https://www.faz.net/-gtm-9p26z

Probleme bei Amerika-Reise : Die knifflige Bayern-Tour mit leeren Sitzen

  • Aktualisiert am

Vorbereitung unter „erschwerten Bedingungen“: Bayern-Trainer Niko Kovac Bild: dpa

Die Münchner haben es dieser Tage nicht leicht. Auf dem Transfermarkt läuft es nicht wie gewünscht. Nun geht es auch noch in die Vereinigten Staaten. Trainer Niko Kovac ist nicht gerade begeistert.

          Home-Office statt Hollywood: Der eigentlich für Hasan Salihamidzic vorgesehene Sitzplatz im Charterflieger des FC Bayern nach Los Angeles blieb am Montag unbesetzt. Der Sportdirektor reiste kurzfristig nicht mit in die Vereinigten Staaten, denn der in Europa gerade Fahrt aufnehmende Transfermarkt erfordert die Präsenz des Münchner Kaderbauers in der Heimat. Auch Präsident Uli Hoeneß ging nicht an Bord des Qatar-Airways-Fliegers, der mit gut 80 Minuten Verspätung Richtung Kalifornien abhob. Der Aufsichtsratsvorsitzende habe „andere Termine“, hieß es als Begründung von Vereinsseite.

          Bundesliga
          ANZEIGE

          Ganz überraschend kam der Verzicht von Salihamidzic auf die Tour nach Amerika mit drei Stationen und drei hochkarätigen Testspielen gegen den FC Arsenal in L.A., gegen Real Madrid in Houston und zuletzt gegen den AC Mailand in Kansas City nicht. „Das muss man sehen, ob ich mitfliege“, hatte der 42-Jährige schon vor wenigen Tagen gesagt. „Ich habe einiges zu tun“, bemerkte er schon da bezüglich des Transferstaus, in dem der Bundesliga-Krösus steckt. Der wichtigste Münchner Dominostein – Nationalspieler Leroy Sané von Manchester City – fällt nicht. Eigentlich hat er bis jetzt nicht mal gewackelt.

          Salihamidzic bleibt also besser in der europäischen Zeitzone, um von hier im Ernstfall schneller handeln oder reagieren zu können, als das von der amerikanischen Westküste aus mit neun Stunden Zeitunterschied möglich wäre. „Wir arbeiten an einigen Sachen“, hatte der frühere Profi am Freitag bei der Vorstellung des Weltmeisters Benjamin Pavard gesagt – ohne aber bei Sané oder anderen Bayern-Kandidaten konkret zu werden.

          „Wir reden über viele Sachen. Ich werde aber nicht irgendwelche Wasserstandsmeldungen zum Transfermarkt abgeben. Wenn wir etwas zu vermelden haben, werden wir das natürlich mitteilen“, verkündete der Sportdirektor. Auf weitere Zugänge nach Rekordeinkauf Lucas Hernández (80 Millionen Euro), Pavard (35 Mio.) und Sturmtalent Fiete Arp (3,0 Mio.) warten nicht nur die Bayern-Fans, sondern auch Niko Kovac. Die aktuell 17 Feldspieler reichen dem Trainer als Kaderstärke nicht aus. Auf die strapaziöse Tour nimmt Kovac darum acht Jugendspieler mit, um die Belastung der Profis (Hernández fehlt nach Knie-OP noch) während des Zehn-Tage-Trips mit Training, Spielen, Reisen und Marketingaktivitäten einigermaßen dosieren und steuern zu können.

          Von „erschwerten Bedingungen“ hatte der Bayern-Coach daher gesprochen. „Alle Trainer, die in den letzten Jahren bei uns gearbeitet haben, haben da mitgespielt. Es ist wichtig, dass man die Reise ganz einfach so akzeptiert, wie sie ist“, stellte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vor Medien vor dem Abflug nochmals klar. „Wir müssen zusehen, dass wir unsere Sponsoringaktivitäten, unsere Merchandisingaktivitäten auf diese Art und Weise auch in die Welt hineinbringen.“

          Bei seiner Reise wird der FC Bayern wieder zum FC Hollywood. In Beverly Hills, dem Nobelwohnort etlicher Filmstars, werden die Stars nach einem Zwölf-Stunden-Flug nach Los Angeles auf der ersten Station der Werbetour logieren. Im luxuriösen „Four Seasons at Beverly Hills“ checken Kapitän Manuel Neuer und Co. für vier Nächte bis zur Weiterreise nach Houston ein. Ein Höhepunkt im eng getakteten Terminplan des FC Hollywood in Hollywood ist ein geplantes Treffen mit „Terminator“ Arnold Schwarzenegger (71). „Das wird sicherlich eine spannende Reise“, sagte der nicht gerade zum Glamour neigende Ur-Bayer Thomas Müller. Ein Vergnügungstrip wird die nächste Sommertour für die riesige Bayern-Delegation nicht.

          Weitere Themen

          BVB zeigt Nervenstärke und späte Klasse

          3:1 in Köln : BVB zeigt Nervenstärke und späte Klasse

          Lange nervt der forsche Aufsteiger aus Köln den zunächst schwachen Titelkandidaten, aber am Ende setzt sich beim 3:1-Auswärtssieg doch die individuelle Klasse des BVB durch.

          Vetter gelingt ein starkes Comeback

          Speerwerfen : Vetter gelingt ein starkes Comeback

          Bei seinem verspäteten zweiten Saisoneinstieg distanziert Speerwurf-Weltmeister Vetter Olympiasieger Röhler um fast acht Meter. Doch auch der Zweitplazierte ist nicht unzufrieden.

          Topmeldungen

          Handelsabkommen mit Bolsonaro : Berlin ist dafür, Paris dagegen

          Die Bundesregierung will das Mercosur-Freihandelsabkommens ratifizieren. Frankreich und andere EU-Staaten hatten wegen der Haltung Brasiliens zu den Bränden am Amazonas eine Blockade gefordert. Droht kurz vor dem G-7-Gipfel Streit zwischen Berlin und Paris?
          Wer macht’s? Annalena Baerbock und Robert Habeck

          Grüne Kanzlerkandidatur : Baerbock oder Habeck?

          Die grüne Spitze kommt gut an. Doch Annalena Baerbock und Robert Habeck wollen nicht darüber reden, wer Kanzlerkandidat wird und mit wem sie im Bund koalieren wollen.
          Verkehrsminister Andreas Scheuer

          Maut-Debakel : Neue Vorwürfe gegen Scheuer

          Die Pkw-Maut kommt nicht - jetzt werden die Verträge aufgearbeitet. Hat Verkehrsminister Scheuer getrickst, damit die Mauterhebung billiger aussieht?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.