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Königsblaue Krise : Ein wahnsinniger Fehler lässt Schalke verzweifeln

  • Aktualisiert am

Auch Torwart Alexander Nübel konnte die Niederlage Schalkes gegen Bremen nicht verhindern. Bild: dpa

Die Königsblauen verlieren das nächste Bundesliga-Spiel. Nach dem 0:1 gegen Bremen wirkt Trainer David Wagner zunehmend ratlos. Selbst der abermalige Wechsel auf der Torwartposition bleibt wirkungslos.

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          David Wagner wirkt zunehmend ratlos. Nicht nur die Durchhalteparolen des Schalker Trainers scheinen seit Wochen zu verhallen. Auch alles, was Wagner mit seiner tief verunsicherten Mannschaft auf dem Platz probiert, funktioniert nicht. Am Samstag blieb selbst der abermalige Wechsel auf der Torwartposition wirkungslos. Am zurückgekehrten Alexander Nübel, der zur kommenden Saison bei Nationaltorhüter und Bayern-Kapitän Manuel Neuer in die Lehre geht, war die 0:1-Niederlage gegen Werder Bremen nicht festzumachen.

          Bundesliga

          Gepatzt hatte vor dem Treffer von Leonardo Bittencourt (32. Minute) Verteidiger Jean-Clair Todibo, der sich im Mittelfeld festgedribbelt und den Ball schließlich an Davy Klaasen verloren hatte. Und schon gab es das 25. Gegentor im elften Spiel ohne Sieg. Für den 48 Jahre alten Wagner war es wieder ein Auftritt zum Verzweifeln.

          „Am Ende steht wieder eine Niederlage, am Ende steht wieder ein wahnsinniger individueller Fehler. Deshalb haben wir wieder verloren, auch wenn wir nicht viele Torchancen zugelassen haben“, sagte der Coach nach der vierten Pleite seit der Corona-Pause, die sein Team völlig aus der Spur gebracht hat. Schon der Wiederbeginn im Derby war zum Debakel geraten. Dem 0:4 beim BVB folgten binnen sechs Tagen das 0:3 gegen Augsburg, das 1:2 in Düsseldorf und nun das 0:1 gegen Werder.

          „Ich möchte jetzt Corona nicht als Ausrede, als Alibi oder sonst etwas ausnutzen. Wir haben eine wahnsinnig schlechte Phase“, meinte Wagner. „Natürlich geht so was an den Jungs nicht spurlos vorbei. Es ist jetzt an uns, ihnen das Selbstvertrauen zu geben, dass sie weiter sauber Fußball spielen.“ Sätze, die Wagner seit Wochen gebraucht. Der letzte Schalke-Sieg resultiert aus einer gefühlt längst vergangenen Zeit, als noch Zuschauer im Stadion zugelassen waren. Am 17. Januar gewann Schalke zum Rückrunden-Start gegen den Champions-League-Kandidaten Mönchengladbach.

          Nach dem 18. Spieltag war Schalke Fünfter, sieben Zähler hinter Bundesliga-Spitzenreiter RB Leipzig und punktgleich mit Erzrivale Dortmund. Mittlerweile fragen sich selbst Hardcore-Fans: Wie konnte Schalke damals so gut dastehen? Viereinhalb Monate später hat Königsblau die zweitschlechteste Serie der Klubhistorie aus der Saison 1996/1997 eingestellt. Und der nächste Tiefpunkt lauert schon.

          Einmal blieb Schalke zwölf Mal nacheinander ohne Sieg – in der Spielzeit 1993/1994. Vor fast 27 Jahren. Am kommenden Sonntag müssen die Königsblauen bei Union Berlin antreten. „Die Situation für uns wird nicht angenehmer, wenn wir keine Zähler holen. Wir müssen weiter versuchen, wieder zu punkten – und das schnellstmöglich“, sagte Alessandro Schöpf mit bangem Blick auf die nächste Herausforderung.

          Hätte der Revierklub nicht schon in der Hinrunde 30 Zähler gesammelt – er wäre ein sicherer Abstiegskandidat. Dabei sind Wagners taktische Überlegungen durchaus nachvollziehbar. Nach den Patzern von Markus Schubert konnte er nicht an der eigentlichen Nummer zwei festhalten. Auch die Installation einer Fünfer-Abwehrkette – mit wechselndem Personal – erschien angesichts der Gegentorflut so logisch wie der Versuch, es gegen Bremen in der zweiten Hälfte mit der alten Offensiv-Taktik zu versuchen. Funktioniert hat aber auch das nicht.

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