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Nach Rückstand in Stuttgart : Der FC Bayern stolpert fast beim Aufsteiger

Ins Straucheln geraten: Thomas Müller und die Münchner gegen den VfB Bild: EPA

Gegen den VfB Stuttgart treffen die Münchner früh den Pfosten, geraten dann aber in große Bedrängnis. Beim Gegentor geht vieles zu schnell für den FC Bayern, der am Ende vor allem von Einzelaktionen profitiert.

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          Als Manuel Neuer sich auf den Boden warf, war es schon zu spät. Den Ball, den der Stuttgarter Philipp Förster aus fünf Metern auf sein Tor geschossen hatte, konnte nicht mal er aufhalten, der doch eigentlich alles aufhält. Als Neuer am Boden angekommen war, war der Ball schon an ihm vorbeigerutscht, flach und schnell. Das kommt momentan nicht oft vor. Und trotzdem freute sich Förster nicht.

          Bundesliga
          Christopher Meltzer

          Sportkorrespondent in München.

          Am Samstagnachmittag hat ein Fehlschuss das Bundesligaspiel zwischen dem VfB Stuttgart und dem FC Bayern entschieden. Wenn Philipp Förster in der 35. Minute den Ball ein paar Zentimeter weiter nach rechts geschossen hätte, hätten seine Stuttgarter 2:0 geführt. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass dann alles anders gekommen wäre. Schon davor hatten die Stuttgarter die Bayern mit ihren schnellen Angriffen überrumpelt. Das 1:0 durch Tanguy Coulibaly fiel so (20.). Das 2:0 wäre fast so gefallen. So kam es aber, wie es kommen musste. In der 38. Minute schoss Kingsley Coman das 1:1. In der 45. Minute schoss Robert Lewandowski das 2:1. In der 87. Minute schoss Douglas Costa das 3:1. Typisch Bayern.

          Hürdensprint durch die Liga

          Im Stadion in Stuttgart hat für die Bayern ein Hürdensprint durch die Bundesliga angefangen, der bis zur Weihnachtspause einige saubere Sprünge erfordert. Sie spielen in den nächsten drei Wochen nacheinander gegen Leipzig, Union Berlin, Wolfsburg und Leverkusen. Ein Blick auf die Tabelle verrät: Das sind vier der ersten sechs Mannschaften. So weit oben sind die Aufsteiger aus Stuttgart noch nicht angekommen, aber sie sind unter dem Trainer Matarazzo Pellegrino ein Gegner geworden, den selbst die Bayern nicht einfach so überspringen. „Stuttgart“, sagte Hansi Flick vor dem Spiel, „ist eine spielerisch sehr starke Mannschaft mit schnellen Spielern. Sie haben mit die meisten Tore nach Kontern erzielt.“ Das sagte Flick nicht einfach so. Es waren in den vergangenen Wochen nämlich diese schnellen Spieler, für die seine Abwehr und sein System anfällig waren.

          Ein Beweis gefällig? Dann rein ins Spiel, 20. Minute: Da eroberte Förster auf der rechten Seite den Ball, spielte ihn steil auf Silas Wamangituka, der ihn scharf in den Strafraum passte. Auf dem Bauch rutschte Torhüter Neuer über den Rasen. Ein paar Zentimeter, dann hätte er seine Finger im entscheidenden Moment am Ball gehabt, wie so oft in den vergangenen Wochen. Aber er erwischte ihn nicht, Coulibaly dafür schon – 1:0.

          Es folgten drei entscheidende Szenen in drei Minuten: Förster schoss aus fünf Metern neben das Tor und ein paar Szenen später gegen Neuers Fuß. Danach ein Konter der Bayern. Auf der linken Strafraumseite schlug Coman einen Haken und versenkte den Ball flach im Tor. So stand es 1:1, nicht 2:0. Und zur Pause sogar 2:1 für München: Lewandowski, der in der 3. Minute schon an den Pfosten geköpft hatte, traf aus 20 Metern zur Führung. So ist das eben mit den Bayern.

          Das schüchterte die schnellen Stuttgarter aber nicht ein. Sie griffen auch in der zweiten Halbzeit mutig an – und hatten wieder einige Chancen, vor allem in den finalen 20 Minuten. Das Tor aber schossen wieder die Bayern. Es war der eingewechselte Costa, der ein Spiel mit einem Vollspanschuss entschied, in dem die Bayern gerade noch hoch genug gesprungen sind.

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