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Aufregung um FC Bayern : Der Fall Neuer und die Suche nach dem Maulwurf

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Wegweisender Poker: Wie geht es für Manuel Neuer beim FC Bayern weiter? Bild: dpa

Manuel Neuer und die Münchner pokern um eine Vertragsverlängerung. Dabei werden Details über angeblich immense Forderungen des Torwarts publik. Der Ärger ist groß. Und es stellt sich nun vor allem eine wichtige Frage.

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          Manuel Neuer hat seinen berühmten „Reklamierarm“ wieder eingefahren, doch das Aufsehen erregende Interview des „irritierten“ und „verärgerten“ Kapitäns wirkt bei Bayern München noch nach. Nach den Schlagzeilen mit den großen Buchstaben rücken mehr und mehr die Zwischentöne in den Fokus – und diese bergen nicht weniger Sprengstoff. Aus der Corona-Krise könnte auch eine Bayern-Krise werden, wie Christian Eichler kommentiert.

          In bald neun Jahren beim FC Bayern sei es ihm „nie“ passiert, dass Inhalte aus vertraulichen (Vertrags-)Gesprächen an die Öffentlichkeit gedrungen seien, sagte Neuer der „Bild am Sonntag“. Jetzt aber gelangten „ständig“ Details der Verhandlungen über eine Verlängerung seines Angestelltenverhältnisses über Mitte 2021 hinaus in die Medien, noch dazu solche, „die oft nicht einmal stimmen“. Ständig!

          Die Frage ist: Wer verhielt sich in der Causa Neuer regelwidrig? Der Nationalkeeper gab an, bei den Gesprächen „nicht dabei“ zu sein, „das macht ja Thomas“, also sein Berater Thomas Kroth, „aber der Personenkreis dort ist ja überschaubar“. Kroth nannte als seine bisherigen Gesprächspartner Sportdirektor Hasan Salihamidzic und Vorstand Oliver Kahn.

          Kahn gilt als Befürworter von Neuer. Erst kürzlich würdigte er den Kapitän als „Identifikationsfigur“ des Klubs, und ergänzte: natürlich könne der 34-Jährige „bis ins hohe Alter“ spielen. Und Salihamidzic? Verpflichtete den Schalker Alexander Nübel als neuen Rivalen und designierten Nachfolger Neuers. Nübel sollen sogar Zugeständnisse über Einsatzzeiten gemacht worden sein – was wiederum Neuer sauer aufstieß.

          Dennoch will er jetzt „nicht mit dem Finger auf einzelne Personen zeigen“. Auch Kroth betonte: „Es geht gar nicht darum, jemanden an die Wand zu stellen, sondern ums Grundsätzliche.“ Und tatsächlich wächst der Kreis der Eingeweihten schnell, wenn es – wie bei Neuer – um derart hohe Summen geht. Dann spricht neben dem Vorstand auch der Aufsichtsrat mit. Von diesem Gremium behauptete Mitglied Uli Hoeneß aber kürzlich noch, aus ihm dringe „gar nichts“ nach außen.

          So oder so – Neuer nimmt zumindest in Kauf, dass sein Interview als Angriff auf Salihamidzic interpretiert wird und der Druck auf den Sportdirektor wächst. Denn Salihamidzic hat trotz Corona-Pause jede Menge Arbeit. Wie Neuers Vertrag laufen die Arbeitspapiere von Stammspielern wie Thiago, David Alaba oder Jerome Boateng Mitte 2021 aus. Auch Javi Martinez und Sven Ulreich sind nur noch eine weitere Saison gebunden.

          Darüber hinaus muss Salihamidzic in den kommenden Wochen und Monaten über weitere, noch kostspieligere Personalien wie die der potentiellen Neuzugänge Leroy Sane, Timo Werner oder Kai Havertz (mit)entscheiden. Dass Trainer Hansi Flick im Zuge seiner Vertragsverlängerung bis Mitte 2023 zugesichert wurde, bei Transfers mitreden zu dürfen, hat die Position des Mannes, der im Juli zum Sportvorstand befördert werden soll, zumindest nicht gestärkt.

          Salihamidzic dürfte das Neuer-Interview nicht gefallen haben. Intern sollen die Irritationen bereits in kleineren Runden angesprochen worden sein. Zu einer öffentlichen Stellungnahme waren bisher aber weder Salihamidzic noch der FC Bayern bereit. Fortsetzung folgt.

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