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Aufregendes Kellerduell : Schalke und Mainz sieglos am Abgrund

  • -Aktualisiert am

Immerhin nicht verloren: Schalke freut sich über das Remis in Mainz. Bild: EPA

Mainz und Schalke liefern sich ein turbulentes Duell der sieglosen Teams im Keller. Nach Aufregung um den Video-Assistenten und zwei Elfmeter gelingt den Königsblauen noch der Ausgleich – durch ein Mainzer Missgeschick.

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          Sie hatten nichts oder fast nichts auf der Hand und wollten ihre Kellerparty doch nicht zu einem Alles-oder-nichts-Spiel deklarieren. Es war ja erst der siebte Spieltag, vor dem der 1. FSV Mainz 05 als Tabellenletzter ohne ein Pünktchen völlig blank dastand und der FC Schalke 04 als Tabellenvorletzter mit zwei Punkten auch nur unwesentlich besser. Dazu schleppten die Gelsenkirchener eine schwarze Serie von 22 sieglosen Bundesliga-Begegnungen mit nach Mainz.

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          Dennoch sah Trainer Manuel Baum weniger wegen des nach einiger Mühsal zustandegekommenen 4:1-Pokalerfolgs am Dienstag gegen den Viertligaklub Schweinfurt 05 ein paar Zeichen der Hoffnung. „Wir haben Ansätze gefunden, wie wir es besser machen wollen“, sagte er. Allzu hohem Erwartungsdruck indes beugte der Nachfolger des nach dem zweiten Spieltag entlassenen David Wagner vor. „Dies ist kein Finalspiel“, lautete sein Diktum vorab.

          Es ähnelte dem des Mainzer Sportvorstands Rouven Schröder, der darauf hingewiesen hatte, dass das Tiefparterre-Duell keinen „Endspielcharakter“ habe. Am Samstagnachmittag aber bejubelten weder die Mainzer noch die Schalker ihren ersten Saisonsieg. In einem aufregenden und qualitativ ansprechenden Duell trennten sich die Teams 2:2 nach zwei Mainzer Elfmetertoren durch Brosinski (6. Minute) und Mateta (45.+2) und Schalker Treffern durch Uth (36.) und einem Eigentor des Mainzers St. Juste (82.).

          Immer wenn die Mainzer vor der Pause freie Schussbahn hatten, trafen sie auch. Und wann wäre die Gelegenheit besser gewesen als bei zwei Strafstößen Auge in Auge mit dem gegnerischen Torwart? Brosinski nutzte kurz nach Spielbeginn seinen Elfmeter nach Nastasics Foul an Burkardt; Mateta seine große Chance kurz vor der Pause, als Sané Burkardt zu Fall gebracht hatte. Die Entscheidungen von Schiedsrichter Ittrich waren auch nach Ansicht des Videoassistenten stichhaltig.

          Zwischen den beiden Mainzer Treffern aber war Schalke die bessere Mannschaft, weil die „Königsblauen“ seit langem mal wieder sowohl kämpferisch, aber auch spielerisch überzeugten. Uths sehenswerter Freistoß zum 1:1 belohnte die Westfalen. Dabei hatte Uth schon davor, freigespielt von seinem Angriffspartner Paciência, den Ausgleich auf dem Fuß, schlug aber frei vor dem Tor über den Ball (22.). Andererseits bewahrte Rønnow, der im Tor den Vorzug vor Fährmann bekam, die Schalker vor einem weiteren Treffer, als er allein gegen Mateta die Nerven bewahrte (45.+5).

          Der Videoassistent Tobias Reichel schaute auch nach der Pause genau hin, wenn Ittrich ihn brauchte. Den vermeintlichen 2:2-Ausgleich durch Kabak, den der Hamburger Unparteiische den Schalkern schon zugesprochen hatte, nahm er nach Rücksprache mit Reichel wieder zurück, weil dem nach fünf Spielen Sperre, davon vier für seine Spuckattacke auf den Bremer Augustinsson, zurückgekehrten Türken der Ball zunächst an den Arm gesprungen war (50.), ehe er den Ball über die Linie drückte.

          Der ständigen Schalker Gefahr begegneten die Mainzer mit einer erkennbar größeren physischen Wucht, wodurch sich das Spiel mehr als zuvor in der Schalker Hälfte abspielte. Rønnow verhinderte im Duell mit Burkardt das 2:2 (57.). Nun wirkte auch die Defensive der Rheinhessen stabiler als in den ersten 45 Minuten. Dass die Schalker am Ende doch noch zum verdienten 2:2 kamen, hatten sie auch einem Mainzer zu verdanken, als Innenverteidiger St. Juste eine von Torhüter Zentner abgefälschte scharfe Flanke des eingewechselten Skrzybski mit dem Knie ins Tor lenkte.

          Zwei Minuten später hatte Mainz dafür Glück, da der Schiedsrichter den Trikotzieher von Niakhaté gegen den Schalker Angreifer Paciência nicht als Foul wertete und es auch vom Videoassistenten keinen Widerspruch gab. „Ich fühle mich schlecht behandelt. Es reicht irgendwann einmal“, sagte Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider dem TV-Sender Sky vor allem mit Blick auf die beiden Elfmeter-Entscheidungen gegen seinen Verein. „Ich weiß nicht, was da in Köln los ist. Das wird kurz gecheckt und ist Elfmeter. Ich erwarte mehr Aufmerksamkeit in Köln.“ Ähnlich sah es Trainer Baum: „Den zweiten Elfmeter darfst du nicht geben. Das geht nicht.“

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