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Nächste Pleite in Bundesliga : Der FC Bayern stürzt Schalke noch tiefer in die Krise

  • -Aktualisiert am

Keine Chance: Der FC Schalke um Matija Nastasic (rechts) kann die Bayern nicht stoppen. Bild: Reuters

Gegen die Münchner gibt es für den FC Schalke 04 nichts zu holen. Besonders in der Schlussphase überschlagen sich die Ereignisse. Und in der Tabelle wird die Lage immer brenzliger.

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          Ein neuerliches Desaster erlebten die Schalker am Sonntagnachmittag nicht, nachdem sie das Hinspiel beim FC Bayern zum Saisonauftakt mit 0:8 verloren hatten. Der Tabellenletzte spielte sogar recht gut, hatte erstaunlich viele Torchancen, aber ein Wunder blieb auch aus. Das 0:4 war vielmehr ein sehr normales Ergebnis für ein Spiel zwischen Schalke 04 und Bayern München im Januar 2021, auch wenn mit sehr viel Glück vielleicht sogar mehr möglich gewesen für die armen Gelsenkirchener.

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          Denn die Bayern waren zwar in den meisten Phasen deutlich überlegen, aber die beste Möglichkeit der ersten halben Stunde vergab Schalkes Mark Uth nach einem wunderschönen Spielzug aus dem Pressing tief in der eigenen Hälfte heraus. Die Schalker befreiten sich, erreichten die Grundlinie, und Bastian Oczipka flankte auf den sieben Meter vor dem Tor freistehenden Uth. Solche Momente können Spiele prägen. Doch der glücklose Stürmer, der bereits in den vergangenen Wochen Schwierigkeiten hatte bei den Fortschritten des Tabellenletzten mitzukommen, köpfte ans Bein von Manuel Neuer (11.).

          Sané bleibt blass

          Neuer war einer von drei Münchnern auf dem Platz, die in besseren Schalker Fußballtagen für den Revierklub gespielt hatten, neben Leon Goretzka und Leroy Sané. Vor dieser Partie hatte vor allem Letzterer im Mittelpunkt gestanden, nachdem er in einem Interview mit dem „Spiegel“ den Versuch einer Imagekorrektur unternommen hatte. Weg vom etwas verwöhnten und selbstdarstellerischen Schnösel, der sich nur schwer für die graue Arbeit in der eigenen Defensive motivieren kann, hin zu einem seriösen Fußballarbeiter. An diesem Tag blieb er wieder einmal blass. Die beiden königsblauen Legenden, die Schalke 04 im Winter zurück in die Bundesliga geholt hat, die den Geist alter Erfolge wecken sollen, fehlten hingegen im Kader. Klaas-Jan Huntelaar plagte sich weiterhin mit einem Wadenproblem herum, das er mitgebracht hat aus Amsterdam. Und der Antreiber Sead Kolasinac laboriert noch an einer Oberschenkelblessur.

          Vor allen Dingen Kolasinac fehlte als Brecher der Münchner Angriffswellen, die immer heftiger über die Defensive hereinbrachen und in der 34. Minute schließlich zum 0:1 führten. Thomas Müller köpfte aus fünf Metern eine Vorlage des unbedrängt flankenden Joshua Kimmich ins Tor. Die Überlegenheit war einerseits erdrückend, andererseits hatten auch die Schalker Angriffe, die mit Glück und etwas mehr Konsequenz auch zu Toren hätten führen können.

          Anders als beim 0:8 zum Saisonauftakt waren sie jedenfalls nicht komplett unter die Räder gekommen in dieser ersten Partie der Rückrunde. Mittlerweile sind ja die zwei Gesichter der Bayern gut bekannt in der Bundesliga. Einerseits sind sie dieses Team, das Schwächen der Konkurrenz oftmals kühl und effizient zum eigenen Vorteil nutzt. Das seit Jahren fast alle nationalen Titel und zuletzt auch die Champions League gewann. Die Schalker aber hofften, dass sich in dieser Partie auch der schwankende Gigant zeigen würde, der mit defensiven Schwächen zu kämpfen hat und zuletzt mehrfach viel Glück gegen Teams aus tieferen Tabellenregionen für seine Siege benötigte.

          Tatsächlich ergab sich nach der Pause dieser Moment, in dem das Spiel eine neue Richtung hätte nehmen können. Matija Nastasic köpfte eine Ecke haarscharf am Münchner Tor vorbei (52.). Doch Robert Lewandowskis 0:2 passt durchaus zum Spielverlauf. Kimmich spielte eine langen Ball, den der Weltfußballer brillant annahm und nach einer schlauen Bewegung gegen Torhüter Fährmann und Verteidiger Kabak aus sechs Metern ins Tor schob (54). Auch danach blieb die Partie zunächst offen, ehe in der Schlussphase Müller (88.) und David Alaba (90.) dem Duell dann doch ein sehr deutliches Ergebnis verliehen. Weil Tabellennachbar Mainz 05 an diesem Wochenende drei Punkte holte, spitzt sich die Lage für das Bundesliga-Schlusslicht dennoch weiter zu.

          „In der ersten Halbzeit hat die letzte Aktion gefehlt. Wir hatten ein paar Nachlässigkeiten“, resümierte Münchens Müller nach dem Spiel. „Wenn wir das Tempo angezogen haben, konnten wir uns aber in gute Abschlusspositionen bringen. Das waren Big Points in dieser Woche. Auch wenn wir die Gegner  nicht überrollen.“

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