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80-Millionen-Mann Hernández : Der Rabauke des FC Bayern

Der 80-Millionen-Euro-Verteidiger: Im Sommer 2019 wechselte Lucas Hernandez von Atlético zum FC Bayern. Bild: EPA

So aggressiv wie Lucas Hernández verteidigt kein anderer Spieler des FC Bayern. Seinen Stammplatz hat er trotzdem vorerst nur auf Zeit. Dabei gibt er der Mannschaft endlich, was ihr lange fehlte.

          3 Min.

          Als Angel Correa dem Ball hinterherrannte, hatte er zwei Meter Vorsprung vor seinen Verfolgern. Das musste doch reichen, oder? In der 76. Spielminute war Correa, der Außenstürmer von Atlético Madrid, eingewechselt worden. In der 79. Spielminute rannte er dem Ball nach. Er schaffte es mit dem Ball am Fuß in den Strafraum. Als er dann aber zum Tor abbiegen wollte, rutschte Lucas Hernández neben ihm auf dem Rasen, streckte sein linkes Bein aus und spitzelte den Ball weg. Ein paar Augenblicke später pustete der Schiedsrichter in seine Pfeife. Abseits. Correa war zu früh losgerannt. Vielleicht fasste sein Sprint jedoch gerade deswegen das Spiel ganz gut zusammen: Die Verteidiger des FC Bayern hängte Atlético nicht ab – nicht mal mit zwei Meter Vorsprung. Und das wirft spannende Perspektiven auf.

          Bundesliga
          Christopher Meltzer

          Sportkorrespondent in München.

          Am ersten Spieltag der Champions League haben die Titelverteidiger aus München sofort den Maßstab gesetzt. Sie spielten ohne ihre Superdribbler Leroy Sané und Serge Gnabry, aber gegen Atlético, die weltbeste Abwehrmannschaft, schossen sie trotzdem vier Tore. Das 4:0 war besonders demütigend, weil Kingsley Coman, noch so ein Superdribbler, den brasilianischen Verteidigungsspezialisten Felipe zweimal mit demselben Trick ausspielte, einem simplen Haken. „Es waren vier wunderbare Tore“, sagte Hansi Flick, „eines schöner als das andere.“ In seiner ersten Reaktion auf das Spiel erfreute sich der Trainer so sehr an den Toren, dass er eines gar nicht erwähnte: Seine Mannschaft ließ nicht ein Gegentor zu.

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