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2:1 in Wolfsburg : Später Elfmeter sichert Bayern-Siegesserie

  • -Aktualisiert am

Mit dem Auswärtserfolg in Wolfsburg fahren die Münchner den 13. Sieg in Serie ein. Bild: AFP

Die Bayern siegen auch im 13. Spiel in Folge. Gegen Wolfsburg tun sich die Münchner allerdings lange schwer. Selbst vom Punkt braucht der Tabellenführer zwei Anläufe.

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          Das Gute an ihrem eher schlechten Auftritt war die Erkenntnis: Die Profis des FC Bayern München, Nonplusultra des deutschen Profifußballs, mussten sich mal wieder ärgern, aufbäumen und sogar ein wenig kämpfen. Einem verwandelten Foulelfmeter des erst in der Schlussphase eingewechselten Torjägers Robert Lewandowski war es zu verdanken, dass sich der Tabellenführer mit einem 2:1-Erfolg beim VfL Wolfsburg schmücken darf. Der Erfolg des hohen Favoriten war aber auch ein wenig glücklich zustande gekommen. Einem Rückstand durch ein Kopfballtor von Daniel Didavi (8. Minute) hatten die Münchener lange Zeit wenig und nur den Ausgleich durch Sandro Wagner (64.) entgegen gesetzt. Dass Lewandowski kurz vor dem Abpfiff einen Elfmeter verwandeln konnte, ließ den zuvor von Arjen Robben verschossenen Elfmeter (54./Foul an Corentin Tolisso) und so manch andere Tücke vergessen.

          Bundesliga

          Die kuriose Führung der Wolfsburger, mit der im Grunde nicht zu rechnen war, hatte etwas Logisches in sich. Yunus Malli flankte scharf, der nicht gerade hünenhafte Didavi köpfte ein: Natürlich hatte es eine solche Szene genau dann geben müssen, als die besonders leidenschaftlichen Fans des VfL Wolfsburg ihrer Mannschaft die kalte Schulter zeigen wollten. Aus Protest gegen harmlose Auftritte ihres Teams waren die Anhänger des VfL ihrer Fankurve ferngeblieben. Sie verpassten, dass das Münchener Starensemble zwar eifrig begonnen hatte, aber früh zurücklag und nach dem Rückstand nur schwer in Tritt kommen wollte. Der Branchenprimus agierte lange einfalls- und harmlos.

          Heynckes schont Spieler

          Die Anfangself, die der FC Bayern am 23. Spieltag der Fußball-Bundesliga aufgeboten hatte, war einen Hingucker wert. Cheftrainer Jupp Heynckes verspürte vier Tage vor dem Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Besiktas Istanbul das verständliche Bedürfnis, seine Formation im Vergleich zum letzten Ligaspiel gleich auf acht Positionen zu ändern und damit wichtige Profis zu schonen. Vor allem die Rückkehr des wochenlang verletzten Ballverteilers Thiago, der 62 Minuten lang mitspielen durfte und dann durch Thomas Müller ersetzt wurde, war mit Spannung erwartet worden. Der Spanier brachte das den Ball wie an der Schnur gezogen beförderte Thiago den Ball von halblinks quer über das Mittelfeld. Doch auch das half nur selten, um der Offensive um Franck Ribery, Arjen Robben und den für Lewandowski zunächst aufgebotenen Wagner die nötigen Impulse für überraschende Angriffe zu bescheren.

          Daniel Didavi brachte die Wolfsburger in der achten Minute per Kopf mit 1:0 in Führung. Bilderstrecke
          Wolfsburg – Bayern : Lewandowski sichert FC Bayern Last-Minute-Sieg

          Der Rest der Liga wünscht sich mehr Spannung und weniger Bayern-Dominanz im Kampf um den Titel. Dass ausgerechnet der VfL Wolfsburg einen kleinen Beitrag dazu leisten könnte, war schon in der Hinrunde nicht erwartet worden. Dem 2:2 in 2017 ließen die Niedersachsen auch dieses Mal vor 30.000 Zuschauern eine tapfere Vorstellung folgen. Sie zwangen die Münchener zu einem Aufbäumen nach dem Seitenwechsel und hätten um ein Haar dafür gesorgt, dass die Rotation bestraft wurde.

          Mit Wagner als vorderstem Angreifer waren die Angriffe des Rekordmeisters lange Zeit zu durchsichtig, bis ihm doch noch der Ausgleich gelang. Sein Kopfballtor nach Flanke von Robben war das Ergebnis eines ständigen Münchener Anrennens. Der Auftritt des FC Bayern gewann mit zunehmender Spieldauer an Dominanz und Cleverness, ohne den allerletzten Glanz zu offenbaren. In der zweiten Halbzeit hatte nur noch eine Mannschaft wirklich gespielt. Und natürlich versuchten die Wolfsburger, mit letzter Kraft ihre Chance auf ein wenig frischen Lorbeer zu nutzen. Dann aber zupfte der unerfahrene Gian-Luca Itter kurz vor Ende der regulären Spielzeit Robben am Ärmel und verursachte dabei einen Foulelfmeter, der durch Lewandowski den nächsten Bayern-Erfolg bescherte.

          „Die Hand hat da nichts zu suchen, da darf er nicht hin. Robben fällt aber nicht, weil die Hand dran ist, sondern weil er es dankend annimmt“, sagte der Wolfsburger Trainer Martin Schmidt und musste keinen Widerspruch befürchten.

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