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Führungswechsel in München : Hoeneß erklärt den Bayern-Plan mit Kahn

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„Wir sind in sehr konkreten Gesprächen mit Oliver“: Die Bayern um Uli Hoeneß (rechts) setzen auf den früheren Torwart Kahn. Bild: Picture-Alliance

Der Umbruch auf der Führungsebene der Münchner kommt voran. Uli Hoeneß verrät, was ihn an Oliver Kahn so fasziniert. Dazu schwärmt er von einem Spieler – und sagt, warum der DFB „einige Kerzen aufstellen“ sollte.

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          Der ehemalige Fußball-Nationaltorhüter Oliver Kahn soll als Anwärter auf den Vorstandsvorsitz Anfang kommenden Jahres zum FC Bayern München zurückkehren. „Es ist derzeit vorgesehen, dass es am 1. Januar 2020 losgeht“, sagt Vereinspräsident Uli Hoeneß im Interview der Deutschen Presse-Agentur. „Wir sind in sehr konkreten Gesprächen mit Oliver“, ergänzt der 67 Jahre alte Aufsichtsratschef.

          Bundesliga

          Der frühere Bayern-Kapitän Kahn (49) ist Hoeneß’ Wunschlösung für die Nachfolge von Karl-Heinz Rummenigge (63). „Wir sind aber nicht unter Zeitdruck, weil Karl-Heinz seinen Vertrag als Vorstandsvorsitzender bis Ende 2021 verlängert hat“, erklärt Hoeneß. Rummenigge will nach dann knapp 20 Jahren an der Spitze des Vorstandes aufhören. Kahn soll zuvor erprobt und von Amtsinhaber Rummenigge eingearbeitet werden.

          Hoeneß hält Kahn für qualifiziert für den anspruchsvollen Job an der Spitze der FC Bayern München AG. „Mir gefällt Olivers Entwicklung nach der Spieler-Karriere. Er hat sich als Experte im Fernsehen fantastisch entwickelt, ein Fernstudium in Betriebswirtschaft gemacht und eine Firma gegründet. Wir haben hier jemanden, der den Fußball als Torwart auf allerhöchstem Niveau erlebt hat und zugleich in der Lage ist, im wirtschaftlichen Bereich seinen Mann zu stehen. Das reizt uns so“, begründet der Präsident und langjährige Manager. Kahn spielte von 1994 bis 2008 für den FC Bayern. Er gewann mit dem deutschen Rekordmeister zahlreiche Titel. Höhepunkt war der Gewinn der Champions League 2001. Aktuell führt der gebürtige Karlsruher ein Unternehmen (Goalplay) und arbeitet als Fußballexperte für das ZDF.

          Für Hoeneß ist der FC Bayern der Motor beim Neuaufbau einer wieder titelfähigen Fußball-Nationalmannschaft. „Beim DFB in Frankfurt sollten sie einige Kerzen aufstellen, dass der FC Bayern für neue Erfolge genug Spieler parat hat“, sagt er. Als Beleg für die Bedeutung des deutschen Rekordmeisters für die DFB-Auswahl führt der Weltmeister von 1974 neben früheren WM-Teams den jüngst geglückten Start in die Qualifikation für die EM 2020 an. „Beim tollen 3:2 im Länderspiel in den Niederlanden standen fünf Bayern-Spieler in der Startelf, darunter nur der ältere Manuel Neuer sowie vier Junge: Joshua Kimmich, Niklas Süle, Leon Goretzka und Serge Gnabry, alle Jahrgang 1995. Kein anderer Verein stellte mehr als einen Spieler“, betont Hoeneß.

          Uli Hoeneß ist seit fast 40 Jahren Manager des FC Bayern.

          Ausgerechnet dem Verein, dem vorgeworfen worden sei, den personellen Umbruch nicht geschafft zu haben, erfreue nach dem WM-Desaster 2018 in Russland am meisten beim Neuaufbau der Nationalmannschaft, hält der 67-Jährige fest. Vor den ersten Länderspielen des Jahres hatte Bundestrainer Joachim Löw zudem die drei langjährigen Bayern-Profis Jérôme Boateng, Mats Hummels und Thomas Müller aussortiert. „Die Nationalmannschaft hat immer dann ihre erfolgreichsten Phasen, wenn der FC Bayern genügend Spieler liefert“, meint Hoeneß: „Ich denke an die WM-Titel 1974 und 2014, auch 1990 hatte der Kern eine prägende Vergangenheit bei uns. Wir sind gerade dabei, wieder zu liefern.“ Als mögliche Zugänge des FC Bayern werden kurz- oder mittelfristig weitere Nationalspieler wie Timo Werner (23) von RB Leipzig oder der Leverkusener Kai Havertz (19) gehandelt.

          Hoeneß schwärmt derweil für den französischen Fußball-Weltmeister Kylian Mbappé. „Mbappé würde ich sofort kaufen. Der Spieler ist toll“, sagt Hoeneß über den 20 Jahre alten Jungstar von Paris Saint Germain. „Aber für den fehlt uns das notwendige Geld“, ergänzt der Präsident des deutschen Rekordmeisters. PSG hatte für den Stürmer schon vor knapp zwei Jahren 180 Millionen Euro an den AS Monaco bezahlt. Der Marktwert von Mbappé wird inzwischen auf deutlich über 200 Millionen Euro taxiert.

          Die Bayern haben für die kommende Saison gerade für eine Rekordsumme von 80 Millionen Euro Mbappés Landsmann und Weltmeister-Kollege Lucas Hernández (23) von Atlético Madrid verpflichtet. Die Marke von 100 Millionen Euro für einen Spieler werde der Bundesliga-Krösus aber nicht schon in der anstehenden Transferperiode knacken, erklärt Hoeneß: „Dieses Jahr sicherlich nicht. Und ich muss zugeben, auch 80 Millionen hätte ich mir vor zehn Jahren nicht vorstellen können.“

          Hoeneß zeigt sich verwundert, dass die Rekordausgabe von 80 Millionen Euro für Hernández in Deutschland so kritisch bewertet wurde. „Vor kurzem hieß es noch, mit seiner vorsichtigen Transferpolitik habe der FC Bayern keine Chance mehr, in die Phalanx der englischen und spanischen Topclubs sowie von Paris Saint-Germain einzudringen. Jetzt liefern wir, und die Leute schreien: Wie kann man für einen Spieler 80 Millionen ausgeben?“ Die neuen finanziellen Dimensionen auf dem Transfermarkt haben für Hoeneß auch damit zu tun, „dass ausländische Investoren, Oligarchen, amerikanische Hedgefonds und sogar ganze Staaten wie Abu Dhabi und Katar ins Fußballgeschäft eingestiegen sind“.

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