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3:1 gegen Schalke : Die Bayern nähern sich Dortmund

Gut gebrüllt: Die Münchner verkürzen den Rückstand auf Dortmund. Bild: dpa

Auch der Erzrivale kann die Laune beim BVB nicht mehr verbessern: Schalke verliert verdient beim FC Bayern. Die Münchner erhöhen den Druck auf Spitzenreiter Dortmund, auch wenn nicht alles glatt läuft.

          Die Vorlage war einfach zu gut, um sie nicht zu verwandeln. Nachdem Borussia Dortmund am Nachmittag einen 3:0-Vorsprung gegen Hoffenheim verspielt hatte, nutzte Bayern München am Samstagabend die Gunst der Stunde und verkürzte den Rückstand auf den Tabellenführer mit einem 3:1-Erfolg gegen Schalke 04 auf fünf Punkte.

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          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Die Bayern gingen durch ein Eigentor von Jeffrey Bruma (12. Minute) in Führung und konterten den zwischenzeitlichen Ausgleich durch Ahmed Kutucu (25.) im Handumdrehen durch Robert Lewandowskis 13. Saisontreffer (27.), ehe nach mehreren guten Schalker Ausgleichschancen Serge Gnabry (57.) das Spiel entschied. „Wir haben sehr früh, sehr viel Druck gemacht. Wir haben die Fehler der Schalker konsequent genutzt“, sagte Mittelfeldspieler Leon Goretzka im TV-Sender Sky nach dem Spiel gegen sein früheres Team, musste aber auch erkennen: „Wir haben ein paar Torchancen zuviel des Gegners zugelassen.“ 

          Von Beginn an spielten schalteten die Bayern in den Vorwärtsgang, während die Schalker zunächst so verzagt auftraten, wie man es von einem Team erwarten kann, das seit acht Jahren in der Liga nicht mehr gegen die Bayern gewonnen hat. Dennoch ging die größere Torgefahr von den Schalkern aus – vor allem vor dem eigenen Tor. Das 1:0 war ein doppeltes Gastgeschenk. Bruma ging am Ende als Schütze des Eigentors in die Statistik ein, doch war er nur derjenige, der in letzter Not im Tackling gegen den frei vor dem Tor aufgetauchten Lewandowski das Schlammassel abzuwenden versuchte, das ihm der Kollege Nabil Bentaleb eingebrockt hatte. Der Algerier hatte den Ball ohne Not vor dem eigenen Strafraum mit schlampiger Ballbehandlung hergeschenkt. 

          Einen zweiten Bayern-Treffer verhinderte mit starker Parade gegen Gnabry der Schalker Kapitän Ralf Fährmann, für den gesperrten Alexander Nübel ins Tor zurückgekehrt. Das 2:0 schien dennoch nur eine Frage der Zeit – bis die offensiv bis dato unsichtbaren Schalker wie aus dem Nichts die nicht zum ersten Mal in dieser Saison allzu optimistisch weit vor dem eigenen Tor postierte Bayern-Abwehr überrumpelten. Bentaleb löste eine längere Druckphase der Münchner geschickt auf, brachte Weston McKennie ins Spiel, und der schickte mit einem kleinen Steilpass den schnellen Kutucu von der Mittellinie allein aufs Bayern-Tor zu – der 18-Jährige vollendete gekonnt zum 1:1, während der überspielte Jerome Boateng, für Niklas Süle in die Abwehr zurückgekehrt, nur noch hinterherlaufen konnte.

          Doch der Jubel der Weiß-Blauen war kaum verebbt, da servierten sie das nächste Geschenk. Nur das Schleifchen fehlte noch um den Ball, den Suat Serdar vor dem eigenen Strafraum ohne erkennbaren Grund quer auf Gnabry spielte. Die dadurch unverhofft entstandene 3:2-Überzahlsituation vor dem gegnerischen Tor nutzten die Bayern mit einer schnellen Stafette über James zu Lewandowski fast mühelos zum 2:1. Abermals verhinderte Fährmann mit starker Parade gegen James einen höheren Rückstand. Aber auch Sven Ulreich durfte sich einige Male auszeichnen, ehe er den Platz im Bayern-Tor bald wieder an Manuel Neuer abtreten dürfte. Zweimal rettete er gegen Jewhen Konoplyanka und zeigte dann nach 53 Minuten seine wichtigste Parade, als er nach einer Ecke einen Kopfball von Bruma im artistischen Flug an den Pfosten lenkte.

          Dem abermaligen Ausgleich glücklich entkommen, wollten die Bayern dem Zufall danach nichts mehr überlassen und antworteten mit dem 3:1 – bei dem auch ein wenig Glück im Spiel war, denn ein misslungener Fallrückzieher von Lewandowski landete auf dem Kopf Gnabrys, von wo der verdrehte Ball unerreichbar für den verdutzten Fährmann ins Tor kullerte. „Wir haben das in der ersten Halbzeit richtig gut gemacht, in der zweiten dann phasenweise. Der Sieg ist verdient, auch in der Höhe“, sagte Bayern-Trainer Niko Kovac. Sein Schalker Kollege Domenico Tedesco analysierte: „Das ist eine verdiente Niederlage, wir haben die Seiten nicht zubekommen. Wir waren zu passiv. Wir haben uns in der Halbzeit nochmal aufgebäumt und kriegen dann in unserer besten Phase den Treffer zum 1:3.“

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