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Nach Streit beim Krisenklub : Schalke macht bei Rangnick Ernst

  • Aktualisiert am

Mit Vergangenheit bei den Königsblauen: Ralf Rangnick, hier 2019 Bild: AFP

In die Causa Ralf Rangnick kommt Bewegung. Der Verein bestätigt eine Kontaktaufnahme des Schalker Aufsichtsrates zum Berater des Fußball-Entwicklers. Der scheint aber ein anderes Engagement im Sinn zu haben.

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          Ralf Rangnick hat beim FC Schalke 04 für ganz besondere Momente gesorgt. Das prägendste Bild war seine Ehrenrunde als Trainer in der Arena vor dem Bundesliga-Spiel gegen den FSV Mainz 05 im Dezember 2005. Der Coach, der damals seinen Abschied zum Saisonende bekanntgegeben hatte, ließ sich von den Fans feiern – kurz danach wurde er beurlaubt. Sechs Jahre später bei seinem zweiten Engagement gewann er mit dem FC Schalke den DFB-Pokal, bevor er einige Monate später aus gesundheitlichen Gründen um Auflösung seines Vertrages bat. Dies spielt bei den Fans eine große Rolle im „Königsblauen Krimi um Ralf Rangnick“, wie die Zeitungen der Funke-Mediengruppe am Montag titelten.

          Ein erstes Gespräch mit Rangnicks Berater Marc Kosicke habe er am Montag geführt, bestätigte Schalkes Aufsichtsratschef Jens Buchta der „Süddeutschen Zeitung“. Dies solle nicht der letzte Kontakt bleiben. „Es geht jetzt darum, ob und wie eine Tätigkeit von Ralf Rangnick zu realisieren wäre. Man muss gucken: Gibt es eine Machbarkeit, gerade finanzieller Natur, oder nicht“, sagte Buchta.

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          Allerdings sei der Bundesliga-Letzte mit zwei anderen Kandidaten für die Rolle des Sportvorstands „schon recht weit fortgeschritten“ in den Verhandlungen, fügte der 57-Jährige hinzu. Und auch Rangnick favorisiert derzeit anscheinend andere Optionen. „Ralf Rangnick ist interessiert am Job des Bundestrainers. Er ist Anfang 60 und topfit, das wäre die Krönung seiner Karriere“, sagte Berater Kosicke im Interview von „Sport1“. Das Thema Schalke sei derzeit für Rangnick „noch ganz weit weg“. Wie die F.A.Z. wiederum erfuhr, hat der DFB allerdings kein Interesse an Rangnick als Nachfolger von Löw.

          Rangnick selbst äußert sich offiziell derzeit nicht – zumindest nicht zum Thema Schalke. Der Spur zu Rangnick führte über eine Gruppe, die aus einigen einflussreichen Personen aus Wirtschaft und Politik bestehen soll und über Aufsichtsratmitglied Stefan Gesenhues ausrichten ließ, Rangnick sei grundsätzlich bereit, dem designierten Bundesliga-Absteiger als Sportvorstand beim Neuaufbau zu helfen. Diese Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer und sorgte für große Schlagzeilen und Aufregung im Umfeld.

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          „Keine gute Geschichte“ für Schalke

          Die Gruppe sei „nicht-legitimiert“ für solche Gespräche gewesen, sagte Aufsichtsratschef Buchta. Er halte „zumindest Teile des Engagements für vereinsschädigend“. Für Schalke sei dies „keine gute Geschichte“. Das unabgesprochene Werben um Rangnick sei ein „Verstoß gegen ordnungs- und satzungsgemäße Abläufe und gegen die Absprachen, die wir im Aufsichtsrat haben“, wetterte Buchta.

          Der Wirbel könnte auch Leipzigs Sportdirektor Markus Krösche abgeschreckt haben, der auf Schalke ein Thema gewesen sein soll. Der 40-Jährige ließ am Sonntag verlauten: „Ich stehe nicht zur Verfügung.“

          „Dass sich meine Kollegen im Aufsichtsrat überrumpelt gefühlt haben, kann ich im Nachhinein verstehen. Das tut mir leid“, sagte Gesenhues den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Er hoffe, dass dadurch keine Gräben entstanden seien. „Ich bin sehr daran interessiert, dass wir jetzt alle an einen Tisch kommen“, betonte der 66-Jährige, der jetzt wohl keine Lobby mehr in dem Kontrollgremium hat.

          Sollte es zu weiteren Gesprächen mit Rangnick kommen, heißt das noch lange nicht, dass die Rückkehr des 62-Jährigen zum Revierclub perfekt ist. Grundsätzliche Fragen müssten geklärt werden: Wie kann der hoch verschuldete Verein die Finanzierung des prominenten Fachmannes stemmen oder wie passt Trainer Dimitrios Grammozis, der mit einem Vertrag bis zum 30. Juni 2022 ausgestattet ist, ins Konzept des neuen Sportvorstandes? Rangnick ist bekannt dafür, dass er gerne alle Fäden selbst in der Hand hat. Das ist auf Schalke allerdings nicht so einfach.

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