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Bundesliga-Topspiel beim BVB : Der Plan des FC Bayern für den „Geistergipfel“

Garant für viele Tore: Robert Lewandowski (r.), hier bei einem Spiel am 23. Mai, ist bereit für das Duell mit seinem alten Klub aus Dortmund. Bild: Picture-Alliance

80 Tore haben die Münchner in Bundesliga schon erzielt. Dortmund kommt auf 74. Viele erwarten bei solch einer Torflut, dass es beim großen Duell zu einem Offensivspektakel kommt. Nur einem gefällt das nicht so gut.

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          Wehe, wenn sie losgelassen. 80 Tore haben die Bayern nach dem 5:2-Sieg gegen Eintracht Frankfurt auf dem Konto. So viele hat in der Bundesliga noch nie ein Team nach 27 Spieltagen erzielt. Gleich dahinter kommt Borussia Dortmund auf weitere 74 Treffer.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Das addiert sich zu einer solchen Torflut an der Tabellenspitze, dass viele für das Duell der beiden Topteams am Dienstag (18.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) in Dortmund ein Offensivspektakel erwarten. Darunter auch prominente Beteiligte. „Wir marschieren, Dortmund marschiert, da können wir uns auf Dienstag freuen“, sagte Thomas Müller, der Leon Goretzka das erste Tor serviert, das zweite selbst erzielt hatte und von Trainer Hansi Flick für sein „sehr intelligentes Spiel“ gelobt wurde.

          Bundesliga

          Ob es zum munteren Marschieren nach Müller-Art tatsächlich kommen wird, dürfte aber wohl auch davon abhängen, wie Flick „sehr intelligentes Spiel“ am Dienstag definieren wird. Und wie groß der Respekt vor der Offensivstärke des jeweils anderen die eigene Vorsicht auf beiden Seiten wachsen lässt. Flick, der die Bayern seit dem 1:5-Debakel in Frankfurt in November als Nachfolger von Niko Kovac mit 14 Siegen in 17 Ligaspielen zu alter Dominanz zurückgeführt hat, wünschte sich nach dem ersten Geisterspiel in der Münchner Arena von seinen Leuten etwas weniger Sturm und Drang. „Ich würde mich freuen, wenn die Null stehen würde“, sagte Flick – der Entfesselungskünstler, der sein Team nun lieber wieder ein wenig an die Leine nehmen möchte.

          Es fehle noch „die Balance“, sagte er über seine Mannschaft, die bis zur Pause den Gegner komplett kontrollierte, nach dem 3:0 durch Robert Lewandowski aber in einen fünfminütigen Schlummer verfiel, den Martin Hinteregger zu zwei Treffern nach den einzigen beiden Eckbällen der Frankfurter nutzte. „Die zwei Gegentore ärgern mich“, sagte Flick, einst als Joachim Löws rechte Hand beim WM-Triumph 2014 für die deutsche Standard-Stärke verantwortlich. „Darüber müssen wir sprechen und schauen, dass wir das besser machen.“

          Standard-Gegentore können auch ein spielerisch höchst überlegenes Team stark verunsichern, weil sie sich taktischer Planbarkeit entziehen. Und wenn es überhaupt aus der großen Bayern-Historie heraus ein Gift für das „Mia san mia“-Gefühl gibt, eine Art traumatische Spielsituation, dann sind es Eckbälle, vor allem späte. Sie brachten die beiden schwersten Niederlagen der Vereinsgeschichte, beide nach überlegenem Spielverlauf, der durch einige Sekunden Kontrollverlust bei Standards wertlos wurde. Durch zwei Ecken von David Beckham ging das Champions-League-Endspiel gegen Manchester United 1999 in der Nachspielzeit verloren. Im „Finale dahoam“ 2012 kassierte Bayern bei einem Eckballverhältnis von 20:1 durch die einzige Ecke von Chelsea den späten Ausgleich und verlor im Elfmeterschießen.

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