios Grammozis muss so langsam liefern. : Bild: dpa

          Grammozis sagte am Donnerstag auf die Frage nach seiner Lage, er wisse schon, „wenn die Ergebnisse nicht gut sind, dass da auch eine Stimmung rauskommt, die nicht schön ist für unsere Seite“. Aber das Verhältnis mit Schröder und Sportvorstand Peter Knäbel sei „unverändert sehr gut“. Unbekannt ist, wie sehr die Verantwortlichen an Grammozis’ Fähigkeiten glauben.

          Dafür sind die Erwartungen für das Duell mit Fortuna Düsseldorf klar: Die Mannschaft müsse „kühlen Kopf bewahren, eine gewisse Stressresistenz an den Tag legen, und sich darauf einstellen, die Nerven zu behalten“, sagte Schröder. Das bis heute letzte Ligaspiel, das der Klub vor Publikum in der heimischen Arena gewonnen hat, war ein Duell gegen Borussia Mönchengladbach im Januar 2020, als die Menschen ihren Klub noch als Champions-League-Instanz wahrnahmen. Unglaubliche eineinhalb Jahre ist das her.

          Aus dieser Zeit ist nicht mehr viel übrig, allein der Torhüter Ralf Fährmann ist noch da, außerdem die Profis Amine Harit und Ozan Kabak, die jedoch nur trainieren dürfen. Diese nach Schröders radikalem Umbau letzten Großverdiener im Kader sollen dringend den Klub wechseln. Dass es Schröder gelungen ist, die mit Millionengehältern ausgestatteten Spieler Serdar, Raman, Nastasic, Uth, Rudy, Mascarell, Matondo, Mendyl oder Schöpf loszuwerden, ist aber schon jetzt ein beachtlicher Erfolg. Zumal der Sportdirektor fest davon überzeugt ist, „viel, viel Qualität“ im neuen Kader zu haben. „Und viel Qualität wird sich am Ende auch durchsetzen“, sagte Schröder.

          An dieser Stelle hat er wohl für einen kurzen Moment die Geschichte des FC Schalke vergessen: In der vergangenen Saison hätte der Klub beinahe mehrere Rekorde der legendären Verlierertruppe von Tasmania Berlin unterboten. Zur Entfaltung von Qualität ist auch eine gute Alltagsatmosphäre erforderlich, und die ist vor dem fünften Spieltag alles andere als unbeschwert.

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