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1:0 gegen Mainz : Die große Schalker Erleichterung

  • -Aktualisiert am

Schalke sieht wieder Tageslicht im Tabellenkeller der Bundesliga. Bild: EPA

Die alten Legenden bringen das nötige Pathos ein: Schalke erzielt mit dem 1:0 über Mainz nach fünf Niederlagen seinen ersten Saisonsieg. Ein frühes Tor reicht, um den letzten Platz zu verlassen.

          Mainz 05 und Schalke 04 verbindet eine besondere Beziehung. Der Schalker Sportvorstand Christian Heidel verleugnet schließlich nicht, dass sein alter Arbeitgeber aus seiner Heimatstadt ihm weiterhin am Herzen liegt. Diese alte Liebe dürfte Heidel, der sich bemüht, Spiele gegen seinen ehemaligen Klub ohne äußere Regung zu verfolgen, umso leichter fallen, da sie ihm im neuen Job bislang stets nur Erfolg bescherte: Dank des 1:0-Siegs von Schalke 04 durch einen Treffer von Alessandro Schöpf (11. Minute) baute Heidel „seine“ Bilanz als Schalker gegen die ein Vierteljahrhundert lang von ihm geprägten Mainzer auf fünf Siege und lupenreine 8:0 Tore aus.

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          So wichtig wie dieser erste Saisonsieg vor 62.000 Zuschauern nach zuvor fünf Niederlagen in den ersten fünf Saisonspielen war freilich noch keiner. Die Mainzer Knappen-Nothelfer setzten derweil eine kuriose Negativserie fort: Auch sämtliche zwölf vorangegangenen Duelle mit Schalke im Verlauf von Bundesliga-Hinrunden hatte Mainz 05 verloren, während sich die Rückrundenbilanz ganz gegensätzlich leicht positiv liest.

          Schon vor dem Spiel gegen die Mainzer war es „auf“ Schalke erstaunlich ruhig rund um den einst so hysterisch reagierenden Klub gewesen. Lediglich persönliche Befindlichkeiten wie die Gereiztheit von Franco di Santo oder Naldo sorgten für Gesprächsstoff. Di Santo hatte nach seiner Auswechslung in der Vorwoche gegen Bayern München seine Unzufriedenheit gegenüber dem Trainer noch am Spielfeldrand massiv verbal und durch Gesten zum Ausdruck gebracht. Naldo wiederum begab sich nach Kritik des früheren Schalker Trainers Markus Weinzierl am vermeintlich zu alten Abwehrchef in ein Fernduell und empfahl Weinzierl, sich besser mal um das Ende seiner Arbeitslosigkeit zu kümmern. Tedesco hatte hingegen vor dem Spiel den Zusammenhalt betont und mächtig auf Pathos gesetzt, um die eigenen Reihen zu stärken.

          „Ich habe unfassbar viel Nähe bekommen in den letzten Tagen“, erklärte der 33 Jahre alte Trainer und nannte persönlich an ihn gerichtete Äußerungen von Schalker Legenden wie Olaf Thon, Gerald Asamoah, Mike Büskens oder Ingo Anderbrügge. Für Tedesco zahlt sich durch den Beistand der „Alten“ nun aus, dass er vor Dienstantritt „auf“ Schalke viel Zeit investiert hat, um ein Netzwerk eben unter diesen „königsblauen“ Größen zu pflegen: „Ich brenne darauf, für das Vertrauen zurückzuzahlen. Es wird Zeit.“ Für den Zahlungsverkehr sind freilich in erster Linie noch seine Spieler zuständig. Das Spiel begann er ohne seine vermeintlichen Anführer Naldo und Rudy, die auch Opfer taktischer Veränderungen sind. Tedesco geht derzeit mit einer Viererkette statt der zuvor bevorzugten Fünferkette in der Abwehr vor, in diesem System hat der im Spielaufbau starke, defensiv aber anfällige Naldo derzeit keinen Platz.

          Auch für Trainer Tedesco ist der Erfolg eine Befreiung.

          Die aufgebotene Schalker Elf begann gegen die mit acht Punkten komfortabel in die Saison gestarteten Gegner nervös. Der erste gelungene Angriff befreite jedoch von der Last der komplizierten vergangenen Wochen: Alessandro Schöpf (11.) köpfte aus fünf Metern ein. Die Vorarbeit kam passend zu Tedescos neuem Kurs von Konoplyanka, den der erstmals in einem Bundesligaspiel in die Startelf beorderte Mainzer Rechtsverteidiger Phlipp Mwene freilich auch allzu leicht zum Flanken kommen ließ. Für die nächste Schalker Torgelegenheit sorgte ein Mainzer: Kapitän Stefan Bell spitzelte den Ball aufs eigene Tor, Schlussmann Florian Müller bewahrte sein Team mit einer glänzenden Fußabwehr vor dem frühen K.o. (23.).

          In der zweiten Halbzeit scheiterte Konoplyanka mit einem Freistoß (59.) sowie einem Volleyschuss aus kurzer Distanz (72.) jeweils an der Latte. Die Mainzer riefen den Schalkern vor allem in der Schlussphase mit einem mutigem Auftritt in Erinnerung, wie anfällig das königsblaue Gebilde noch ist. Maxim (85.) und in der Nachspielzeit Mateta scheiterten freilich jeweils aus kurzer Distanz an Torhüter Ralf Fährmann.

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