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Bundesliga-Meisterkampf : „Der Titel wird nur über den FC Bayern gehen“

  • Aktualisiert am

Karl-Heinz Rummenigge und die Bayern stehen in der Tabelle immer noch vorne. Bild: dpa

Die Münchner schwächeln. Das ist die Situation, auf die die Gegner im Bundesliga-Titelrennen immer hoffen. Doch noch führt der FC Bayern die Tabelle. Denn auch die Verfolger haben ihre Probleme. Ein Überblick.

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          Der FC Bayern schwächelt. Nachdem die Bundesliga-Konkurrenz solche Phasen des Serienchampions in den vergangenen Spielzeiten nicht nutzen konnte, dürfen RB Leipzig, Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen in diesem Jahr wieder mit der Meisterschaft liebäugeln. Doch als Tabellenführer haben die Münchner weiterhin alles selbst in der Hand. „Der Titel wird nur über den FC Bayern gehen“, stellte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge in dieser Woche klar. Er mahnte aber auch in der „tz“ und im „Münchner Merkur“, dass die Spieler nun zu ihrer gewohnten „Spielart und Gangart“ zurückkehren sollten, „wenn wir auch im Jahr 2021 Erfolge haben wollen.“

          Bundesliga

          Leverkusen gab die Tabellenspitze kurz vor der Winterpause beim 1:2 im direkten Duell her, Leipzig konnte den Bayern-Patzer beim 2:3 in Mönchengladbach vor einer Woche wegen einer eigenen 1:3-Pleite gegen Dortmund ebenfalls nicht nutzen. „Wenn ich auf die Tabelle schaue, sind die aktuell Erster und wir sind noch einige Punkte dahinter. Insofern ist das Klagen auf ganz, ganz hohem Niveau“, wiegelte Dortmunds Sportchef Michael Zorc am Donnerstag ab. Der Blick auf die Vorsaison macht erst recht keinen Mut: Damals hatten die Münchner nach 15 Spieltagen 27 Punkte – jetzt sind es bereits 33.

          Das überraschende Pokal-Aus der Münchner bei Holstein Kiel hat zwar nichts an der Situation in der Fußball-Bundesliga geändert, doch unantastbar ist der Triple-Sieger längst nicht mehr. „Es wird der Tag kommen, an dem die Bayern wieder bayern-like auftreten. Darauf kann sich jeder verlassen, dass die Jungs wieder zurückkommen“, prognostizierte Mönchengladbachs Trainer Marco Rose. Sein Team ist mit 24 Zählern und schon neun Punkten Rückstand auf die Bayern ebenso wie der VfL Wolfsburg (25 Punkte) ohnehin schon weit weg von der Spitze. Überraschungsmannschaft 1. FC Union Berlin (28 Punkte) gewann am Freitag gegen Leverkusen, liegt aber mit einem Spiel mehr auch schon fünf Zähler zurück.

          RB Leipzig (zwei Punkte Rückstand): Leipzig ist an den Bayern dran – mal wieder. Schon in der Vorsaison war das mit der Herbstmeisterschaft so, ehe der Einbruch kam. Nun ist Leipzig nicht nur reifer, sondern von Trainer Julian Nagelsmann auch taktisch weiterentwickelt worden. Die Mannschaft reißt das Spiel mit mehr Ballbesitz nun gern an sich, hat eine Vielzahl von torgefährlichen Spielern. Auch an die leeren Stadien hat man sich gewöhnt, was in der vergangenen Saison gerade zu Hause ein Problem war.

          Die Baustellen: „Wir müssen im eigenen Ballbesitz noch stabiler werden. Wir müssen mehr Resistenz gegen Druck entwickeln. Da haben wir noch Phasen, wo wir einfach wegbrechen“, sagte Nagelsmann. Zudem ist die Spitzenspiel-Bilanz gegen Bayern und Dortmund immer noch bescheiden. Leipzig tritt an diesem Samstag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) beim VfL Wolfsburg zum Spitzenduell an.

          Bayer Leverkusen (vier Punkte Rückstand): Die Leverkusener waren in der Vergangenheit schon oft auf dem Sprung, am Thron des Branchenführers aus München zu rütteln. Doch letztlich zog die Werkself doch wieder den Kürzeren oder konnte die eigenen Chancen mangels Konstanz nicht nutzen. Kurz vor Weihnachten verlor Bayer das direkte Duell mit den Bayern, seitdem holte die Werkself in der Bundesliga in Frankfurt (1:2), gegen Bremen (1:1) und am Freitag bei Union Berlin (0:1) nur noch einen Zähler.

          Hätte sie diese Partien gewonnen, stünde sie nun vier Punkte vor den Münchnern, die am Sonntag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) gegen den SC Freiburg spielen. Bei einem Sieg über den Titelverteidiger wären es sogar sieben Zähler Vorsprung gewesen und jede Menge Druck für die Bayern. Bayer-Coach Peter Bosz hält den Spitzenreiter zwar nicht mehr für so souverän wie in der Vorsaison, sagte aber trotz dessen Pokal-Pleite in Kiel auch: „Sie sind weiterhin die Bayern, auch wenn sie mehr Gegentore bekommen. Bayern bleibt Bayern.“

          Borussia Dortmund (fünf Punkte Rückstand): Der neue Trainer Edin Terzic ist damit beschäftigt, den BVB erst einmal nachhaltig wieder auf Kurs zu bringen und dem Team seine Leitlinien zu vermitteln. Mit Kampfansagen hält sich der Nachfolger des beurlaubten Lucien Favre noch zu zurück, ist aber grundsätzlich klarer als der Schweizer in seiner Haltung: „Wir müssen da sein, das stimmt. Das müssen wir aber in jedem Spiel, unabhängig von den Bayern.“

          Wichtig für den BVB ist erstmal, das starke 3:1 in Leipzig gegen den Tabellenletzten Mainz zu bestätigen. „Der Januar ist richtungsweisend für uns. Der Erfolg in Leipzig bringt uns aber nichts, wenn wir jetzt nicht nahtlos weitermachen.“ Zorc erinnerte daran, dass die Westfalen auch noch nicht in der Position für Kampfansagen sind. An diesem Samstag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) geht es daheim gegen den Tabellenletzten Mainz 05.

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