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Kampfansage des FC Bayern : „Dortmund weiß, wie gut wir sind“

Die Bayern um Lewandowski (links) und Kimmich zeigen Stärke. Bild: Reuters

Zum Start ins Fußball-Jahr setzen die Münchner den Tabellenführer unter Druck. Nicht nur auf dem Rasen beeindruckt der FC Bayern gegen Hoffenheim. Auch der verbale Nachschlag ist ziemlich deutlich.

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          Auch in dieser Rückrunde der Fußball-Bundesliga wird jede Mannschaft genau ein Mal gegen jeden der 17 Kontrahenten auf dem Rasen antreten. Wer nach dem 3:1-Sieg des FC Bayern bei der TSG Hoffenheim im Auftaktspiel des Jahres 2019 genau hinhörte, musste allerdings glauben, dass die Münchner bis zum Ende dieser Saison jede Partie gegen Borussia Dortmund bestreiten werden. Das Fernduell mit dem Spitzenreiter aus Westfalen setzt den Ton, der die Bundesliga wohl bis in den Mai begleiten wird. „Wir sind die Verfolger und wollen den BVB jagen“, sagte Bayern-Trainer Niko Kovac nach dem erfolgreichen Auftakt im kalten Sinsheim.

          Bundesliga
          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Im deutlich wärmeren Qatar hatten sich die Münchner auf die zweite Hälfte der Spielzeit vorbereitet. Und die harte Arbeit hat sich offenbar gelohnt. Beim Sieg über Hoffenheim zeigten sie einen beeindruckenden Start. „Die erste Halbzeit war sensationell“, sagte Kovac. „Das war unser Anspruch, das ist das, was wir können.“ Leon Goretzka brachte die starke Leistung in den ersten 45 Minuten mit seinen zwei Toren (34. und 45. Minute) auch sichtbar auf die Anzeigetafel. Nach dem Anschlusstreffer von Nico Schulz (59.) erzielte Robert Lewandowski (87.) in einer ausgeglicheneren zweiten Halbzeit den Endstand. „Wir haben mit dem heutigen Spiel gezeigt, dass wir da sind“, sagte Kovac.

          So hatten sich die Bayern das gewünscht nach den besinnlichen Tagen über Weihnachten und den Jahreswechsel. Der Rückstand auf Dortmund beträgt nun vorerst nur noch drei statt sechs Punkte. Und die Borussia wird vor ihrem schweren Auswärtsspiel bei RB Leipzig an diesem Samstag (18.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) wissen, was die Stunde geschlagen hat. Eine Niederlage und der einstmals so schöne Vorsprung von neun Zählern wäre doch arg geschrumpft. So weit ist es noch nicht, doch das Rennen um den Titel ist auch ein psychologisches Duell.

          „Wir sind mit einem guten Gefühl in die Winterpause gegangen“, sagte Hasan Salihamidzic mit Blick auf die fünf Siege in fünf Spielen zum Ende des alten Jahres. „Und wir sind nun mit einem guten Gefühl in die Rückrunde gestartet.“ Doch der Sportdirektor sah auch Mängel im Münchner Spiel: „Die zweite Halbzeit war schwierig mit individuellen Fehlern.“ Das war vor der Pause anders. Die Abwehr mit dem überraschend aufgebotenen Mats Hummels – Jerome Boateng saß dafür 89 Minuten auf der Bank – stand sehr sicher und ließ keine Torchance der Hoffenheimer zu. Das Mittelfeld mit Thiago, Goretzka und Javi Martinez strahlte Stabilität und Kreativität zugleich aus. Und vorne sorgte der flinke Kingsley Coman mit Thomas Müller und Lewandowski permanent für Gefahr.

          Das änderte sich in der zweiten Halbzeit, auch weil der Gegner besser wurde. „Die erste Halbzeit war ein super Spiel von uns“, sagte Goretzka. „In der zweiten Halbzeit wurde es etwas hektisch.“ Der Verlauf des Spiels mit dem positiven Ergebnis dürfte Trainer Kovac aber gar nicht so unrecht sein. Die Bayern zeigten zunächst, zu welch bärenstarker Leistung sie in der Lage sind. Sie zeigten aber auch, wo Schwachstellen liegen, an denen gearbeitet werden kann. In der Schlussphase war es nur Manuel Neuer mit einer starken Parade zu verdanken, dass Adam Szalai nicht zum Ausgleich einköpfte. Und beim 1:2 zuvor ließen sich die Münchner nach einer eigenen Ecke auskontern. Solche überfallartigen Angriffe dürften auch in der Champions League im Achtelfinale vom FC Liverpool erwartet werden.

          So weit ist es aber noch nicht. Die Mannschaft von Jürgen Klopp wartet im Hinspiel erst in viereinhalb Wochen. Bis dahin wollen die Münchner beim schweren Spiel bei Hertha BSC ins Viertelfinale des DFB-Pokals kommen und in der Bundesliga die Lage im Vergleich mit Dortmund verbessern. Nach dem Heimspiel am nächsten Wochenende gegen Stuttgart geht es nach Leverkusen, dann kommt Schalke, ehe die kurze Reise nach Augsburg ansteht. Erst dann ist Zeit reif für Liverpool. „Wir haben ein Statement abgegeben“, sagte Müller zum Münchner „Mia san mia“ in Sinsheim. „Jetzt müssen wir dranbleiben.“

          Das gilt für ihn nicht erst seit dem Freitagabend. In der Nationalmannschaft hat er seinen Stammplatz verloren, dort sind derzeit die jungen wie schnellen Leroy Sané, Timo Werner und Serge Gnabry, der an alter Wirkungsstätte in Sinsheim bei den Münchnern in der zweiten Halbzeit eingewechselt wurde, gesetzt. Beim FC Bayern aber hat sich Müller wieder in die erste Elf gespielt. Gegen Hoffenheim zeigte er sich vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw extrem einsatzfreudig und leitete zwei Tore ein. Zunächst blockte er einen Schuss der Hoffenheimer, der den Konter zu Goretzkas zweitem Treffer ermöglichte. Kurz vor Ende legte er für Lewandowski mit einer Direktabnahme zentimetergenau auf.

          Letztlich landeten aber doch fast alle Münchner bei der Analyse nicht bei einzelnen Szenen, sondern beim großen Ganzen, beim Kampf um die Meisterschaft. „Wir wissen, wie gut Dortmund ist. Und Dortmund weiß, wie gut wir sind“, sagte Süle. „Jetzt wird es hoffentlich jede Woche so laufen, dass wir den Druck auf Dortmund erhöhen. Wir werden weiter daran glauben.“ Und dann sprach der junge Abwehrspieler am späten Freitagabend das aus, was alle Münchner denken. „Ich hoffe, dass Dortmund morgen verliert.“

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