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FC Bayern : Rensing „noch heißer als sonst“ - aber reicht das?

  • -Aktualisiert am

Kahn vertraut seinem Eratzmann Bild: dpa

Michael Rensing ahnt, was ihn erwartet. Schließlich war er schon ein paarmal mit dem FC Bayern im Giuseppe-Meazza-Stadion. Allerdings hat er bisher den Rasen dort nur betreten, um Oliver Kahn warm zu schießen. Am Dienstag wird er mehr gefordert sein.

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          Michael Rensing kann zumindest erahnen, was ihn erwartet. Schließlich war er schon ein paarmal mit dem FC Bayern München im Giuseppe-Meazza-Stadion. Allerdings hat er bisher den Rasen dort nur betreten, um Oliver Kahn warm zu schießen.

          Er kennt dort, wie auch in den meisten Bundesliga-Stadien, am besten die Ersatzbank, seinen Stammplatz. An diesem Dienstag (20.45 Uhr, im FAZ.NET-Liveticker) steht er nun zum ersten Mal zwischen den Pfosten, vertritt im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen den AC Mailand den gesperrten Kahn, der sich auch am Samstag beim Sieg gegen Schalke daneben benahm und nur mit viel Glück einer Sperre entging (Siehe auch: Oliver Kahn: Eine unheimliche Begegnung). Es ist eine der seltenen Gelegenheiten für Rensing, sich vor großer Kulisse auszuzeichnen. "Es ist von der Bedeutung natürlich etwas Besonderes. Aufgrund der Brisanz ist man noch motivierter, noch heißer als sonst", sagt der Zweiundzwanzigjährige, und es klingt ziemlich abgeklärt, wohlüberlegt.

          Europäisches Auswärtsdebüt

          Er hatte noch ein paar Tage zittern müssen um sein europäisches Auswärtsdebüt, denn die Münchner hatten zunächst Berufung eingelegt gegen Kahns Sperre durch die Europäische Fußball-Union, diese am Donnerstag aber zurückgezogen. Offiziell, um eine konzentrierte Vorbereitung auf die Spiele gegen Schalke und Mailand zu ermöglichen, inoffiziell vielleicht auch, weil die Aussichten auf Erfolg als nicht besonders gut galten. Wie auch immer, Rensing sieht es auch als Zeichen des Vertrauens. "Es ist schön, die Rückendeckung vom Trainer und vom Präsidium zu haben."

          „Es ist schön, die Rückendeckung zu spüren”

          Vor ein paar Wochen war er sich kurzfristig seiner Wertschätzung nicht so sicher. Der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge hatte in einem Interview davon gesprochen, dass man sich eine Verlängerung des Vertrages von Oliver Kahn über 2008 hinaus vorstellen könne. Der sonst so coole Rensing reagierte ungewohnt barsch und kündigte seinen baldigen Abschied an, "wenn man nicht mit mir ab 2008 plant". Die Vereinsoberen ließen daraufhin schnell verlauten, es handle sich um ein Missverständnis. "Wir haben ein klärendes Gespräch geführt, es ist alles bereinigt", sagt Rensing.

          Von Nervosität keine Spur

          Er wirkt nicht besonders nervös, aufgeregt vor seinem Auftritt in Mailand. Aber warum auch, er hat die wenigen Spiele für die Profis des FC Bayern alle gut gemeistert. Vor allem das vor einem Jahr, das bisher einzige in der Champions League. Er zeigte beim 1:1 im Achtelfinal-Hinspiel gegen den AC Mailand in der vergangenen Saison eine fehlerfreie Partie. Seine Profi-Bilanz ist fast makellos: Von 17 Pflichtspielen für die Profis des FC Bayern ging nur eines verloren, die Pokal-Begegnung im Dezember bei Alemannia Aachen. Es war sein bisher letzter Einsatz für die Profis. Wenn es der Terminplan erlaubt, stellt er sich in der Regionalliga zwischen die Pfosten, "Spielpraxis zu haben ist wichtig, damit ich am Tag X gut vorbereitet bin".

          Natürlich sei die Situation für ihn nicht "befriedigend", gibt Rensing zu. Aber er hat sie sich selbst ausgesucht. Als er einen Profivertrag bis 2010 unterschrieben hat, wusste er, auf was er sich einlässt und dass er die ersten Jahre wohl auf der Ersatzbank verbringen würde. Er hat den Aufstieg von Manuel Neuer beim FC Schalke 04 und René Adler in Leverkusen verfolgt, die beiden haben den jeweils arrivierten Torhüter ihres Klubs verdrängt. "Es ist auf der einen Seite schön zu sehen, dass viele junge Torhüter in der Bundesliga spielen, auf der anderen Seite nervt es schon."

          Schließlich sei er den beiden bisher einen Schritt voraus gewesen in der U-21-Nationalmannschaft. "Aber Bayern ist eben etwas Besonderes. Das kann man hier nicht mit Leverkusen und Schalke vergleichen, das ist hier schon noch etwas anderes." Und Oliver Kahn auch nicht mit Frank Rost oder Hans-Jörg Butt. "Ich weiß ja, meine Zeit wird noch kommen." 2008. Vielleicht.

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