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Niederlage bei Hoffenheim : Kampfansage des FC Bayern an Dortmund

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Bitte aufstehen: Auf Thomas Müller und den FC Bayern wartet schon am Mittwoch das nächste Spiel. Bild: Picture-Alliance

Die Münchner verlieren 1:4 bei Hoffenheim. Ist das schon der Preis für die Terminhatz? Die Spieler und Trainer Hansi Flick winken ab – und nehmen schon den nächsten Titelgewinn ins Visier.

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          Selbst der „Weiter, immer weiter!“-Oliver Kahn saß als Mitglied der Münchner Führungsriege nach der Pleite des FC Bayern mit nachdenklicher Miene auf der Tribüne in Sinsheim. Drei Tage vor dem deutschen Supercup-Finale gegen Borussia Dortmund am Mittwoch (20.30 Uhr bei DAZN und ZDF) wirkt der Triplesieger überspielt und übermüdet. Zu der Terminhatz in der voll gequetschten und verkürzten Saison kommt nun der zeitliche Druck auf dem Transfermarkt. Nur noch eine Woche bleibt den Münchnern, ihren Kader zu verstärken.

          Bundesliga

          Dass dies bitter nötig ist, zeigte das 1:4 am Sonntag bei der TSG 1899 Hoffenheim, als der Meister, Pokalsieger und Champions-League-Sieger die erste Niederlage 2020 hinnehmen musste. Natürlich wollte bei den Bayern keiner ein Drama daraus machen. „Wir haken das Spiel ab und gucken auf das nächste“, sagte Trainer Hansi Flick schmallippig.

          Ob es langsam nicht eng wird mit Verstärkungen bis zum Transferschluss am 5. Oktober? „Darüber mache ich mir keine Gedanken“, meinte der 55-Jährige bei der Pressekonferenz kurz angebunden, sagte zuvor aber auch: „Wir brauchen noch ein bisschen Qualität in der Breite, um dem einen oder anderen Spieler noch eine Pause zu geben.“ Flick hatte wohl geahnt, was nach den 120 kräftezehrenden Minuten beim 2:1 gegen Sevilla im europäischen Supercup-Finale gut 60 Stunden später auf seine Mannschaft gegen Hoffenheim zukommen könnte und sich Optionen gewünscht, „um dann solche Spiele auch wegstecken zu können“.

          Gefordert ist nun vor allem Hasan Salihamidzic. „Wir halten uns viele Optionen offen. Lassen wir uns überraschen, was bis Ende der Transferperiode passiert“, sagte der Sportvorstand. Angesichts der Abgänge von Thiago, Ivan Perisic und Philippe Coutinho hatte Thomas Müller schon nach dem Budapest-Trip gesagt: „Ich hoffe natürlich, dass wir noch Verstärkung dazu bekommen.“ Auch Kapitän Manuel Neuer verwies da auf den „relativ schmalen Kader“.

          „Mia san müd“, titelte die „Süddeutsche Zeitung“ am Montag über die schlappen Bayern. Die erfolgsverwöhnten Profis nahmen es nach der Devise: Jammern hilft nicht – weiter geht’s im Programm! So war Müller gedanklich schnell bei der nächsten Titelchance der Münchner im DFL-Supercup gegen den BVB: „Da haben wir eine sehr schöne Möglichkeit zurückzuschlagen.“

          Insgesamt 53 Spiele bis zum angepeilten Königsklassen-Finale am 29. Mai in Istanbul müssen die Bayern bewältigen, falls sie ihr Triple verteidigen wollen. „Wir suchen keine Ausreden. Das erwartet uns in diesem Jahr. Alle paar Tage ist ein Spiel, das wissen wir“, sagte Nationaltorhüter Neuer. „Dementsprechend können wir nicht so viel darüber reden, dass wir kaputt sind, sondern müssen es annehmen.“ Im Übrigen habe man „massig“ Siege gehabt in letzter Zeit, Niederlagen würden schließlich auch zum Sport gehören: „Ich kann einfach nur sagen, dass das menschlich ist.“

          Flick, der in Hoffenheim Torjäger Robert Lewandowski und Leon Goretzka bis zur 57. Minute schonte, hatte schon vor der Niederlage erklärt: „Unser Rhythmus wird bis Weihnachten aus Spiel Regeneration, Spiel Regeneration bestehen.“

          Nach dem Supercup gegen den BVB steht für die Münchner am Sonntag gegen Hertha BSC die nächste Liga-Partie an. Danach müssen die Nationalspieler wie die am Sonntag unauffälligen Serge Gnabry und Leroy Sané erstmal für drei Partien zur DFB-Auswahl – getreu dem legendären Oliver-Kahn-Spruch: „Weiter, immer weiter!“

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