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„Von eigenen Fehlern ablenken“ : Deutliche Kritik am Verhalten von Schalke 04

  • Aktualisiert am

Der Abstieg droht: Schalke 04 steckt tief im Schlamassel. Bild: Reuters

Nach der nächsten Entlassung beim Bundesliga-Krisenklub äußert sich der deutsche Trainer-Verbandschef mit klaren Worten. Beim FC Schalke ist derweil ein neuer „Anker“ für das Team gefunden.

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          Der Präsident des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer, Lutz Hangartner, hat die Trainer-Trennungen bei den Bundesligaklubs FC Schalke und Arminia Bielefeld als „Aktionismus“ kritisiert. „Man möchte nach außen hin demonstrieren, alles im Sinne des Vereins versucht zu haben“, sagte Hangartner „sportschau.de“. „In Wirklichkeit soll die Trainerentlassung aber eher von den eigenen Fehlern in der Vereinsführung ablenken.“ Die Entwicklung, dass viele Teams schnell den Trainer wechselten, sei „alles andere als gut“.

          Bundesliga

          In bestimmten Situationen könne ein Trainerwechsel ein „probates Mittel“ sein, urteilte der 77-Jährige. „Was wir aber kritisieren, sind die Menge und vor allem die Zeitpunkte der Trainerentlassungen“, sagte er auch mit Blick auf das frühe Aus von David Wagner auf Schalke und Achim Beierlorzer beim FSV Mainz 05 in dieser Saison. Die häufigen Wechsel brächten „keine positiven Resultate“.

          Den FC Schalke, wo derzeit bereits der fünfte Trainer in dieser Saison gesucht wird, bezeichnete Hangartner als „super Beispiel für einen Fall schlechter Personalplanung seitens des Managements“. Die häufigen Trainerwechsel seien „natürlich völlig sinnfrei und für ein Wirtschaftsunternehmen, das ein Bundesliga-Club heutzutage ist, auch unwahrscheinlich kostspielig. Das ist unglaublich teuer – ohne der Wurzel des Übels damit näher zu kommen.“ Die Trainer müssten dort „den Kopf hinhalten für die schlechte Planung des Managements“.

          Büskens wird Ko-Trainer

          Der vom Abstieg bedrohte FC Schalke 04 will derweil bei der Suche nach einem neuen Cheftrainer trotz der prekären Situation nichts überstürzen. „Logisch, das ist die wichtigste Frage. Und für die wichtigste Frage braucht man entsprechend Zeit. Es ist wichtig, dass sorgfältig zu machen und zu schauen, dass es eine hohe Wahrscheinlichkeit gibt, dass es passt. Denn diese Entscheidung ist äußert wichtig für die Zukunft des FC Schalke 04“, sagte Peter Knäbel, Nachfolger des freigestellten Sportvorstandes Jochen Schneider, am Montag in einem Interview mit dem vereinseigenen TV.

          Der ehemalige Profi Mike Büskens, der am Tag nach der Entlassung von Chefcoach Christian Gross das Training geleitet hatte, soll dauerhaft als Ko-Trainer fungieren. „Mike Büskens hat seine Bereitschaft erklärt, als Ko-Trainer die Mannschaft mit zu betreuen. Und dort der Anker zu sein – auch zukünftig und nicht nur provisorisch“, sagte Knäbel.

          Gemeinsam mit Gross waren auch Sportvorstand Schneider, Teammanager Sascha Riether, Fitnesscoach Werner Leuthard und Ko-Trainer Rainer Widmayer freigestellt worden. „Es ist so viel passiert, wie in meiner bisherigen Karriere im Fußball noch nie. Es ist eine große Lücke entstanden, nicht nur menschlich, sondern auch von den Funktionen her“, kommentierte Knäbel.

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