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Bayern München : „Volle Lotte“ gegen Bremen

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„Ich finde es gut, dass alles Schlag auf Schlag geht“: Manuel Neuer. Bild: AFP

Der FC Bayern nimmt mit dem Eröffnungsspiel der Bundesliga Kurs auf den fünften Meistertitel in Folge. Zuvor geht der Münchner Blick aber nach Monaco. Und für Manuel Neuer steht noch eine wichtige Entscheidung an.

          Als Statussymbol benötigt Manuel Neuer die schwarz-rot-goldene Kapitänsbinde nicht. Der Fußball-Weltmeister und Welttorhüter ist als Führungsspieler und Leistungsträger anerkannt, ob beim FC Bayern oder in der deutschen Nationalmannschaft. „Ich habe in den vergangenen Jahren immer meinen Input gegeben“, sagte der 30 Jahre alte Neuer kurz vor dem Start in die neue Bundesligasaison, die für ihn persönlich mit dem nächsten Karriereschritt beginnen könnte.

          Vor dem Länderspiel gegen Finnland am kommenden Mittwoch wird Bundestrainer Joachim Löw den Nachfolger für Bastian Schweinsteiger bestimmen, der in Mönchengladbach sein Abschiedsspiel im DFB-Trikot bestreiten darf. Neuer gab sich am Donnerstag unaufgeregt. Weil er schon mehr weiß? „Joachim Löw ist lang genug Bundestrainer, dass er weiß, welche Entscheidungen er trifft“, sagte Neuer. „Wir konnten ihm immer vertrauen. Er hat immer die richtige Entscheidung getroffen. Wir können dem als Mannschaft ganz entspannt entgegenschauen.“

          Besonders er. Schon bei der Europameisterschaft in Frankreich fungierte Neuer praktisch als Turnierkapitän. Er führte das Team bis auf das verlorene Halbfinale gegen Gastgeber Frankreich in Vertretung Schweinsteigers an. Und so dürfte es weitergehen, sofern sich Löw nicht doch für einen Feldspieler entscheidet: Sami Khedira und Jérôme Boateng wären da die aussichtsreichen Kandidaten. „Es gibt gegen einen Torwart als Kapitän keine Argumente“, bemerkte Neuer.

          Willkommen im Team: Neuer (Mitte unten) mit dem neuen Trainer Carlo Ancelotti.

          Der 71-malige Nationalspieler startet nach dem verpassten EM-Titel und dem Sommerurlaub mit neuer Lust in sein sechstes Bayern-Jahr. Bundesliga-Eröffnungsspiel, Champions-League-Auslosung, Start in die Qualifikation für die WM 2018, es geht gleich in die Vollen. „Ich finde es gut, dass alles Schlag auf Schlag geht“, sagte Neuer: „Ich freue mich auf die nächsten Aufgaben. Es geht wieder bei Null los.“

          Unter dem neuen Trainer Carlo Ancelotti wird sich das Spiel des deutschen Meisters verändern, auch für den Schlussmann. „Der FC Bayern wird wie immer dominant spielen“, urteilte Neuer zwar. Aber für sein Torwartspiel hänge eben viel davon ab, wie hoch die Abwehr vor ihm agiert, wie offensiv er agieren muss. „Wenn der Libero Neuer aushelfen muss, ist er bereit dafür“, äußerte Neuer über Neuer.

          Wird Manuel Neuer der Spielführer in der Nationalmannschaft?

          Nur 17 Tore in 34 Spielen kassierte er in der vergangenen Saison im Bayern-Gehäuse – Bundesliga-Rekord. „Rekorde nehmen wir uns aber nicht vor. Die nächste deutsche Meisterschaft ist das Ziel“, sagte Neuer. Es wäre die fünfte in Serie. Im Eröffnungsspiel der 54. Bundesligasaison gegen Werder wollen die Ancelotti-Bayern gleich ein Zeichen der Stärke setzen - „volle Lotte“ sozusagen. „Die letzte Saison zählt nicht mehr, auch nicht das Ausscheiden von Werder im Pokal gegen Lotte“, meinte Neuer jedoch: „Es geht von vorne los gegen Bremen. Man kriegt nichts geschenkt, muss sich alles neu erarbeiten.“

          Vor dem Ligaauftakt richtet sich der Bayern-Blick nach Monaco. Im Fürstentum am Mittelmeer werden am Donnerstag (18.00 Uhr) die Gruppen der Champions League ausgelost. Bayern ist im Topf 1 gemeinsam mit Titelverteidiger Real Madrid sowie den Landesmeistern FC Barcelona, Leicester City, Juventus Turin, Benfica Lissabon, Paris Saint-Germain und ZSKA Moskau. Nach dem dreimaligen Halbfinal-Aus von 2014 bis 2016 steht der Gewinn der Königsklasse ganz oben auf der Bayern-Agenda. „Es wäre schön, wenn ich sagen könnte, wir sind dran“, sagte Neuer.

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