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FC Schalke 04 : Rehhagel statt Magath?

  • -Aktualisiert am

Magath-Dämmerung? Für den Schalke-Trainer könnte die Dienstzeit enden Bild: dpa

Die Tage von Felix Magath sind „auf“ Schalke wohl gezählt. Nach der möglichen Trennung droht ein juristisches Nachspiel. Rehhagel und Rangnick werden als Nachfolger gehandelt. Zur Sitzung des Aufsichtsrats erschien Magath nicht.

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          Nach zwei Ruhetagen strebt das Schalker Theater um Felix Magath seinem Ende zu. Niemand zweifelt mehr daran, dass der Aufsichtsrat den 57 Jahre alten Fußballlehrer am Mittwochmorgen als Vorstandsmitglied abberufen wird. Die zu diesem Zweck einberufene Sitzung des Kontrollgremiums begann um 9 Uhr. Es könnte also ein langer Tag werden auf Schalke. Zu erwarten steht, dass ein neuer Trainer vorgestellt wird, sobald die inhaltlich längst beschlossene Trennung von Magath auch formell vollzogen ist. Nach dem Bundesligaspiel gegen Eintracht Frankfurt hatten die Spieler drei Tage frei.

          Als Favorit gilt Otto Rehhagel, ein guter Bekannter des Schalker Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies. Der 72 Jahre alte Fußballlehrer im Ruhestand, vormals Trainer der griechischen Nationalelf und verschiedener Bundesligaklubs, könnte die Mannschaft für den Rest der Saison übernehmen. So gewönne der Klub Zeit für die Suche nach einem neuen Trainer, der Schalke in verschiedener Hinsicht wieder auf einen neueren Stand bringt.

          Auf dem Vereinsgelände fällt des Öfteren der Name Ralf Rangnick. Dieser für modernen Fußball stehende Taktik-Experte war schon einmal knapp fünfzehn Monate lang Cheftrainer der Königsblauen, wurde nach einem Zerwürfnis mit dem damaligen Manager Rudi Assauer aber im Dezember 2005 entlassen.

          Magaths Kontrolleur: Aufsichtsratschef Clemens Tönnis
          Magaths Kontrolleur: Aufsichtsratschef Clemens Tönnis : Bild: ddp

          Rangnick hat mehrmals versichert, sein Herz hänge noch an Schalke. Nach seinem Abschied aus Hoffenheim wollte er in der aktuellen Saison zwar keine Stelle mehr annehmen, doch die Aussicht, ein Viertelfinale in der Champions League und ein deutsches Pokalsendspiel zu bestreiten, könnte ein Grund sein, von dieser Linie abzuweichen.

          Magath kommt nicht zur Anhörung

          Bevor ein neuer Trainer, ob übergangsweise oder für länger, die Bühne betritt, will der scheidende Zampano noch eine Vorstellung geben. Anders als zunächst angekündigt, erschien Magath am Mittwochmorgen nicht zur Aufsichtsratssitzung und machte nicht von seinem satzungsgemäßen Anhörungsrecht Gebrauch. Seine Vorgänger Andreas Müller und Rudi Assauer hatten ihre Abberufung ebenfalls ohne Anhörung über sich ergehen lassen.

          Magaths Medienanwalt Ralf Höcker teilte am Mittwoch mit: „Herr Magath wird an der heutigen Aufsichtsratssitzung nicht teilnehmen, da eine Teilnahme keinen Sinn ergibt. Der Verein hat Herrn Magath gestern nur eine unvollständige, stichwortartige Tagesordnung des Treffens geschickt. Das genügt nicht.“ Er habe Schalke daher aufgefordert, die konkreten Vorwürfe zu kommunizieren und die entsprechenden Unterlagen zur Verfügung zu stellen.

          Zuvor hatte Magath noch angekündigt, er werde zu dem Termin in Gelsenkirchen erscheinen und den Vorwürfen entgegentreten, die gegen ihn erhoben werden. „Ich stehe am Mittwoch auf der Matte und will hören, was man mir vorwirft“, sagt Magath. Am Sonntag hatte es in einer Düsseldorfer Anwaltskanzlei schon ein Treffen zwischen Tönnies und Magath geben, das als „Gespräch unter Männern“ angekündigt, jedoch nach einer halben Stunde beendet war, ohne dass es zu einer Annäherung gekommen wäre.

          Trennungskosten von etwa zwölf Millionen Euro

          Bei der zu erwartenden Kampf-Scheidung geht es nicht mehr bloß um atmosphärische Störungen, um Beschwerden von Spielern, Sponsoren, Fans und Geschäftsstellenmitarbeitern über Magaths Arbeitsstil oder um unterschiedliche Auffassungen von Erfolg – es geht auch um den Vorwurf, Magath habe Geschäfte mit einem Volumen von mehr 300.000 Euro ohne Zustimmung des Aufsichtsrates abgeschlossen und so gegen die Satzung verstoßen.

          Magath behauptet, er habe sich „nichts vorzuwerfen“. Dem Showdown am Mittwoch könnte also ein juristisches Nachspiel folgen. Magaths Vertrag läuft bis 30. Juni 2013. Wie es heißt, liegen die Trennungskosten bei etwa zwölf Millionen Euro. Für den Fall, dass der Klub auch Magaths Mitarbeiterstab entlässt, ist von etwa zwanzig Millionen Euro die Rede. Ob Schalke einen Teil des Geldes einbehalten kann, werden vermutlich Juristen klären.

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