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FC Bayern München : Hoeneß geht, der Furor bleibt

Gerührt und geschüttelt: Uli Hoeneß nimmt die Huldigungen bewegt entgegen, einige kritische Wortmeldungen kontert er mit Gegenpressing. Bild: Reuters

Nach einem rührseligen Abschied voller Nettigkeiten verdirbt der Ausklang des Abends die Laune des scheidenden Bayern-Präsidenten – und lässt einen unruhigen Ruhestand erahnen.

          4 Min.

          Eigentlich war schon alles gesagt, als noch gar nichts gesagt war. Uli Hoeneß kam zu Beginn seines letzten Abends als Präsident des FC Bayern erstmal gar nicht zu Wort. Nach vier Minuten Dauerbeifall der versammelten Bayern-Mitglieder versuchte er es. „Vielen, vielen Dank“, sagte er sichtlich gerührt, „aber irgendwann müssen wir anfangen“. Der Beifall ging weiter, die Leute begannen zu singen: „Uli Hoeneß, du bist der beste Mann“.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Man hätte da aufhören können, ein perfektes Schlussbild gleich zu Beginn. Aber weil vor mehr als hundertfünfzig Jahren ein paar englische Gentlemen zwar neben dem Fußball auch die ideale Länge für ein Fußballspiel erfanden, neunzig Minuten, aber nicht die ideale Länge für Jahreshauptversammlungen von Fußballklubs oder gar für Abschiedsveranstaltungen von Fußballikonen, war dieser große Anfang vom Ende der Ära Hoeneß dann eben auch der Beginn eines mehr als fünfstündigen, kleinteiligen Verwaltungsaktes. Er rahmte die letzten Sätze und rührenden Momente des scheidenden Patriarchen mit langatmigen Reden, Zahlenkolonnen, Wahlvorgängen und Wortmeldungen ein.

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