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Bayern München : Hoeneß erklärt die Gründe für seinen Abschied

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„Irgendwann hat es bei mir klick gemacht“, sagte Hoeneß. Der frühere Kapitän und Torhüter wird in den Vorstand der FC Bayern München AG berufen. Er unterschrieb einen Fünfjahresvertrag, der am 1. Januar 2020 in Kraft tritt. „Er hat einen hervorragenden Eindruck im Aufsichtsrat gemacht“, sagte Hoeneß. Kahn sei „ein sehr reflektierender Mensch“. Zunächst fungiert Kahn als Mitglied des Vorstandes. Nach Ablauf des Vertrages von Karl-Heinz Rummenigge am 31. Dezember 2021 übernimmt Kahn von ihm das Amt des Vorstandsvorsitzenden. „Das muss man sich nicht so formell vorstellen, sondern eher fließend“, sagte Hoeneß.

Hoeneß blickt voller Spannung auf die Zeit nach Abgabe seiner Spitzenämter beim FC Bayern. „Ich habe überhaupt keinen Plan“, sagte der 67-Jährige. Er werde das „erste Mal ohne größere Verantwortung“ sein. „Das ist eine spannende Aufgabe.“ Seine Ehefrau Susi habe bis zuletzt nicht glauben können, dass Hoeneß seine Spitzenämter abgeben werde. „Aber eines können Sie mir glauben, wer mich kennt, weiß, dass ich kein Zigarre rauchender und Golf spielender Rentner werde.“ Hoeneß werde aber „schon was einfallen“. Er werde dem FC Bayern weiter als Ratgeber zur Seite stehen, kündigte Hoeneß an. „Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen, von mir wird noch was zu hören sein“, sagte Hoeneß.

Hainer hatte nach Angaben von Hoeneß auch eine Anfrage für das Spitzenamt beim Deutschen Fußball-Bund. „Ich musste mich beeilen, dass ja nichts dazwischen kommt“, sagte Hoeneß. Für das Amt als neuer DFB-Präsident hat eine Findungskommission inzwischen den Freiburger Klubchef Fritz Keller vorgeschlagen. Keller sei „der erste und einzige Kandidat“ gewesen, hatte der DFB Mitte des Monats mitgeteilt. Hoeneß zufolge hatte es aber durchaus Gedankenspiele beim Verband mit Hainer als Nachfolger des zurückgetretenen Präsidenten Reinhard Grindel gegeben.

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Hoeneß lobte den Vorstand des FC Bayern München für seine Transferpolitik in diesem Sommer und bestätigte einen Kontakte zu Leroy Sané. „Wir hatten im Aufsichtsrat eine Investitionssumme von 200 Millionen Euro genehmigt. Und es ist dem Vorstand und dem Sportdirektor tatsächlich gelungen, eine sehr gute Transfersituation zu schaffen“, sagte Hoeneß. „Meines Wissens haben wir insgesamt 90 Millionen ausgegeben. Die meisten vergessen, dass wir nicht nur Geld ausgegeben, sondern auch Geld eingenommen haben.“ Lucas Hernández (80 Millionen Euro) und Benjamin Pavard (35) sorgten für die größten Posten bei den Ablöse-Ausgaben, Mats Hummels (30) und Renato Sanches (20) für die größten Einnahmen. Neuzugänge wie Philippe Coutinho und Ivan Perisic sind nicht gekauft, sondern ausgeliehen.

„Wir haben in diesem Moment einen fantastischen Kader und wenn er wider Erwarten nicht ausreichen würde, wäre genug Möglichkeit nachzulegen“, sagte Hoeneß, der Fußball-Erfahrung in der Führungsebene als hilfreich ansieht. „Wenn man mit einem Franck Ribéry, Joshua Kimmich, Robert Lewandowski oder Leroy Sané diskutiert, ist es gut, wenn die dir abnehmen, wenn du weißt, wie man einen Ball stoppt.“ Auf Nachfrage bestätigte Hoeneß, dass es Kontakt zu Nationalspieler Sané von Manchester City gegeben habe. Details gab er nicht bekannt. Der 23-Jährige war der Wunschzugang der Münchner. Ein Transfer in diesem Sommer kam nicht zustande. Aktuell muss Sané wegen einer Kreuzbandverletzung pausieren.

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