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3:1 in Bremen : Die Bayern siegen – und Flick sagt nicht nein

Die Bayern hatten ihren Spaß beim Spiel in Bremen. Bild: dpa

Die Münchner siegen locker in Bremen. Robert Lewandowski erzielt schon sein 32. Saisontor und kommt dem Rekord näher. Im Mittelpunkt steht aber Hansi Flick und die große Frage des deutschen Fußballs.

          2 Min.

          Als die Kamera im Weserstadion ihn filmte, spazierte Hansi Flick an der Seitenlinie entlang. Er klatschte mit Florian Kohfeldt ab, dem Trainer von Werder Bremen. Wenn das Virus nicht wäre, hätten sich unmittelbar vor dem Anpfiff viele Fotografen um Flick und Kohfeldt gedrängelt. Sie wissen, welche Fotos verlangt sind. Fotos von Flick haben in den vergangenen Tagen an Wert gewonnen. Sie könnten nämlich nicht nur den Sechs-Titel-Trainer des FC Bayern zeigen, sondern vielleicht den nächsten Bundestrainer.

          Bundesliga
          Christopher Meltzer
          Sportkorrespondent in München.

          Als Flick sich am Freitag in einer Pressekonferenz öffentlich mit der Frage auseinandersetzen musste, ob er auf Joachim Löw folgen könnte, sagte er, dass sein Vertrag in München noch bis zum Sommer 2023 laufe und dass er in München noch „mehrere Titel“ gewinnen wolle und dass damit auch alles gesagt sei. Als Flick das am Samstag vor dem Spiel nochmal tun musste, sagte er: „Ich habe alles dazu gesagt.“ Eines hat Flick an beiden Tagen aber nicht gesagt: Nein.

          Am Samstagnachmittag durfte Flick für 90 Minuten die große Frage des deutschen Fußballs ignorieren, die ihm in den kommenden Tagen und Wochen sicher immer wieder hinterhergerufen werden wird. An der Seitenlinie im Weserstadion konnte er mitansehen, wie sein FC Bayern 3:1 gegen Bremen siegte und die Tabellenführung erfolgreich verteidigte.

          Müllers Vorlage ist ein Kunststück

          Es passte zum Thema der Woche, dass der momentan noch passive Nationalspieler Thomas Müller den Sieg zusammen mit drei aktiven Nationalspielern einleitete. Vor dem 1:0 verlängerte Müller am ersten Pfosten eine Eckballflanke von Joshua Kimmich mit dem Kopf zum zweiten Pfosten, wo Leon Goretzka den Ball den Ball mit Wucht ins Tor köpfte (22.).

          Vor dem 2:0 setzte Müller im Strafraum noch einen drauf. In der Luft nahm er den Ball, den Kimmich gelupft hatte, mit der Brust an. Am Boden passte er den Ball sofort geschickt an zwei Verteidigern vorbei zu Serge Gnabry, der ihn ins Tor schoss (35.). Die 13. Torvorlage von Müller in der Bundesliga war ein Kunststück.

          So etwas gelang den Bremern nicht. Der Außenspieler Ludwig Augustinsson schaffte in der sechsten Minute zwar den ersten Torschuss des Spiels (in die Arme von Manuel Neuer), danach kamen aber nicht mehr viele dazu. Das lag auch an Lucas Hernandez. Weil David Alaba verletzt fehlte, durfte der Franzose in der Innenverteidigung auflaufen. Dort sieht ihn, so heißt es, auch Hasan Salihamidžic am liebsten.

          Wohin geht es in Zukunft? Bayern-Trainer Hansi Flick
          Wohin geht es in Zukunft? Bayern-Trainer Hansi Flick : Bild: EPA

          Der Sportvorstand hat vor knapp zwei Jahren 80 Millionen Euro für Hernandez ausgegeben, der unter Flick, wenn überhaupt, nur auf der linken Seite regelmäßig spielen darf. Es hat dem Vernehmen nach auch mit der Personalie Hernandez zu tun, dass Flick und Salihamidžic ein nicht ganz unkompliziertes Verhältnis pflegen.

          Ein Umstand, den der Trainer am Freitag sogar zugab. „Auch in einer Ehe oder Partnerschaft kann es immer mal wieder zu Unstimmigkeiten kommen“, sagte Flick. „Das ist eine ganz normale Zusammenarbeit, wo das eine oder andere Mal mit Sicherheit nicht immer Einigkeit herrscht.“ Und auch wenn Flick sich versöhnlich äußerte, sollte man diesen Aspekt mitdenken, wenn über die Zukunft des Trainers diskutiert wird.

          In Bremen stellte sich Hernandez auch in der zweiten Halbzeit gut an. Dafür musste er nicht furchtbar viel machen. Von hinten konnte er recht entspannt mitansehen, wie Robert Lewandowski vorne dreimal den Ball ans Aluminium schoss. Als Flick diesen auswechselte, konnte er trotzdem lächeln, weil der Ball in der 67. Minute nach einem Eckstoß zu ihm geflippert war.

          Lewandowski musste ihn nur noch ins leere Tor schießen. Es war sein 32. Saisontreffer. Am Ende stand Lucas Hernandez nochmal im Mittelpunkt, besser: im Mittelkreis. Er rückte dort aus der Abwehrkette heraus, als die Bremer konterten. Weil der eingewechselte Bouna Sarr das Abseits aber aufhob, war Rashica durch. Er scheiterte an Neuer, Niclas Füllkrüg versenkte den Nachschuss.

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