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1. FC Kaiserslautern : Vorteil in der Liga der Unentschiedenen

  • -Aktualisiert am

Kopf an Kopf: In der Zweiten Bundesliga geht es nicht nur zwischen FCK-Spieler Kevin Stöger (r.) und Leipzigs Torwart Fabio Coltorti eng zu Bild: dpa

In der Zweiten Bundesliga ernähren sich die Aufstiegsaspiranten recht mühsam: Aus zwölf Spielen holten Kaiserslautern, Darmstadt und Karlsruhe zuletzt nur drei Siege bei acht Unentschieden. Der 1. FC Kaiserslautern kann deshalb mit dem 1:1 gegen Leipzig gut leben.

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          Es ist nicht so, dass die Aufstiegsanwärter in der Zweiten Fußball-Bundesliga nicht gewinnen wollen. Tabellenführer FC Ingolstadt siegte schließlich in den vergangenen Wochen in Serie und kann fünf Runden vor Schluss schon mal die Aufstiegsfeier planen. Und auch die Verfolger, die um die Aufstiegsplätze zwei und den Relegationsrang drei kämpfen, haben keine Nichtangriffspakte unterschrieben und reden sogar von Erfolgen, wie Jean Zimmer nach dem 1:1 seines 1. FC Kaiserslautern gegen RB Leipzig am Montagabend.

          Daniel Meuren
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der 21 Jahre alte Verteidiger, der wie seine Teamkollegen Dominique Heintz, Willi Orban oder auch die Torhüter Tobias Sippel und Marius Müller seit über einem Jahrzehnt bei den „Roten Teufeln“ spielt, hat in all diesen Jahren gelernt, was beim FCK traditionell die wichtigste Tugend sein sollte: „Wenn es zur Sache geht, stehen wir zusammen“, sagte Zimmer. „Nur so gewinnt man auf dem Betze Spiele.“ Oder eben auch nicht: Gegen Leipzig reichte es im mit 31.000 Zuschauern gefüllten Fritz-Walter-Stadion am Betzenberg nicht zum großen Schritt in Richtung Aufstieg.

          Zurück auf Rang zwei, Distanz zu Leipzig

          Das Ergebnis passte aber zum Trend der Vorwochen: Kaiserslautern, Karlsruhe und Darmstadt, die sich mit den derzeit besten Aussichten und nur einem Punkt Abstand untereinander um die Ränge zwei und drei streiten, haben in den vergangenen vier Wochen nur je ein Spiel gewonnen, acht Partien mit ihrer Beteiligung endeten unentschieden. „Es ist irre, wie viel Arbeit man in der Zweiten Liga derzeit investieren muss, um einen beschissenen Punkt zu holen“, sagte FCK-Trainer Kosta Runjaic nach dem Spiel, das seinem Team immerhin die beste Ausgangsposition im Kampf um Rang zwei sicherte und einen gefährlichen Verfolger auf Distanz hielt: Sieben Punkte trennen die „Roten Teufel“ weiterhin von den Rasenballsportlern aus Leipzig. Das sollte ein Abstand sein, der zumindest dem FCK Sicherheit bieten sollte vor einem Überholmanöver der so herausragend besetzten Truppe aus Sachsen.

          Führung für Leipzig: FCK-Torwart Marius Müller ist chancenlos
          Führung für Leipzig: FCK-Torwart Marius Müller ist chancenlos : Bild: dpa

          Für die seit dem bislang letzten Abstieg im Jahr 2012 ersehnte Rückkehr in die Erstklassigkeit müsste der FCK in den kommenden Wochen aber etwas mehr Spielkultur und Torgefahr entwickeln als gegen RB Leipzig. Die Pfälzer setzten in einem temporeichen und unterhaltsamen Duell von Beginn an im Zusammenspiel mit ihrem Publikum darauf, Leipzig mit Emotion und Härte zu beeindrucken. Immer wieder versuchten sie beispielsweise, den vor drei Jahren aus Kaiserslautern ins Reich der Brausefußballer zunächst nach Salzburg und anschließend nach Leipzig abgewanderten Innenverteidiger Rodnei mit Nickligkeiten auf dem Feld und Pfiffen von den Rängen aus der Ruhe zu bringen.

          Die Leipziger besannen sich dennoch auf ihre spielerischen Fähigkeiten und konterten sich kaltschnäuzig zur Führung, als Yussuf Poulsen eine mustergültige Vorlage von Emil Forsberg zum 1:0 nutzte (16. Minute). Kaiserslautern schlug umgehend zurück, als ihr bester Akteur Kevin Stöger mit einem wunderbaren Zuspiel Torjäger Simon Zoller dessen zweites Rückrundentor ermöglichte (20.).

          Aus dem Spiel: Emil Forsberg (gebeugt) muss vom Feld
          Aus dem Spiel: Emil Forsberg (gebeugt) muss vom Feld : Bild: dpa

          Die von einem Brausekonzern finanziell so stark unterstützten Leipziger hoffen auch nach dem Punktverlust auf dem Betzenberg auf ein kaum noch für möglich gehaltenes Happy-End. Denn der Tabellenfünfte könnte den Rückstand auf den Relegationsrang im direkten Duell am Freitagabend im besten Fall auf drei Punkte reduzieren - muss dabei aber auf Emil Forsberg verzichten, der sich in den Schlussminuten auf dem Betzenberg eine Gelb-Rote Karte eingehandelt hat. „Was rechnerisch noch möglich ist, kann uns nicht interessieren. Wir müssen uns auf das nächste Highlight gegen Darmstadt 98 konzentrieren“, sagte Trainer Achim Beierlorzer. Soviel ist gewiss: Eine Punkteteilung auch am Freitag würde in der Liga der Unentschieden wohl das endgültige Ende der Leipziger Aufstiegsträume bedeuten.

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