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1:0 in Hannover : Schalke holt den Sieg im Abstiegskrimi

  • -Aktualisiert am

Goldener Torschütze für die Königsblauen: Suat Serdar Bild: dpa

Die Königsblauen behalten die Nerven in angespannter Lage. Im Duell im Tabellenkeller setzen sie sich in Hannover durch. Ein Tor reicht den Schalkern. Für 96 wird die Lage dagegen immer schlimmer.

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          Sein Pfeifen, Gestikulieren und Schimpfen an der Seitenlinie besaß wieder einen hohen Unterhaltungswert. Trotzdem verfehlte Trainer Thomas Doll wieder einmal das Ziel. Hannover 96 verlor auch das Heimspiel gegen den FC Schalke 04 0:1. Der Abstieg der Niedersachsen aus der Fußball-Bundesliga rückt immer näher. 96-Kapitän Marvin Bakalorz haderte: „Es ist immer ein Fuß dazwischen, oder der Torwart hält überragend. Es zieht sich durch die ganze Saison. Aber im Sport muss man weitermachen.“

          Bundesliga

          Und mit der sportlichen Misere bleibt die Frage nach der künftigen personellen Besetzung verknüpft. Doll steht genau wie Sportdirektor Horst Heldt in der Kritik. Martin Kind hat in der Rolle des Präsidenten von Hannover 96 durchblicken lassen, dass er vom bisher Erreichten sehr enttäuscht ist. Doll hat seit seinem Amtsantritt Ende Januar sieben von acht Spielen verloren. Dieses Mal war Suat Serdar der Spielverderber. Er schoss sechs Minuten vor der Halbzeitpause das Tor des Tages für die jubelnden Schalker. „Der Sieg bedeutet uns sehr viel. Endlich mein erstes Tor für Schalke, aber der Erfolg der Mannschaft steht im Vordergrund“, sagte Serdar am Sky-Mikrofon: „Hannover hat uns enorm unter Druck gesetzt, ein großes Kompliment an Alexander Nübel.“

          Wie es sich anfühlt, wenn ein frischer Impuls die erwünschte Wirkung zeigt, war auf der Gegenseite zu beobachten. Dort ist Huub Stevens im Alter von 65 Jahren noch einmal zum Retter von Schalke 04 berufen worden. Mit dem Erfolg in Hannover durfte Stevens seinen ersten Sieg als Nachfolger des entlassenen Trainers Domenico Tedesco bejubeln. Er ballte mit dem Schlusspfiff die Faust. Spieler, Betreuer und Trainerstab fielen sich freudestrahlend in die Arme. In Hannover reichte den Schalkern eine weitgehend fehlerfreie, aber auch schwache Leistung, um sich vom Abstiegskampf distanzieren zu können. Torhüter Alexander Nübel musste vor 44.500 Zuschauern ein paar Mal beherzt zugreifen. Er hielt souverän.

          Die verbleibenden sieben Partien drohen zu einer unangenehmen Abschiedstour für Hannover 96 zu werden. Viel zu wenig deutet darauf hin, dass sich die Mannschaft um Kapitän Marvin Bakalorz noch einmal vom Ende der Tabelle wegbewegen könnte. Für Spannung sorgt eher die grundlegende Entscheidung, ob sich die Vereinsführung den Versuch eines direkten Wiederaufstiegs mit Heldt und Doll vorstellen kann. Zudem kurzfristig soll Doll bleiben. Angesprochen auf eine Trennung vom Trainer sagte Heldt nach dem Spiel bei Sky: „Das macht für mich keinen Sinn.“ Ob seine eigene Position gefährdet sei, wollte Heldt nicht bewerten.

          Während der Trainer engagiert um seine Chance kämpft, wird es um den Sportdirektor immer ruhiger. Unter der Regie von Heldt war Hannover im Vorjahr in die Bundesliga zurückgekehrt. Der ehemalige Profi hat sich bis 2021 an den Verein gebunden. Heldt sollte sogar zum Geschäftsführer der Profiabteilung befördert werden, um dort die Basis für nachhaltigen Erfolg legen zu können. Aktuell ist sein Scheitern deutlich wahrscheinlicher als eine Beförderung.

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